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Sport lokal „Walde“ das Kampfschwein
Sportbuzzer Sport lokal „Walde“ das Kampfschwein
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00:16 07.05.2017
Waldemar Dirks spielt seine letzte Saison beim SC Rinteln und will den Abstieg verhindern. Quelle: jö
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Dadurch hat der Verein jetzt wieder realistische Hoffnungen auf den Klassenerhalt.

Allzweckwaffe "Walde"

 Wie so oft war die Allzweckwaffe „Walde“ der Mann für die besondere Aufgabe. Trainer Uwe Oberländer hatte ihn als Beschäftigungstherapeuten für die gegnerische Abwehr nach ganz vorne in die Spitze beordert, obwohl Dirks doch eigentlich gar kein gelernter Stürmer ist. Doch was ist er eigentlich? „Ich kann alles“, sagt Dirks. „Abwehr, Mittelfeld, Angriff, und ich habe sogar schon als Torwart gespielt.“ In der vergangenen Saison stand er tatsächlich beim 2:2 gegen den FC Stadthagen im Rintelner Tor.

Kampfschwein

 Für die filigranen Aufgaben ist er aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten nicht prädestiniert. Dem widerspricht er auch nicht. „Ich lebe nicht von der Begabung“, sagt er. Es ist die Einstellung, die sein Spiel so einzigartig, so unverwechselbar macht. Waldemar Dirks ist das, was man im Fußball anerkennend ein Kampfschwein nennt. Er nimmt jede Aufgabe an, er will sie erfüllen, er denkt nicht viel über Schwierigkeiten und Risiken nach. So wie beim spielentscheidenden Elfmeter in Obernkirchen. „Walde“ hämmerte den Ball mit Vollspann in den Winkel. Dass die Kugel nach dieser Methode auch im Fangzaun landen kann, ist ihm noch nicht bewusst geworden. „Ich habe noch nie einen Elfmeter verschossen“, sagt er voller Selbstbewusstsein. „Es ist mir einerlei, was der Torwart macht.“

Verlust für den SC Rinteln

 Überzeugung und Fleiß – das ist sein Charakter. Er hilft über viele Widrigkeiten hinweg, sogar darüber, dass Waldemar Dirks wegen seines Berufes, wegen seiner zwei Kinder und seiner Partnerin gar nicht im Training ist und er zudem Gewichtsprobleme hat. Seit er vor einem halben Jahr mit dem Rauchen aufhörte, spannt das Trikot. Acht Kilogramm hat er zugenommen. Doch selbst die Fitnessprobleme kompensiert er mit seiner unglaublichen Einsatzbereitschaft. „Er macht das vorne ganz hervorragend“, freut sich Trainer Uwe Oberländer, der mit Dirks eine gemeinsame Vergangenheit bei Union Minden hat, der sich in der kommenden Saison allerdings einen neuen Mann für alle Fälle suchen muss. Denn Waldemar Dirks hört beim SC Rinteln auf, weil er in Langenhagen seinen neuen Lebensmittelpunkt gefunden hat.

Chancen auf Klassenerhalt bei 50 Prozent

 Bis es so weit ist, wird er natürlich nach Kräften mithelfen, dass sich der SC Rinteln seinen historisch angestammten Platz im Bezirksfußball erhält. „Unsere Chancen liegen wieder bei 50 Prozent“, glaubt er und gibt der sportlichen Führung noch einen Rat für die Zukunftsplanung mit auf den Weg: „Es ist natürlich richtig, auf den Nachwuchs zu setzen, aber es ist genauso wichtig, sich in jeder Saison nach neuen Spielern umzuschauen.“ Das sei kein konzeptioneller Widerspruch. „Jede Mannschaft im Bezirk braucht einen Stamm, braucht Nachwuchs und braucht ständig neue Spieler, um in der Balance zu bleiben“, ist der erfahrene Dirks überzeugt.

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