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Hannover 96 Stindl und Sané machen Hoffnung auf mehr
Sportbuzzer Hannover 96 Stindl und Sané machen Hoffnung auf mehr
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00:15 25.12.2014
Von Jörg Grußendorf
Vier, die auf sich aufmerksam machten: Die 96-Profis Lars Stindl (v. l.), Salif Sané, Maurice Hirsch und Jimmy Briand. Quelle: Ronny Hartmann
Hannover

Nur dreimal seit dem Wiederaufstieg 2002 hat der Klub in der Hinrunde mehr Punkte geholt als jetzt unter Trainer Tayfun Korkut. In den 17 Spielen gab es viele Höhen und Tiefen. Einige Spieler fielen besonders auf. Hier eine kleine Auswahl:  

Die Comebacker

Lars Stindl: Als er monatelang fehlte, spielte 96 durchaus erfolgreich. Aber wie: meistens unansehnlich, größtenteils auf Torsicherung bedacht. Eigene Torchancen waren äußerst selten. Als Stindl zurückkehrte, merkte man, wie wichtig der Kapitän für diese Mannschaft ist. Über ihn läuft fast alles, er ist die Seele des 96-Spiels. Die Zahl der Torchancen stieg gleich um mehrere Hundert Prozent, die „Roten“ spielten plötzlich ansehnlich. Allerdings hagelte es seit Stindls Comeback kräftig Gegentore. Das liegt jedoch am wenigsten an dem 26-Jährigen. Trainer Korkut arbeitet mit seinem Team noch an der nötigen Balance. Wenn man sieht, wie präsent Stindl auf dem Platz ist, dann kann man nur hoffen, dass er niemals Gebrauch von seiner Ausstiegsklausel macht (er kann im Sommer für 3 Millionen Euro gehen). Natürlich ist jeder zu ersetzen, doch er nur sehr, sehr schwer.

Salif Sané: Weg, nichts wie weg mit diesem Problemprofi! Das war die Haltung der Sportlichen Leitung unmittelbar nach der Sommerpause. Undiszipliniert, unzuverlässig, kindliches Gehabe: Trainer Korkut schickte Sané zu den „Amateuren“. Eigentlich auf Nimmerwiedersehen. Auch Clubchef Martin Kind ließ keine Gelegenheit aus, den 24-Jährigen zum Verkauf anzubieten. Doch der Senegalese mit französischem Pass arbeitete an sich, wurde begnadigt und rückte wieder ins Team. Er profitierte dabei von einer Verletzung von Christian Schulz; künftig wird Schulz wohl in zweiter Reihe stehen, auch wenn er wieder topfit ist. Zum Rückrundenauftakt fehlt Sané jedoch, er ist für sein Heimatland beim Afrika-Cup aktiv. Wenn er zurückkehrt, dann führt kein Weg an ihm vorbei. Es sei denn, es gibt einen Rückfall.

Die Bankdrücker

Leonardo Bittencourt: Er wollte so richtig durchstarten, es sollte seine Saison werden. Er war Stammspieler und dazu torgefährlich. Aber bei allem löblichen Einsatz: Der U21-Nationalspieler will einfach zu viel. Übertreibt die Dribblings, will zu oft mit dem Kopf durch die Wand und offenbart taktische Mängel. Daran muss er hart arbeiten, sonst droht ihm die Schublade als ewiges Talent. 

Ceyhun Gülselam: Es war schon überraschend, als Trainer Korkut ihn beim Spiel in Paderborn dem gesetzten Leon Andreasen vorzog. Nach dessen Verletzung wurde der 27-Jährige sogar Stammspieler. Aber einer mit riesigen Anpassungsproblemen. Alles schien etwas zu schnell für ihn zu gehen. Die Stabilität, die ein „Sechser“ seiner Mannschaft verleihen soll, gab Gülselam dem 96-Spiel nie. Was manche Zuschauer mit ihm veranstalteten, die ihn zum Sündenbock für Niederlagen machten, war dennoch komplett stillos. In der Phase hätte man sich gewünscht, Korkut hätte ihn – bei allem löblichen Vertrauen in seinen Spieler – eher aus dem Team genommen. Gülselam braucht noch Zeit, um sich an das Tempo in der Bundesliga zu gewöhnen.

Jan Schlaudraff: Der 31-Jährige, der so viel kann, stand am Sonntag in Freiburg bereits zum sechsten Mal in Folge nicht im Kader. Trainer Korkut sieht bei ihm anscheinend nicht mehr die körperlichen Voraussetzungen für den Bundesligafußball. Außerdem legt der Coach größten Wert auf das Defensivverhalten. Da liegen Schlaudraffs Stärken nicht unbedingt.

Die Unerwarteten

Maurice Hirsch: Maurice wer? Ach, der Mittelfeldspieler aus der Regionalligaelf. Für die Mannschaft hatte ihn 96 im Sommer aus Hoffenheim geholt, und da spielte er auch. Ordentlich, aber meistens unauffällig. Trainer Korkut hatte ihn immer im Blick, und dennoch war es eine Überraschung, als der 21-Jährige plötzlich zum Bundesligakicker wurde. Man kann sich auf ihn verlassen, kann ihn hineinwerfen, aber Stammspieler bei einer Mannschaft mit internationalen Zielen zu sein, dürfte (noch) eine Nummer zu groß für ihn sein.

Jimmy Briand: Nach den ersten Trainingseindrücken steckte der Franzose schnell in einer Schublade. „Was wollen die ,Roten‘ denn mit dem?“, fragten sich die regelmäßigen Besucher der Übungseinheiten auf der Mehrkampfanlage. Irgendwann aber verdrängte der frühere Lyoner Bittencourt und gibt seinen Platz seitdem nicht mehr her. Er spielt nicht spektakulär, hat Aussetzer in der Defensive, aber er hängt sich immer voll rein und ist für Gegenspieler äußerst unangenehm.

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