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GWD Minden macht Werbung in eigener Sache

Handball/Testspiel GWD Minden macht Werbung in eigener Sache

 Etwa 400 Zuschauer haben sich in der Stadthäger Kreissporthalle das Handball-Testspiel zwischen dem Erstligisten TSV GWD Minden und dem Bergischen HC angesehen. Das Ergebnis, die Ostwestfalen besiegten den Tabellenführer der zweiten Liga mit 32:27 (20:18), rückte ein Stück in den Hintergrund, weil 2500 Euro für den guten Zweck gesammelt wurden.

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Der Norweger Christoffer Rambo (vorne) erzielt sechs Tore für GWD Minden. Die Organisatoren Reinhard Stemme (links) und Uwe Bredemeier über geben einen symbolischen Scheck an GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche (kleines Foto, Mitte). Fotos: uk

Stadthagen.  „Ich freue mich, dass ich diese großartige Summe mitnehmen kann“, sagte GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche, der sich bei den Organisatoren Reinhard Stemme und Uwe Bredemeier (VfL Stadthagen) bedankte und das Geld an drei Waisenkinder übergeben wird, deren Mutter im vergangenen Jahr in Bad Oeynhausen ermordet wurde.

 Aber auch sportlich hatte die Veranstaltung einiges zu bieten, denn für beide Teams war es der letzte Test vor Beendigung der EM-Pause. GWD muss am Donnerstag bei der TSV Hannover Burgdorf antreten, der BHC erwartet zwei Tage später Eintracht Hildesheim.

 Der starke rechte Rückraum der Mindener um den schwedischen Vize-Europameister Andreas Cederholm sowie Christoffer Rambo (je sechs Tore) sorgte durch Letzteren beim 9:8 für die erste Führung der Grün-Weißen (15.). Bis zur Pause setzte sich der Favorit auf 17:14 ab. Vor allem im Tempospiel wussten die Mindener zu überzeugen, machten vieles besser als noch bei der Testspiel-Niederlage gegen den VfL Gummersbach. „Da haben wir uns mächtig blamiert. Das war heute in einem ernsthaften Test ein ganz vernünftiger Auftritt“, sagte GWD-Trainer Frank Carstens, „aber ich hatte mir vom BHC mehr Aggressivität in der Deckung erwartet.“

 Die zeigten die „Löwen“ anfangs der zweiten Halbzeit und glichen beim 22:22 erstmals wieder aus (45.). „Unser Rückzug war da nicht gut“, monierte Carstens, der auch einige Löcher in seiner Abwehr entdeckte: „Im Zentrum war ich nicht zufrieden.“

 Das letzte Viertel des Spiels gehörte wieder den Mindenern, die mit einem starken Torhüter Espen Christensen im Rücken aus 29:24 enteilten. Vor allem der blitzsaubere Konter über einen Abwurf des Keepers auf Max Staar, der zum 27:24 verwandelte, löste Beifall aus. „Das ist Bundesliga“ kommentierte das Hallensprecherteam um Klaus Smolarek.

 Überhaupt herrschte in der Kreissporthalle eine gute Atmosphäre. „GWD ist in Ballbesitz, würde bedeuteten, dass ihr anfeuern dürft“, versuchte Smolarek, das Publikum zu animieren. „Eine tolle Veranstaltung, durch den volksnahen Auftritt hat GWD Werbung in eigener Sache gemacht“, meinte Stemme. Bredemeier stimmte ein, monierte aber: „Es hätten noch ein paar Zuschauer mehr sein können.“

 Das Spiel war noch unter einem anderen Aspekt interessant: Rund um das Spielfeld in der Kreissporthalle waren Sensoren aufgestellt, die die Leistungsdaten der Spieler beider Teams aufzeichneten. „Die Daten werden ähnlich wie im Fußball ausgewertet. Das war bislang zu teuer“, sagte Carstens. Die Spieler hätten einen Chip im Trikot und auch im Ball befände sich Technik, so der Coach. Ein GWD-Spieler spulte in der ersten Halbzeit 1,96 Kilometer ab, der beste BHC-Akteur lief sogar 2,08. Nenad Bilbijas Ball rauschte mit 95 Stundenkilometern zum 15:12 ins BHC-Tor. „Das ist super interessant, ich bin begeistert“, meinte GWD-Linksaußen Mats Korte anhand der neuen Möglichkeiten. „Ich würde mir wünschen, das gäbe es bei jedem Bundesliga-Spiel“, erklärte der Youngster, man könne sich als Spieler besser überprüfen. Die totale Überwachung befürchtet er aber nicht: „Die Trainer wissen eh, wer was am besten kann.“

GWD Minden: Mansson 2, Rambo 6, Korte 2, Südmeier 1, Pusica 1, Gullerud 1, Michalczik 2, Svitlica 4, Staar 1, Doder 3, Cederholm 6, Bilbija 2, Zvizej 1. uk

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