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Hannover 96 „Martin Harnik spielt wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“
Sportbuzzer Hannover 96 „Martin Harnik spielt wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“
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00:15 13.12.2016
Das Jubelgesicht: Stürmer Martin Harnik feiert auch seine Tore für Hannover 96 so emotional wie die Tore für den VfB während seiner Zeit im Stuttgarter Trikot. Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)
Hannover

Herr Krieg, wie überraschend war für Sie der Stuttgarter Abstieg?

Der Abstieg kam sicher nicht plötzlich. Schon in der Vorsaison hatte Huub Stevens den VfB erst auf der Zielgeraden gerettet.

Worin lagen für Sie die Gründe?

Die Kaderplanung wirkte nicht ausgewogen. Und nach dem Scheitern von Trainer Alexander Zorniger übernahm Jürgen Kramny. Im letzten Spiel vor Weihnachten gab es einen Sieg über Wolfsburg. Das brachte die Festanstellung - ein eklatanter Fehler.

Warum war das ein Fehler?

Auch in der zweiten Mannschaft stand er mitunter in der Kritik. Man sollte einem Trainer aufgrund einiger weniger guter Spiele nicht eine so verantwortungsvolle Aufgabe geben.

Der Abstieg wäre also zu verhindern gewesen?

Auf jeden Fall, wenn man an den richtigen Stellschrauben gedreht hätte. Wir haben uns in den letzten Spielen im freien Fall befunden (sieben Niederlagen in den letzten acht Spielen, Anm. d. Red.), und die Verantwortlichen haben nicht mehr reagiert.

Für die 2. Liga hat man dann mit Jos Luhukay den Aufstiegstrainer schlechthin verpflichtet. Eine gute Entscheidung?

Dann wäre er noch im Amt (lacht). Luhukay wollte mehr Sicherheitsfußball spielen. Mit erfahrenen Kräften, die mehr oder weniger den Aufstieg garantieren.

Das gefiel nicht jedem in Stuttgart ...

Mit Jan Schindelmeiser wurde Anfang Juli ein neuer Sportvorstand eingesetzt. Der hat eine andere Philosophie und will vor allem mit jungen, noch entwicklungsfähigen Spielern arbeiten. Zwischen ihm und Luhukay hat es einfach nicht gepasst.

Mit Hannes Wolf hat man sich nun für einen eher unbekannten Trainer entschieden. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Ich hatte irgendwie gleich das Gefühl, es könnte passen. Auch wenn das im Rückblick natürlich leicht zu sagen ist (lacht).

Stuttgart ist seit dem letzten Spieltag Tabellenführer. Gehört der VfB da auch hin?

Mit unseren Voraussetzungen ist es sicher nicht arrogant zu sagen, dass wir da hingehören. Wir sind erster Aufstiegsfavorit.

Mit Martin Harnik spielt ein langjähriger VfB-Akteur jetzt bei 96. War es richtig, ihn gehen zu lassen?

Er ist ein toller Typ. Ich habe ihm teilweise wie ein Gestörter zugejubelt, weil er geniale Momente hatte. Aber es gab auch Situationen, da hätte ich ihn am liebsten nach Karlsruhe geschickt. Er spielt wie Doktor Jekyll und Mister Hyde. Es war für beide Seiten gut, sich zu trennen. Er ist ja nun recht erfolgreich in Hannover.

Ist Simon Terodde ein Upgrade?

Zum Harnik der vergangenen Saison mit Sicherheit. Ich möchte aber nichts Negatives über ihn sagen. Wer weiß, vielleicht hätte er bei uns auch wieder so getroffen wie früher.

Beide Vereine haben Erstligakader. Ist das nicht ein Risiko?

Der VfB-Kader ist homogener als vergangene Saison. Da ist ein starkes Korsett. Ich hoffe, es wurde nicht alles auf eine Karte gesetzt. Der VfB und 96 müssen wohl tatsächlich aufsteigen, sonst wird es wohl größere Umbrüche geben.

Was erwarten Sie von dem Spiel am Montag?

Es ist ein echter Gradmesser. Ich erwarte ein sehr enges Spiel. Schließlich ist Hannover Aufstiegskandidat Nummer zwei (lacht).

Wie geht das Spiel aus?

Ich tippe auf ein 2:1 für Stuttgart.

Das Interview führte Tobias Krause.

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