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Hannover 96 "Jeder will Hannover 96 wehtun"
Sportbuzzer Hannover 96 "Jeder will Hannover 96 wehtun"
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00:15 11.12.2016
Von Christian Purbs
In Topform: Martin Harnik ist bei Hannover 96 nicht nur wegen seiner Tore zum Leistungsträger und Führungsspieler geworden. Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)

Hallo Herr Harnik, am Montagabend spielen Sie mit 96 gegen Ihren alten Verein, den VfB Stuttgart. Es ist zudem das Spitzenspiel der 2. Bundesliga, Erster gegen Dritter. Schon aufgeregt vor der Rückkehr?

So richtig spannend wird es erst, wenn es am Montag Richtung Stadion geht und ich auf dem Platz neben den alten Kameraden stehe. Dann geht’s erst richtig los.

Sie haben sechs Jahre beim VfB gespielt und dort viele Erfolge gefeiert, wie zum Beispiel den DFB-Pokalsieg. Welche Bedeutung haben der Club und die Stadt für Sie?

Ich habe dort viele kleine Schritte gemacht. Es ist der Verein, in dem ich zum Bundesligaprofi gereift bin und mich als Stammspieler durchgesetzt habe. Auch privat habe ich viele schöne Erinnerungen an Stuttgart. Ich habe dort geheiratet, meine Frau und ich sind dort zum ersten Mal Eltern geworden.

Nach sechs Jahren Bundesliga in Stuttgart nun wieder 2. Liga. Wie sehr mussten Sie sich umstellen?

Die 2. Liga ist so anspruchsvoll, wie ich es erwartet habe. Man muss die ganze Angelegenheit aber positiv angehen. Wenn man darüber jammert, dass man am Wochenende gegen Heidenheim und nicht gegen die Bayern spielt, dann zieht man sich runter. Wenn wir am Ende unser großes Ziel erreichen, dann war es ein cooles Jahr in der 2. Liga.

Was ist denn das Anspruchsvolle an der 2. Liga?

Dass jeder Gegner uns wehtun will, jeder will den Absteiger schlagen. Vielleicht mit Ausnahme des Spiels am Montag gegen den VfB sind wir immer der Favorit. Zudem ist der Spielstil anders, weil er sehr körperbetont ist. Und die Intensität ist genauso hoch wie in der Bundesliga.

In der Liga und Pokal haben Sie bereits zehnmal für Hannover 96 getroffen. Werden Sie jubeln, wenn Ihnen Treffer Nummer 11 in Stuttgart gelingen sollte?

Falls ich in Stuttgart treffen sollte, dann freue ich mich für meine Mannschaft und nicht, weil ich dem VfB ein Tor eingeschenkt habe. Ich denke nicht, dass es respektlos ist, wenn ich mich mit meinem neuen Verein freue. So habe ich es bislang immer gehalten.

Also einfach alles rauslassen.

Ja, gerade in dieser Konstellation ist jedes Tor sehr wichtig, es ist ja nicht irgendein Freundschaftsspiel, sondern ein absolutes Spitzenspiel mit vielen Emotionen. Egal, gegen welchen Gegner: Mir ist jedes Tor zu schade, um darüber nicht zu jubeln.

Auch in dieser Antwort schwingt viel Positives mit. Sind Sie ein Typ, für den das Glas immer halbvoll ist?

Definitiv. Ich brauche Freude, nicht nur am Job, auch am Leben. Das bringt dann auch die nötige Lockerheit mit, die ich für mein Spiel brauche.

Was bereitet Ihnen denn Freude abseits des Fußballs?

Viel. In erster Linie meine Familie, meine Hunde, und ein paar Hobbys habe ich auch noch. Wir haben uns hier sehr gut eingelebt und hatten bislang eine schöne Zeit.

Viel Freude, aber auch einige Sorgen hat den 96-Fans der 3:2-Sieg gegen Heidenheim gemacht. Wie bewerten Sie das Spiel?

Vom Ergebnis her war der Sieg gegen Heidenheim vielleicht nicht überzeugend. Aber wenn man das Spiel analysiert, dann hatte Heidenheim drei gute Chancen und hat daraus zwei Tore gemacht. Das müssen wir uns vorwerfen. Aber den Rest des Spiels haben sie uns kaum vor Schwierigkeiten gestellt. Es gab Spiele, in denen wir uns sehr schwergetan haben. Aber gegen Heidenheim war das von uns eine dominante Leistung mit engem Ausgang.

Wie empfinden Sie die Stimmung rund um die Mannschaft?

Als positiv. Klar würde uns jeder gerne mit 15 Siegen an der Tabellenspitze sehen, aber so einfach ist es halt nicht. Das weiß hier jeder. Im Schongang ist noch kein Team in die Bundesliga aufgestiegen. In erster Linie zählt das Ergebnis, erst dann die Art und Weise, wie es dazu gekommen ist.

Im Angriff gibt es sehr viele gute Stürmer, aber nur wenige Plätze in der Startelf. Bislang hört man von den Ersatzspielern nichts Negatives. Sind das alles ganz liebe und brave Jungs?

Das ist eine Frage des Charakters, und der stimmt bei uns in der Mannschaft, was ein ganz wichtiger Baustein ist. Keiner fühlt sich persönlich angegriffen, wenn er nicht in der Startelf steht. Es ist nicht wichtig, wer die meisten Tore geschossen hat, wer im Sturm spielt oder zwischen den Pfosten steht. Es geht einzig und allein um das Ziel: den Aufstieg. Weil das jeder Spieler weiß und danach handelt, schweißt uns das auch zusammen.

Ist diese hannoversche Mannschaft erstligareif?

Jetzt in der 2. Liga sind andere Dinge gefragt als hoffentlich nächstes Jahr in der Bundesliga. Wir haben einige Spieler, die schon viel Erfahrung in der 1. Liga gesammelt haben. Ich hoffe, dass wir die Diskussion, ob der Kader stark genug für die Bundesliga ist, im Sommer führen müssen.

Das Interview führte Christian Purbs.

Heinz von Heiden hat den Vertrag mit Hannover 96 als Haupt- und Trikotsponsor bis 2020 verlängert. Der alte Vertrag wäre im Sommer 2017 ausgelaufen. Der neue Vertrag bleibt ligaunabhängig, bietet aber einen erhöhten finanziellen Anreiz für den Wiederaufstieg in die erste Bundesliga.

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