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Hannover 96 Was gut war bei 96 – und was besser sein könnte
Sportbuzzer Hannover 96 Was gut war bei 96 – und was besser sein könnte
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00:16 22.12.2016
Von Christian Purbs
Das war doch schon ganz ordentlich: Nach dem letzten Hinrundenspiel gegen Sandhausen bedankt sich die 96-Mannschaft bei den Fans. Quelle: Maike Lobback, dpa
Hannover

Der erste Sieg

Auf einen guten Start ins Abenteuer 2. Liga hatten die „Roten“ gehofft. Und 96 legte sogar noch einen drauf und erwischte beim Saisonauftakt vor 40 .000 Zuschauern auf dem Betzenberg beim 1. FC Kaiserslautern einen Traumstart. Beim 4:0-Sieg zeigte der Absteiger vieles von dem, was die Fans während der vergangenen Jahre in der Bundesliga oft schmerzlich vermisst hatten: beherzten Offensivfußball und viele Tore. Der Premierentreffer gelang Sebastian Maier, Waldemar Anton und ein Doppelpack von Artur Sobiech machten den Saisonstart perfekt. Die Mission Wiederaufstieg hatte eindrucksvoll begonnen.

Die erste Niederlage

Den ersten Dämpfer kassierten die „Roten“ schon am vierten Spieltag. Das 0:2 Mitte September im Heimspiel gegen Dynamo Dresden war die erste Niederlage der Saison, auf dieses Zweitligaerlebnis hätten sie bei Hannover 96 gern verzichtet. Oder es zumindest möglichst noch etwas hinausgezögert. „Jetzt sind wir wirklich in der Liga angekommen“, sagte Trainer Daniel Stendel damals. Einen Anteil an der Niederlage hatte auch Salif Sané. Der 96-Profi kassierte nach einer Auseinandersetzung mit dem Dresdner Stefan Kutschke die Rote Karte und wurde für die nächsten vier Spiele gesperrt. 

Der Trainer

„Wir haben einen absolut positiven Blick auf die Hinrunde“, lautete das Fazit von 96-Trainer Daniel Stendel nach dem Spiel gegen Sandhausen. Mit 32 Punkten auf Platz zwei gehen die „Roten“ mit keiner überragenden, aber einer guten Bilanz in die Winterpause. Das ist auch der Verdienst von Stendel, der in den vergangenen Monaten längst nicht alles, aber doch vieles richtig gemacht hat.

Auch für den 42-Jährigen, der die Profis im April übernommen hatte, waren die vergangenen Monate eine Herausforderung. Eine Zeit, in der er viele neue Erfahrungen gemacht und sicher auch einiges gelernt hat. Beeindruckend ist, wie Stendel unbeirrt seinen Weg geht und sich auch von Rückschlägen und großem Druck nicht aus der Ruhe bringen lässt. Er ist von diesem Weg überzeugt und vermittelt seine Vorstellungen an die Spieler. Und den Profis gelingt es immer besser, diese auch auf dem Platz umzusetzen.

Die Fans

Auch beim letzten Spiel in diesem Jahr konnten sich die „Roten“ auf ihre Fans verlassen. 30.296 Zuschauer kamen gegen den SV Sandhausen ins Stadion, im Schnitt verfolgten 34.925 Zuschauer die 96-Heimspiele. Damit liegt Hannover 96 auf Platz zwei, nur beim VfB Stuttgart ist das Interesse mit 48.324 Zuschauern pro Spiel größer. Ausverkauft war die HDI-Arena nur einmal, 49.000 Fans sahen am 8. Spieltag den 2:0-Sieg gegen St. Pauli.

Der gute Zuspruch auch gegen Mannschaften wie Sandhausen, Heidenheim und Aue ist etwas, auf das die Mannschaft von Trainer Daniel Stendel stolz sein kann. Er zeigt, dass das erklärte Ziel von Team und Trainer, mehr auf die Fans zuzugehen und Identifikation zu schaffen, in der Hinrunde erreicht wurde.

Der Gewinner

„Einen haben wir noch.“ Unmittelbar nach der Vorstellung von Neuzugang Niclas Füllkrug präsentierte Hannover 96 am 18. Juli mit diesen Worten noch einen neuen Spieler: Martin Harnik. Ein Transfer, der in den vergangenen Monaten zum Volltreffer wurde. Der 29-jährige Österreicher ist mit zehn Toren in 14 Spielen in Liga und Pokal bester Torschütze der „Roten“, einer, der Verantwortung übernimmt  – und deshalb auch unumstrittener Führungsspieler ist. 

Der Verlierer

Hannover 96 sollte die nächste Station auf der Karriereleiter von Sebastian Maier werden. Der Neue vom FC St. Pauli erwischte auch einen guten Start. Der offensive Mittelfeldspieler erzielte das erste Zweitligator für 96 in Kaiserslautern und traf auch im ersten Heimspiel gegen Fürth. Beim 3:1-Sieg gegen Würzburg am 11. Spieltag wurde der 23-Jährige bereits nach 38 Minuten ausgewechselt und kam seitdem nicht mehr zum Zug. Gegen Sandhausen schaffte Maier es noch nicht einmal in den Kader.

Das Derby

Das Derby bei Eintracht Braunschweig war für 96 das Schlüsselspiel der Hinrunde. Mit viel Moral und großem Willen machten die „Roten“ aus einem 0:2 noch ein 2:2 und brachten zusätzlich zum verdienten Punkt auch viel neues Selbstvertrauen mit nach Hause. Seit dem Duell mit dem alten Rivalen ist die Mannschaft noch enger zusammengerückt, ist die Sieger-Mentalität zur Tugend geworden, auf die sich das Team auch in kritischen Situationen verlassen kann.

Zahlen der Hinrunde

98 Torchancen haben die Statistiker in der Hinrunde für 96 gezählt. Das entspricht einer Chancenverwertung von 31,6 Prozent. Nur der VfB Stuttgart hat mit 33,7 Prozent einen besseren Wert.

68 Prozent seiner Zweikämpfe hat Salif Sané gewonnen. Der Innenverteidiger belegt damit in der internen 96-Rangliste Platz eins.

34 Gelbe Karten haben die 96-Spieler in der Hinrunde kassiert. Damit liegen sie knapp unter dem Ligadurchschnitt (37,7). 

Die Hinrunde ist beendet, da beginnen schon die Gerüchte über Vereinswechsel in der Winterpause. Ein Kandidat: André Hoffmann. Der Defensivspieler spielt keine Rolle mehr bei Daniel Stendel und steht laut Medienberichten vor einem Wechsel zu Fortuna Düsseldorf.

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