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21:42 13.04.2018
Beim TC Meerbeck trainiert Christoph Wilke mit Trainer Noah Müller für das große Ziel. Quelle: pr.
Stadthagen

„Außerdem möchte ich 2024 in Frankreich an den Paralympics teilnehmen“, sagt der 15-Jährige, der im Gespräch einen entschlossenen Eindruck macht. „Ich sitze quasi seit meiner Geburt im Rollstuhl, kenne das gar nicht anders.“

 Seit fünf Jahren spielt er Tennis, die ersten drei davon nur als Spaßturniere. 2016 kam dann bei einem internationalen Turnier in Berlin die Wende, alles wurde professioneller. Der Schüler ist durchtrainiert, spielt zweimal in der Woche auf der Anlage seines Vereins TC Meerbeck mit Trainer Noah Müller und seit dem vergangenen Jahr noch einmal in der Woche in der Olympia-Base in Hannover. Dort trainiert er auch mit seinem Doppel-Partner unter Coach Ingo Herzgodt. „Das Spielfeld ist dem der Fußgänger gleich“, erklärt Wilke, „nur der Ball darf zweimal im Feld aufkommen.“ Ein Spiel dauere bis zu vier Stunden, sei reiner Kopfsport. „Man muss sich sehr konzentrieren.“

 Um die Qualifikation für die Paralympics, die Olympischen Spiele für Menschen mit Behinderung, zu schaffen, muss Wilke nach eigener Einschätzung in der Weltrangliste unter die besten 20 Spieler kommen. Nach dem Abitur an der IGS Schaumburg will er für dieses Ziel 20 bis 25 Turniere – auch im Ausland – pro Jahr spielen, „um Weltranglistenpunkte zu sammeln.“

Der beste Nachwuchsspieler

Er sei der beste Nachwuchsspieler in Deutschland, habe bereits Erfahrungen in der Jugend-Nationalmannschaft. „Bei einem Turnier in Schweden habe ich gegen den 30. der Herren-Weltrangliste gewonnen“, sagt der junge Mann. Bis Ende 2019 wolle er unter den fünf besten Nachwuchsspielern der Welt sein.

 Die Reisen sind, genauso wie der spezielle Rollstuhl, teuer. Wilke ist deshalb auf der Suche nach Sponsoren, die ihn bei seinen großen Zielen unterstützen. „Der kleine Verein TC Meerbeck stößt da verständlicherweise an Grenzen“, weiß Wilke, der klare Vorstellungen hat. „Es geht mir nicht nur darum, Profi zu werden. Ich möchte mit Erfolgen im Tennis Vorurteile abbauen, denn unsere Gesellschaft hat ein Problem mit Rollstuhlfahrern. Wir werden nicht für voll genommen.“

 Die Unterstützung seiner Eltern sei ihm sicher, so der Schaumburger. „Ich bin auch froh, dass mich meine Freunde so toll unterstützen. Ich bin bei ihnen ein vollwertiges Mitglied“, der Rollstuhl sei quasi unsichtbar. Und sollte es aus dem großen Traum nichts werden, hat Wilke andere starke Ziele: „Vielleicht studiere ich Jura oder Psychologie.“ uk

 

 Interessierte Unterstützer können Christoph Wilke unter der E-Mail chriswilke.sponsoring@web.de kontaktieren.