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Hannover 96 Der Überflieger aus Hannover
Sportbuzzer Hannover 96 Der Überflieger aus Hannover
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00:16 26.11.2014
Von Norbert Fettback
Mit 23 Jahren erntet Gierke recht spät die Früchte seines Trainingsfleißes. Quelle: Seifert
Hannover

So ein Erfolg zwingt zum Umdenken - Markus Gierke plant jetzt gern neu. Nach seinem deutschen Meistertitel über 200 Meter Schmetterling wird der 23-Jährige von den Wassersportfreunden 98 am kommenden Sonntag um 10 Uhr in Frankfurt ins Flugzeug steigen. Das Ziel heißt Doha. Statt in Hannover zu trainieren, geht es zur Kurzbahn-Weltmeisterschaft im Emirat Katar. „Dass ich in Wuppertal Meister werden könnte, damit habe ich schon geliebäugelt“, sagt Gierke. „Dass es auch noch zur WM-Norm reichen würde, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet.“ Die Uhr zeigte für den Hannoveraner 1:53,82 Minuten an, die WM-Norm hatte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) mit 1:53,90 angesetzt. Viel besser kann man das nicht hinbekommen.

Noch scheint es, als müsse Gierke sich mal kurz kneifen, um sich zu vergewissern, dass es wirklich wahr ist, was er geschafft hat. Mangels Leistung fanden Kurzbahn-Championate auf dieser Strecke in den vergangenen Jahren ohne deutsche Beteiligung statt. Jetzt hat ein unbekümmerter Niedersachse den Bann gebrochen, was auch für dieses Bundesland bemerkenswert ist. Denn allzu viele Erfolge von übernationaler Strahlkraft gab es hier in den vergangenen Jahren von Schwimmern nicht zu vermelden.

Gierke hatte schon im Mai bei der deutschen Meisterschaft im 50-Meter-Becken in Berlin mit Bronzemedaillen über 100 und 200 Meter Schmetterling auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt setzte er noch einen drauf, wozu auch Silber über 100 Meter Schmetterling (0:52,06) zu zählen ist. Nur der überragende Steffen Deibler aus Hamburg war in Wuppertal mal wieder schneller (0:50,67). „Er ist der Sprinter, ich bin mehr der Mittelstreckler“, sagt Gierke. Und er ist ein Sportler, den so schnell nichts aus der Bahn wirft und der sich nicht entmutigen lässt.

Mit 23 Jahren erntet Gierke recht spät die Früchte seines Trainingsfleißes. Bis zu 24 Stunden pro Woche verbringt er unter Anleitung von Landestrainer Emil Guliyev im Wasser oder im Kraftraum. Auch gestern, unmittelbar nach der Rückkehr aus Wuppertal und einem Kurzbesuch bei den Eltern in Rodenberg bei Schaumburg, ist er in Hannover wieder seine Bahnen geschwommen. „Ich will meine Form zur WM halten“, sagt Gierke. „Vielleicht kann ich meine Bestzeit ja noch mal steigern.“ In der aktuellen Weltbestenliste wird der Hannoveraner als 17. geführt. „Die Finalteilnahme in Doha wäre das Größte“, sagt er.

Es ist das erste Mal, dass er in ein Auswahlteam des DSV berufen worden ist. Und es ist erst die zweite große Reise des Schwimmers, der lange auf den Durchbruch warten musste. 2011 startete er als Bundeswehrangehöriger bei den Military World Games in Rio de Janeiro. Dieses Ziel hat Gierke auch für 2016 im Blick, selbst wenn er sich in dieser Hinsicht betont zurückhaltend gibt. „Bei Olympischen Spielen dabei zu sein, das ist der Traum eines jeden Sportlers“, sagt er. Er hat das Zeug, sich ihn zu erfüllen.

Und er erhält dafür breite Unterstützung. Vom Landesschwimmverband ist er nach den Medaillengewinnen in Berlin in die Förderung aufgenommen worden, seitdem bekommt er unter anderem Zuschüsse für Trainingslager. Auch sein Verein und die Hanomag Lohnhärterei, wo er eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert, greifen dem Schwimmer kräftig unter die Arme. Zur WM bekommt er von Firmenchef Karsten Seehafer Sonderurlaub. „Eine super Sache“ sei das, was Gierke leiste, meint Seehafer. „Da helfen wir gern.“

Es gibt auch solche Niederlagen. Welche, nach denen man sich nicht ärgern muss, weder als Zuschauer noch als Spieler, Niederlagen wie das 1:3 von Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga gegen Bayer Leverkusen, nach denen man einfach feststellen kann: Glückwunsch an den Gegner, verdienter Sieg!

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