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Hannover 96 Das Beste kommt bei 96 zum Schluss
Sportbuzzer Hannover 96 Das Beste kommt bei 96 zum Schluss
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00:20 24.12.2014
Von Jörg Grußendorf
Am Ende hatte Hannover 96 doch noch Grund zum Jubel: Joselu (2.v.r.) traf kurz vor Spielende zum 2:2-Endstand. Quelle: dpa
Freiburg

Einige hatten das Stadion schon verlassen. Sie hatten sich glückselig auf den Heimweg gemacht – und dann das Wesentliche verpasst. Wie schon am Ende der ersten Halbzeit war es im Freiburger Schwarzwald-Stadion nämlich zum Schluss noch einmal richtig spannend und turbulent geworden. Und am Ende beider Spielhälften sah man einen der beiden Trainer völlig fassungslos. Die späten Tore hatten beim 2:2 zwischen dem Sportclub und Hannover 96 den Spielverlauf jeweils komplett auf den Kopf gestellt.

Sowohl 96-Coach Tayfun Korkut als auch sein Gegenüber Christian Streich sprachen hinterher von der besten Halbzeit ihrer Mannschaft in der gesamten Hinrunde. Das hörte sich nur auf den ersten Blick wie ein Widerspruch an. Beide Trainer lagen in ihrer Einschätzung goldrichtig.     

Den Anfang hatten die Gäste gemacht. Die „Roten“ spielten 44 Minuten wie aus einem Guss, beherrschten Spiel und Gegner. 96 bestimmte alles, spielte sich – zum Teil von Kapitän Lars Stindl angetrieben – hervorragende Chancen heraus. Doch vornehmlich Torjäger Joselu vergab die dicksten Möglichkeiten.

Es war schon schlimm genug, dass sich die Korkut-Elf für ihren Aufwand nicht selbst belohnte. Was dann unmittelbar vor dem Pausenpfiff passierte, war ein echter Tiefschlag. Im Boxen verboten, im Fußball erlaubt: Die Freiburger kamen gefühlt das erste Mal gefährlich vor das 96-Gehäuse – und trafen durch Mike Frantz (45.). Korkut blickte konsterniert drein, Streich jubelte ausgelassen.

Nach dem Wechsel dann das umgekehrte Bild. Der Tabellenletzte, spielerisch sicherlich limitiert, trumpfte plötzlich auf. Da war es erschreckend zu sehen, wie einige 96er ob der größeren Kampfkraft und Härte der Freiburger nahezu völlig von der Bildfläche verschwanden. Die Abwehr, die vorher gar nicht gefordert wurde, begann zu schwimmen, das Mittelfeld bekam gar keinen Zugriff mehr – und die Breisgauer kamen zu diversen Chancen. Das 2:0 war so nur noch eine Frage der Zeit, und nachdem Jonathan Schmid noch mit einem Pfostenschuss Pech gehabt hatte, machte es Marc-Oliver Kempf besser. Nach einem Eckstoß köpfte er ein (81.).

96 schien mausetot. Alles erinnerte an das vergangene Jahr. Als Leonardo Bittencourt zum 1:2 traf (83.), da war sogar das Ergebnis identisch. Doch die „Roten“ 2014 sind anders als die aus den Dezembertagen 2013. Sie machten weiter, auch in der Nachspielzeit. Und was sie nicht aus eigener Kraft schafften, das gelang durch die gütige Mithilfe der Freiburger. Allein die Nachspielzeit unterstrich mehrfach, warum sie am Tabellenende stehen.

So viele Fehler in wenigen Minuten bekommt man selten zu sehen. SC-Torhüter Roman Bürki, der bis dahin gar nicht schlecht gehalten hatte, legte mustergültig für Joselu auf. Der Spanier in 96-Diensten ließ sich nicht lange bitten und traf zum 2:2. Es war sein siebter Treffer, sein fünfter im fünften Spiel in Folge. Diesmal blickte Streich konsterniert drein. Und Korkut jubelte ausgelassen. Aber nur kurz. Denn der Punktverlust sorgte dafür, dass der 40-Jährige nicht wirklich zufrieden in die Winterpause gehen wird. In der ersten Hälfte war so viel drin gewesen ...     

Korkut sieht Fortschritte

Tayfun Korkut war total unentschlossen. „Ich weiß nicht“, sagte der Trainer von Hannover 96, „ob ich mich freuen soll oder nicht.“ Seiner Miene nach war er eher unzufrieden. Natürlich hatte seine Mannschaft in letzter Minute noch einen Punkt gerettet, aber aufgrund der ersten Hälfte eigentlich zwei Zähler liegen gelassen. Und das wurmte ihn anscheinend mehr.

24 Punkte hat 96 nach der Hinrunde auf dem Konto, genauso viele wie Korkut in seinem ersten Halbjahr bei den „Roten“ in der vergangenen Rückserie gesammelt hatte. Und dennoch sieht der 40-Jährige einen klaren Fortschritt. „Man darf das Ganze nicht an Punkten messen“, sagte er, „die Bilanz ist hervorzuheben.“ Nach dem Wechsel, dem großen Umbruch in der Sommerpause, so Korkut, habe sich die Mannschaft sehr gut weiterentwickelt: „Natürlich mit allen Höhen und Tiefen, aber sie hat viel gelernt.“

Die Partie in Freiburg war so gesehen ein Spielbild der gesamten Hinrunde. Mal dominant, mal unterlegen; auch im Schwarzwald-Stadion fehlte die Konstanz. Im Gegensatz zu anderen Spielen am Jahresende verloren die Hannoveraner aber nicht. „Endlich haben wir uns mal für unsere Leistung belohnt. Diesmal sind wir glücklich, dass wir noch ein positives Erlebnis haben“, sagte Torwart Ron-Robert Zieler. „Wir sind nach einem 0:2 zurückgekommen.“      

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