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Hannover 96 Dieser 96-Spieler hat das Zeug zum Star
Sportbuzzer Hannover 96 Dieser 96-Spieler hat das Zeug zum Star
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00:16 08.12.2016
Von Christian Purbs
Nicht zu stoppen: Wenn 96-Profi Noah-Joel Sarenren-Bazee Fahrt aufnimmt, haben die Gegenspieler meist das Nachsehen. Quelle: Imago
Hannover

Die Beliebtheit eines Fußballprofis lässt sich längst mehr nicht nur daran erkennen, wie laut die Fans im Stadion bei der Mannschaftsaufstellung seinen Namen rufen. In der Unterhaltungsbranche Profifußball gibt es heutzutage auch andere Hinweise darauf, wer gerade wie sehr in ist: Einer davon ist der Selfie-Indikator. Ganz oben auf dem Wunschzettel der 96-Fans für einen gemeinsamen Schnappschuss mit ihrem Lieblingsstar stand nach dem 3:2-Sieg von Hannover 96 gegen Heidenheim Noah-Joel Sarenren-Bazee. Auch als seine Mitspieler längst in Richtung Kabine verschwunden waren, lächelte der 96-Stürmer noch immer in die Handykameras. Und das, so hatte es den Anschein, nur allzu gerne: Es war sein Abend, sein Spiel.

Den Siegtreffer erzielt, den Ausgleich zum 2:2 vorbereitet, und auch am 1:1 hatte Sarenren-Bazee großen Anteil. Zwar drückte Martin Harnik den Ball final über die Linie (Harnik: „Ich wollte ihm das Tor nicht klauen, aber wenn ich nicht hingehe, kommt der Torwart noch ran“), doch das störte den 20-Jährigen nicht. „Es ist ein super Gefühl, so von den Fans gefeiert zu werden“, sagte Sarenren-Bazee.

Sein ganz besonderer Moment kam dann in der 70. Minute, als er den entscheidenden Treffer und damit sein erstes Tor als Profi erzielte. „Und das auch noch im eigenen Stadion, das fühlt sich sensationell an“, sagt der Angreifer, der in Hannover schon jetzt Hoffnungsträger und Fanliebling ist. Und wer so hoch in der Gunst der Anhänger steht, der bekommt schnell einen besonderen Namen verpasst. Dass die Fans den Youngster NJSB 37 nennen, dürfte nicht nur an der Wertschätzung für Sarenren-Bazee liegen sondern auch damit zu tun haben, dass manchem die Aussprache seines Nachnamens spätestens nach dem dritten Bier im Stadion nicht mehr problemlos über die Lippen geht. Die 37 steht für seine Trikotnummer, dass diese Zahl eine 7 enthält, ist eine nette Hommage an einen schnellen Weltklassekicker: Cristiano Ronaldo alias CR7.

Manchem mag der Trubel um das Talent zu viel sein, schließlich ist der Stürmer gerade einmal 20 Jahre alt, musste aufgrund einer Hüftoperation mehr als vier Monate aussetzen und hat bislang lediglich neun Einsätze als Profi absolviert. Vergangene Woche musste sich Sarenren-Bazee auch ein paar deutliche Worte von Daniel Stendel anhören, dem Trainer hatten Einstellung und Engagement im Training nicht gefallen. Die Reaktion war bemerkenswert, auf dem Platz und auch vor den Mikrofonen. „Ich gebe mir viel Mühe, dass es so weitergeht. Dafür muss ich noch viel arbeiten. Ich weiß aber auch, da geht noch mehr“, sagt der Außenstürmer, der einen Vertrag bis 2019 hat, den 96 gerne zügig verlängern möchte.

Für Bodenhaftung beim 96-Flügelflitzer will Stendel auch in Zukunft sorgen. „Es ging darum, ihm die Richtung ein bisschen vorzugeben. Ich kenne ihn ja schon ziemlich lange, ab und zu hilft ihm das“, sagt der Trainer. Für das 96-Spiel sei es „extrem wichtig, dass wir hohes Tempo auf den Außenpositionen haben“, sagt Stendel und macht den hannoverschen Fans Hoffnung auf weitere besondere Spiele von und mit Sarenren-Bazee: „Ich denke, dass da noch ein bisschen mehr geht.“

Wenige 96-Talente schafften den Sprung

Fast zwei Dutzend Spieler aus dem Nachwuchsbereich von Hannover 96 haben seit dem Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga 2002 den Sprung ins eigene 1.  Profiteam geschafft und dort mindestens ein Erstligaspiel bestritten. Zur Stammkraft avancieren konnten allerdings nur Konstantin Rausch, Jan Rosenthal und Per Mertesacker; Waldemar Anton und Noah-Joel Sarenren-Bazee sind auf dem Weg dahin.

Per Mertesacker: Bei 96 von 2003 bis 2006 in 74 Erstligaspielen im Einsatz, wurde in Hannover zum Nationalspieler. Arbeitet nach Verletzung beim FC Arsenal an seinem Comeback.

Jan Rosenthal: Spielte von 2006 bis 2010 für die „Roten“ und brachte es in dieser Zeit auf 80 Bundesliga-Einsätze. Bei Darmstadt 98 nach langer Verletzungspause gerade wieder zurückgekehrt.


Konstantin Rausch: Bei 96 von 2008 bis 2013 unter Vertrag, machte 150 Erstligaspiele für Hannover. Der 26-Jährige spielt jetzt für den 1. FC Köln. 


Mit Fynn Arkenberg und Elias Huth gaben zwei weitere 96-Nachwuchsspieler ihr Profi-Debüt. Und die nächsten Talente stehen schon bereit. Mete Kaan Demir (18 Jahre) und Linton Maina (17) aus der U19 der „Roten“ sollen im Sommer Profiverträge erhalten.

Am kommenden Montag kommt es zum Spitzenspiel zwischen dem VfB Stuttgart und 96, am Sonntag ließen die Schwaben beim 4:0-Sieg in Aue schon einmal ihre Muskeln spielen. Da kommt am nächsten Montag was auf die „Roten“ zu, so viel ist sicher.

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