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Sport lokal Mit einer Platzwunde geht keiner Heim
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21:56 04.11.2018
Die SG (rote Trikots) verliert die Heimpremiere mit 12:43 gegen die SG Bremen/Bethen. Quelle: dak
Nordsehl

In den ersten zehn Minuten des Spiels deutete wenig darauf hin, dass das Rugby-Team aus Schaumburg/Groß Ilsede verlieren würde. Ständig drängte das Team den Gegner in die Defensive. Ein wilder Befreiungs-Kick brachte die Wende. Nahe der Mittellinie tippte der ovale Ball so unglücklich auf, dass ein Bremer Stürmer ihn aufnehmen und nach einem rasanten Lauf hinter der gegnerischen Grundlinie ablegen konnte.

Von Spiel zu Spiel besser

„Wir wollen hier in Schaumburg was aufbauen“, sagt Sven Maibaum, der Mann hinter dem Schaumburger Teil des Projekts. Der gebürtige Lauenhäger hat lange für den Traditionsverein Hannover 78 in der Rugby-Bundesliga gespielt. Fünf Spiele haben die Schaumburg Royals/Union Groß Ilsede in der Verbandsliga absolviert, alle verloren. Das knappste Resultat war das aus dem Spiel in Nordsehl gegen Bremen/Bethen. „Wir werden von Spiel zu Spiel besser“, sagt Maibaum. „Das Problem ist im Moment noch, dass wir unser Spielkonzept höchstens 15 bis 20 Minuten durchhalten.“

Rugby, eine der schnellsten Mannschaftssportarten der Welt, ist ein Mix aus Fußball, Football und Handball. Der Sinn des Spiels besteht darin, den Ball hinter die gegnerische Grundlinie zu bringen. Zwei Regeln erschweren das: Zum einen dürfen Spieler in vollem Lauf zu Boden gebracht werden (dieses „Tackling“ gehorcht allerdings strengen Regeln), zum anderen dürfen Pässe nur nach hinten geworfen werden. Spielpositionen heißen Hakler und Verbinder, Gedrängehalb und Innendreiviertel. Das wirkt auf klassische Fußballzuschauer, wie sie bei herrlichem Herbstwetter zahlreich nach Nordsehl gekommen waren, zunächst befremdlich, ist aber doch schnell zu verstehen. An einem Stand werden Broschüren mit dem Titel „Rugby für Dummies“ verteilt, die sehr professionell gemacht sind.

Bereitschaft zur Teamarbeit

Rugby ist ein Sport, der den Spielern einen starken Willen und die Bereitschaft zur Teamarbeit abverlangt. All das war auch bei dem Spiel in Nordsehl zu sehen, genau wie die Härte, die zum Rugby gehört. Als einer der Spieler sich eine Platzwunde am Kopf zuzog, sodass der Rettungswagen kommen musste, hieß es in der Mannschaft: „Hoffentlich nähen die den Simon gleich hier, damit er weiterspielen kann.“ Als Witz war das nicht gemeint. Während des Spiels wurde weder herumkrakeelt noch bei jeder Gelegenheit der Schiedsrichter angepöbelt, wie beim Fußball inzwischen üblich. Jegliches Gejammer ist unter Rugbyspielern verpönt.

Ankick am 25. November

Der stellvertretende Bürgermeister Dietmar Böse erinnerte während eines kurzes Festakts zur Eröffnung der neuen Spielstätte daran, dass auf dem heutigen Holperacker „im vergangenen Jahrtausend erfolgreich Fußball gespielt“ wurde. „Wir werden das Projekt unterstützen, wo wir können“, sagte Thorsten Nentwig, Präsident des Niedersächsischen Rugby-Verbandes, der aus Hannover angereist war. „Vielleicht schicken wir mal einen Nationalspieler zur Autogrammstunde vorbei.“ Das nächste Heimspiel des Rugby-Teams Royals Schaumburg/Union Groß Ilsede wird am 25. November um 14 Uhr auf dem Sportplatz in Nordsehl ausgetragen, Ankick: 14 Uhr.

Wer sich für das Team und die Sportart interessiert, findet erste Informationen im Internet unter www.rugby-schaumburg.de. Von Arne Boecker