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Hannover 96 Warum Füllkrug "nur" ein Edeljoker ist
Sportbuzzer Hannover 96 Warum Füllkrug "nur" ein Edeljoker ist
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06:00 07.12.2016
Von Christian Purbs
Wunschlos glücklich ist Niclas Füllkrug bei Hannover 96 noch nicht. Das hängt vor allem damit zusammen, dass der Stürmer sich noch keinen Stammplatz erobern konnte. Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)
Hannover

Niclas Füllkrug ist keiner, der laut „hier“ schreit. Und deshalb hat er nach dem 3:2-Heimsieg gegen Heidenheim, den er 65 Minuten lang nur von der Ersatzbank verfolgen durfte, erst einmal das gesagt, was jeden Trainer freuen würde. „Natürlich wünsche ich mir, in der Startelf zu stehen. Aber wenn ich im nächsten Spiel eingewechselt werde und wieder treffe, ist das auch gut.“

So richtig daran zu glauben, dass es in diesem Jahr noch etwas mit dem Stammplatz wird, scheint Füllkrug nicht. Kommenden Montag tritt Hannover 96 zum Fußball-Zweitliga-Hit beim VfB Stuttgart an, der 23-Jährige wird dann mit großer Sicherheit erst einmal wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen - Einwechslung mit Torfolge nicht ausgeschlossen.

Vielleicht war die Geschichte auch einfach zu schön: Hannoverscher Junge, von 96 in der Jugend übersehen, landet im Sommer nach langer Zeit und Umwegen über Werder Bremen und den 1. FC Nürnberg doch bei den „Roten“. Doch irgendwie sprang der Funke zuerst nicht über, wie das manchmal halt so ist bei einer Liebe, die einen lange verschmäht hat, mit der man dann aber doch zusammengekommen ist.

Volle 90 Minuten spielte Füllkrug zum Anfang der Saison nur am fünften Spieltag beim 3:3 in Bielefeld. Danach gegen Karlsruhe kam er nur noch auf 14 Minuten, beim 2:0-Sieg bei 1860 München stand er im Kader, aber nicht auf dem Platz. Es folgten noch einmal 13 Minuten gegen St. Pauli und danach ein Syndesmosebandanriss - wenn man einmal eine Pechsträhne hat, dann richtig.

Mitte November, beim 2:0 gegen Erzgebirge Aue, schoss Füllkrug sein erstes Tor für 96. Das ist sein Durchbruch, dachten viele Fans. Trainer Daniel Stendel brachte den 23-Jährigen im folgenden Spiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) zum Zeitschinden in der Nachspielzeit.

Zuletzt beim 3:2 gegen Heidenheim erzielte Füllkrug seinen zweiten Treffer im 96-Trikot, drei Minuten nach seiner Einwechslung. Doch wenn nicht alle Eindrücke täuschen, wird Stendel, der sagte, wie sehr er sich für Füllkrug freue, in Stuttgart erneut keinen Mut zu „Lücke“ haben. „Lücke“ ist der Spitzname des Stürmers.

Füllkrug ist derzeit der Edeljoker, was auch damit zu tun hat, dass Martin Harnik ohnehin unverzichtbar ist und Kenan Karaman eine gute Saison spielt. Dass Stendel Füllkrug nicht in der Startelf berücksichtigt, kann man dem Trainer deshalb schlecht vorwerfen.

Füllkrugs Gespür für Torgefahr im Strafraum ist nicht zu übersehen, man ahnt, warum er in der F-Jugend mal 162 Treffer in einer Saison erzielt hat. Genauso auffällig sind kleinere technische Schwächen. Das macht es schwer für Stendel.

Füllkrug akzeptiert seine Rolle, einen dezenten Hinweis erlaubt er sich aber doch. „90 Minuten auf der Bank - das muss nicht sein.“

Mit Noah-Joel Sarenren-Bazee hat Hannover 96 wieder einen Spieler, der das Zeug zum Star hat. Für die Bodenhaftung des Flügelflitzers will Trainer Stendel sorgen. Wie beliebt NJSB 37 bereits ist, lassen etliche Selfies erahnen.

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