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Hannover 96 Ein Spieltag wie gemalt für die „Roten“
Sportbuzzer Hannover 96 Ein Spieltag wie gemalt für die „Roten“
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21:09 03.10.2016
Von Heiko Rehberg
Der Führungstreffer: Kenan Karaman köpft zum 1:0 ein.  Quelle: Maike Lobback / Team zur Nieden

Daniel Stendel wollte wechseln. 74 Minuten waren um im Nordduell der 2. Fußball-Bundesliga gegen den FC St. Pauli, und dem 96-Trainer ging es wie den 42 000 hannoverschen Fans unter den 49 000 Besuchern. Er wollte unbedingt einen Heimsieg. Weil es aber immer noch 0:0 stand, wartete Niclas Füllkrug einwechselbereit am Spielfeldrand, Kenan Karaman sollte für ihn weichen. Doch ein Freistoß kam Stendel dazwischen – zum Glück.

Der 96-Trainer wartete noch, Miiko Albornoz servierte den Ball in den Strafraum, Stefan Strandberg verlängerte ihn auf Karaman, und der traf per Kopf zum herbeigesehnten 1:0. Danach wechselte ihn Stendel wie geplant aus.
Kuriose Geschichten wie diese sind auch mit drei Tagen Abstand noch schön und zaubern den Anhängern der „Roten“ ein Lächeln auf das Gesicht. Genau wie dieser achte Spieltag, der für das hannoversche Unternehmen Wiederaufstieg nicht besser hätte laufen können: der eigene, schwer erkämpfte, aber dennoch verdiente 2:0-Sieg gegen St. Pauli (Felix Klaus sorgte in der Schlussminute für den zweiten Treffer).

Dazu die Niederlage von Union Berlin in Nürnberg und die Punkteteilung zwischen Noch-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig und dem Überraschungsteam aus Heidenheim. Es war ein Spieltag wie gemalt für 96, die anstehende Länderspielpause kommt gerade extrem ungelegen.

Dabei ist es nicht so, dass Hannover 96 derzeit Traumfußball spielt. Gegen die zähen Hamburger, bei denen sich Trainer Ewald Lienen wegen einer Magen-Darm-Grippe sicherheitshalber meist sitzend auf der Bank aufhielt, kam 96 nur schwer in Schwung. Für ein Team mit dieser Offensivkraft sprangen verdammt wenig Torchancen heraus, was auch daran lag, dass niemand bei 96 eine zündende Idee hatte, vieles zu kompliziert angelegt war und bei fast allen Aktionen das Tempo fehlte.

Erst eine Standardsituation verhalf 96 zum Erfolg. Ähnlich stark bei Ecken oder Freistößen war die Mannschaft gefühlt in der Zeit von Peter Neururer. „Wir brauchen uns für solche Tore nicht zu entschuldigen“, sagte Stendel, was natürlich stimmt, weil jedem Gegner diese Art der Torerzielung ebenfalls erlaubt ist. Aber kaum ein Gegner in der 2. Liga besitzt die Klasse dafür.

Zum dritten Mal in Folge blieb 96 ohne Gegentor, was Stendel zu der Bemerkung veranlasste, dass „wir in kurzer Zeit dazugelernt haben“. Gemeint war damit vor allem die größere Stabilität in der Defensive, über die seine Elf mittlerweile verfügt. Dass 96 das ausgerechnet ohne den für unverzichtbar gehaltenen Salif Sané geschafft hat, macht die Sache vor dem Spiel am 16. Oktober bei Union Berlin spannend.

Dann ist Sané nach seiner Vier-Spiele-Sperre wieder einsatzbereit. Wen aber für ihn rausnehmen? Und wie das erklären? Stendel steht vor einer neuen Herausforderung als Trainer. Garantien für eine automatische Rückkehr in die Startelf gebe es nicht, sagte Stendel. Und hielt sich damit erst einmal alles offen.     

 

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