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Hannover 96 Wackelt der Stuhl von Daniel Stendel?
Sportbuzzer Hannover 96 Wackelt der Stuhl von Daniel Stendel?
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00:16 11.12.2016
Von Heiko Rehberg
Quelle: Petrow
Hannover

Ein bisschen gemein ist das schon von diesem 16. Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga. Er spannt die Fans in Hannover gehörig auf die Folter, weil er das Spiel, auf das alle mit einer Mischung aus viel Vorfreude und etwas Besorgnis schauen, ganz nach hinten geschoben hat. 96 spielt erst am Montag beim VfB Stuttgart, es ist das Duell des Dritten beim Ersten, beide in der vergangenen Saison noch Erstligisten und beide die großen Favoriten auf den Wiederaufstieg.

Montag also. Für den 96-Fan bedeutet das, am Freitagabend vielleicht mal bei Heidenheim gegen Union Berlin reinzuschauen und die Daumen für ein Unentschieden zwischen dem Tabellenfünften und dem -vierten zu drücken. Die zwei Spiele am Sonnabend kann man getrost auslassen, Sonntag lohnt sich dann ein kleiner Fernsehausflug nach Braunschweig, wo die schwächelnde Eintracht gegen Bielefeld versuchen wird, 96 und Stuttgart wieder ein bisschen unter Druck zu setzen.

Siege und Kritik

Dann ist endlich Montag. Und dann geht es in Stuttgart um ... ja, um was eigentlich? Sowohl der VfB als auch 96 haben am vergangenen Spieltag gewonnen. Zieht man das Fachmagazin „kicker“ als neutrale Fußballinstanz zu Hilfe, dann haben beide Vereine eine große Gemeinsamkeit: Sie stehen oben – und trotzdem in der Kritik.

„Spitze – nur in der Tabelle“, titelte der „kicker“ über den 4:0-Erfolg der Schwaben in Aue und attestierte eine „Leistung, die sehr viel Anlass zu Kritik bietet“. Über 96 hieß es nach dem 3:2 gegen Heidenheim: „Ohne Glanz, aber mit Gloria. Bei Hannover läuft immer noch nicht alles rund.“

Christian Gentner, der Kapitän der Stuttgarter, hat in dieser Woche einen Satz gesagt, den jeder 96-Profi ebenfalls unterschreiben würde. „Bis Mai ist es noch ein langes Stück Weg und viel Arbeit.“ Beide Mannschaft eint eine Anfälligkeit, die gegen die meisten Kontrahenten durch die individuelle Klasse in den Kadern kaschiert wird. Wer diese Anfälligkeit zuerst und dauerhaft abstellt, wird aufsteigen, daran bestehen kaum Zweifel. Gelingt es nicht, wird möglicherweise bis zum letzten Spieltag die Gefahr bestehen, auf den dritten Rang abzurutschen – und damit das Risiko Relegation eingehen zu müssen – oder von einem Verein wie Union Berlin noch auf den vierten Platz abgedrängt zu werden.

96-Notizen

Kurze Winterpause: Am Sonntag, 18. Dezember, bestreiten die „Roten“ ihr letztes Hinrundenspiel gegen den SV Sandhausen. Danach geht es in die Weihnachtspause. Schon am Mittwoch, 4. Januar, bittet Chefcoach Daniel Stendel zum ersten Training im neuen Jahr. Am Sonntag darauf reist die 96-Delegation ins Trainingslager nach Jerez de la Frontera. Erstmals um Punkte spielt 96 dann wieder am Montag, 30. Januar, in der HDI-Arena gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Brych an der Pfeife: Schiedsrichter Felix Brych wird am Montag das Spitzenspiel zwischen dem VfB Stuttgart und 96 (20.15 Uhr, live bei Sport1) leiten. Der 41-jährige Jurist aus München leitete schon 36 Spiele der „Roten“ (15 Siege, 13 Niederlagen, acht Remis).

Kommt Roberto Hilbert?: 96 sucht einen Rechtsverteidiger, Hilbert ist in Leverkusen unzufrieden und will weg. Nach HAZ-Informationen hat 96 Interesse.     

Aufstieg ist „alternativlos“

In Stuttgart hat die Unzufriedenheit bereits zu einem Trainerwechsel geführt (Hannes Wolf löste Jos Luhukay ab), in Hannover fragte die „Bild“-Zeitung diese Woche: „Wackelt Stendel?“
Mal angenommen, das ist so, dann wäre die Partie in Stuttgart auch für den Trainer enorm wichtig. Eine Niederlage würde Zweifel verstärken, ein Sieg viel Skepsis wegwischen. Stendel neigt – aus Fan- und Journalistensicht – zu eigenwilligen Personalentscheidungen, seiner Mannschaft fehlen mitunter die Balance zwischen Offensive und Defensive und auch die große Spielidee. Mehr Gewicht hat aber das Positive: Die Harmonie in der Mannschaft scheint zu stimmen, sie kann Rückschläge und Rückstände wegstecken, sie besitzt Willen und Moral.

Clubchef Martin Kind hat Stendel bisher den Rücken gestärkt. Für die Zeit nach dem letzten Spiel des Jahres gegen Sandhausen hat er Entscheidungen angekündigt und von „vielfältigen Fragen“ gesprochen. Von Stendel sprach er in dem Zusammenhang mit keinem Wort, es wird Kind deshalb nicht gerecht, zu viel in die Sätze hineinzuinterpretieren. Dass er den Aufstieg für „alternativlos“ hält, ist weder neu noch falsch. Stendel akzeptiert diesen Druck ohne Murren. Und er hat die Erwartungen für Montag bereits formuliert: Er will mit 96 in Stuttgart gewinnen.     

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