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Hannover 96 96-Fans träumen von Mertesacker-Wechsel
Sportbuzzer Hannover 96 96-Fans träumen von Mertesacker-Wechsel
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00:16 09.10.2016
„Das ist mein Antrieb - und gilt auch über 2017 hinaus“: Per Mertesacker (r.) arbeitet hart für ein Comeback beim FC Arsenal, und Trainer Arsène Wenger hält große Stücke auf den Weltmeister. Daher ist eine zeitnahe Rückkehr zu 96 kaum denkbar. Foto: dpa Quelle: Andy Rain
Hannover

Da horcht Hannover auf. Per Mertesacker versteigert Trikots über das soziale Netzwerk Facebook - ein Arsenal-Hemd als Dankeschön für die vielen Genesungswünsche der Fans nach seiner Knieoperation. Und einen anderen eigenen Dress hat er für wohltätige Zwecke, genauer für die Unterstützung der Projekte seiner Stiftung, zur Verfügung gestellt.

Für dieses soziale Engagement wird der 32-Jährige in der Fußballer-Gemeinde geschätzt und geliebt. Mancher Freund des runden Leders mag aber angesichts dieser Auktionen zum Träumen neigen. Schafft Mertesacker etwa Platz für ein neues Trikot? Und könnte dieses statt in Arsenal-Rot dann in Hannover-96-Rot gestaltet sein, zumal sein Kontrakt bei dem englischen Spitzenclub im Sommer 2017 endet? Der Pattenser hat seit seinem Weggang aus Hannover vor zehn Jahren regelmäßig Kontakt in die Region gehalten, er hat auf der Marienburg Hochzeit gefeiert, seine Eltern leben hier, der Vater sitzt im 96-Aufsichtsrat. Das klingt stark nach alter Liebe und lässt Rückkehr-Optionen zu, zumal Mertesacker selbst kürzlich im „kicker“ sagte: „Ich stelle mir vor, welche Perspektiven sich für mich und die Familie auftun können, auch in Deutschland. Und ich denke, ab Januar werden diese Gedanken sehr intensiviert.“

Martin Bader, Geschäftsführer des aktuellen Zweitligisten 96, möchte solche Träume gar nicht im Keim ersticken. „Natürlich wäre es eine tolle Geschichte, wenn sich ein Kreis schließt“, sagte er gestern. „Aber bis dahin kann noch viel passieren.“ Bader weiß genau, wie viele Unbekannte und Variablen die Rechnung mit Mertesacker beinhaltet. Da ist zunächst die Fitness des 32-Jährigen, der Ende Juli die schwerste Verletzung seiner Karriere erlitten hatte - einen Knorpelschaden im Knie, der operativ behoben werden musste. Derzeit arbeitet er hart für sein Comeback in der Donaustaufer Reha-Klinik von Klaus Eder, den er aus Nationalmannschaftzeiten kennt. „Ich weiß auch, dass ich mir Zeit lassen muss“, sagte Mertesacker, der in diesem Jahr wohl nicht mehr spielen wird.

Der Innenverteidiger kann sich auf die Genesung auch deshalb konzentrieren, weil er das Vertrauen seines Arbeitgebers genießt. Trainer Arsène Wenger hat ihn nach der Verletzung erneut zum Kapitän berufen, so geht man nicht mit einem Fußballer um, den man aufs Abstellgleis schieben will. „Ich weiß ganz genau, der Verein und die Mannschaft werden mich in dieser Saison noch brauchen. Das ist mein Antrieb - und gilt auch über 2017 hinaus“, sagte der Weltmeister. Auch 96-Geschäftsführer Bader weiß das: „Per ist Kapitän bei Arsenal, genießt eine große Wertschätzung.“

Mertesacker hat also derzeit gar nicht vor, seine großartige Karriere mit insgesamt 104 Länderspielen ausklingen zu lassen - schon gar nicht in der 2. Liga in Deutschland. Bader sagte daher: „Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen und aufsteigen. Dann kann man sich mal Gedanken machen, wenn Substanz da ist.“

Doch hat sich Mertesacker nicht jüngst mit Daniel Stendel getroffen, dem aktuellen 96-Coach? Bader bestätigte, dass dies im Rahmen von Mertesackers Reha geschehen sei: „Beide kennen sich schon lange und haben auch bei 96 zusammengespielt.“ So charakterisiert man eher ein Treffen alter Freunde, nicht künftiger Clubkollegen.

Von Jörg Grußendorf
 und Carsten Schmidt

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