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Sport lokal Hupe erzeugt Gänsehaut
Sportbuzzer Sport lokal Hupe erzeugt Gänsehaut
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19:20 23.03.2018
Hörfunkreporter Burkhard Hupe berichtet für die Bundesliga-Konferenz aus einem Bundesliga-Stadion.  Quelle: pr.
AUGSBURG.

Der 51-jährige setzte sich dabei gegen seine Kollegen der legendären Sonnabend-Bundesliga-Schlusskonferenz durch, die vom letzten Spieltag vor der Winterpause berichtet hatten. Den Ausschlag gab dabei das Votum eines blinden Jury-Mitglieds. „Der hatte keine Ahnung von Eishockey, aber seine Gänsehaut beim Zuhören hat die anderen überzeugt“, erzählt Hupe. „Eben war ich noch in Pyeongchang beim Olympia-Finale im Eishockey – und jetzt das“, sagt der Sportreporter, der an der Bergkette in Hörkamp-Langenbruch aufwuchs, sein Abitur am Ratsgymnasium baute. Seine sportlichen Wurzeln habe er in Schaumburg, berichte der dreifache Familienvater, der, „sooft es geht“, seine Mutter auf dem Gehöft in Hörkamp-Langenbruch besucht. „Ich war völlig talentfreier Abwehrspieler beim TSV Eintracht Bergkette. Den Verein gibt es ja so nicht mehr – was aber nicht an mir lag“, spaßt Hupe.

In den achtziger Jahren absolvierte Hupe einen Schiedsrichter-Lehrgang bei Wilhelm Kläfker. Die Zeit als Unparteiischer sei prägend für seine Persönlichkeit gewesen. Er wurde Rettungssanitäter, leistete Zivildienst, studierte in Göttingen und „brach erfolgreich ab.“ Es folgte ein klassisches Zeitungsvolontariat in Siegen. Dort wurden dann die Weichen für den ganz großen Sport gestellt. „Damals wurden in Nordrhein-Westfalen Lokalradios aufgebaut“, erinnert sich Hupe. Er habe mitgemacht, unter anderem über Eishockey berichtet, und wurde dann Ende der neunziger Jahre vom WDR abgeworben. Dort lernte der Schaumburger Eddie Körper kennen, eine Ikone unter den Radioreportern. „Es war eine große Ehre für mich, Eddie ist einer der Größten aller Zeiten“, lobt Hupe den Kollegen. Es entwickelte sich eine Freundschaft, Hupe wurde zum Nachfolger der Legende aufgebaut. „Er ist auch der Patenonkel meiner Zwillinge“, sagt der Reporter, der mit seiner Familie im Rheinland heimisch geworden ist.

Mit dem Herzen beim Eishockey

Seit mehr als 20 Jahren berichtet er von allen großen Sportereignissen, besonders gerne vom Eishockey, für das der WDR innerhalb der ARD federführend ist. „Das ist mein Herzenssport. Und auf einmal kann man in Deutschland mit Eishockey etwas gewinnen“, freut sich Hupe und meint nicht die überraschende Silbermedaille des deutschen Teams in Südkorea.

Aber was ist an diesem Sport, bei dem der Puck für die Zuschauer kaum zu erkennen ist, so spannend? „Das hat viel mit Sehgewohnheiten zu tun. Die Abläufe auf dem Eis wirken zufällig. Aber das ist ein sehr komplexer Sport mit großem Anspruch. Das Timing muss stimmen, da ist in Wirklichkeit nichts dem Zufall überlassen“, erklärt Fachmann Hupe. Eishockey sei kein Fernsehsport, „man weiß oft nicht, wie die Scheibe ins Tor gekommen ist“. Als Reporter müsse man sich von der Kulisse tragen lassen.

Aber den Fußball hat Hupe natürlich nicht aus den Augen verloren. Er zählt auch zu den Reportern der legendären Radio-Bundesligakonferenz, die Sonnabend für Sonnabend bis zu zehn Millionen Hörer am Radio fesselt. „Fußball ist aber an einem kniffligen Punkt angelangt. Die Anstoßzeit um 15.30 Uhr war ein Kulturgut“, erklärt Hupe. Die Aufsplitterung der Spieltage sei nicht gut, auch die Wertigkeit der Konferenz lasse nach, weil die Spitzenspiele für die bessere Einzelvermarktung verlegt werden. „Für Mainz gegen Wolfsburg interessieren sich nicht so viele Fans.“

Ein Trost bleibt: Preise sind in Deutschland auch wieder mit Eishockey-Reportagen zu gewinnen. Hupe ist das nach mehr als 25 Jahren gelungen. uk