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Sportbuzzer-Zulieferung Alle wollen zum VfR Evesen
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Alle wollen zum VfR Evesen
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16:45 08.08.2016
Vito Caliandro (von links), Yusuf Bicakci, Paskal Fichtner, Ibrahim Khodr, Fatih Akkus sowie die Torhüter Artur Schneider und Jannik Willers gegen VfR-Trainer Duran Gök (rechts) mehr Möglichkeiten.

Eintönigkeit kommt mit diesem Verein nicht auf, dafür ist die Personalpolitik zu aggressiv und dafür sind die ehrgeizigen Ziele zu offenkundig. Mit seinem frisch aufgerüsteten, leistungsstarken 24-Mann-Kader ist der VfR in der Bezirksliga der große Favorit.

„Ja, wir haben Qualität geholt“, bestätigt Trainer Duran Gök. „Aber Erfolg kann man nicht kaufen. Dazu braucht es jetzt Leidenschaft, Engagement und Fleiß.“ Man holte dem FC Stadthagen vier Spieler weg, übernahm drei vom SC Rinteln und hat jetzt fast eine Schaumburger Auswahlmannschaft auf dem Platz. Der VfR soll in die Landesliga aufsteigen, weil es Männer wie Geldgeber Wilfried Krömker, Manager Peter Möse und Fußballchef Jürgen Bolte gibt. Das Trio hat mit dem strebsamen Gök einen kongenialen Kollaborateur gefunden.

Eines muss man dem VfR Evesen lassen: Er zog aus dem Saisonverlauf des Vorjahres konsequent seine Lehren. Der dritte Tabellenplatz war eine Enttäuschung, weil man im Winter noch Spitzenreiter war und der VfR damals wie der sichere Meister aussah. Duran Gök kann sich gut erinnern: „Der Erfolg kam vielleicht zu schnell. Viele Spieler haben gedacht, dass es im Frühjahr immer so weiter geht. Die Rückserie war auch eine Frage der Einstellung.“

Es war allerdings auch eine Frage der Qualität, insbesondere von der auf der Bank. Das wurde besonders bei der Heimniederlage gegen den FC Stadthagen deutlich, als die Gäste Qualität einwechselten und sich Gök dagegen ziemlich allein an der Außenlinie fühlen musste. So ist zu erklären, dass der VfR den Kader auch in der Breite massiv verstärkte, und zwar nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Der Verein spürt enormen Zulauf, was vielleicht am Trainer, vielleicht an den zukunftsträchtigen sportlichen Perspektiven, ganz sicher aber auch an den finanziellen Möglichkeiten liegt.

Die Antwort, ob eine Mannschaft im Sommer stärker geworden ist, fiel selten eindeutiger aus als beim VfR Evesen. Mit Tanis Niemeier und Vito Caliandro für den Angriff, mit Paskal Fichtner, Fatih Akkus und Ibrahim Khodr für das Mittelfeld und Selim Kilinc für die Abwehr stießen gestandene, überdurchschnittliche Spieler zum VfR. Das mag der Grund gewesen sein, dass bisherige Kräfte wie Muhammet Sen, Ercan Kaynar und Toni Bannert den Verein verließen, weil sie keine Möglichkeit mehr sahen, am Wochenende regelmäßig ihren Sport auszuüben. „Die Neuen passen zu uns“, glaubt Gök. Alle Neuverpflichtungen seien nicht zufällig entstanden. Man habe sich die Kandidaten bewusst angeschaut. „Sie fügen sich mit ihrer unterschiedlichen Spielweise in meine Vorstellungen“, erklärt Gök. Dass mit Torwart Christoph Stork aber erneut ein vereinsverbundenes Eigengewächs den Verein verlassen habe, sei natürlich weniger erfreulich. „Er hat den Konkurrenzkampf nicht angenommen“, so empfindet es Gök.

Bei der Huldigung der Neuzugänge gerät fast in Vergessenheit, dass der VfR bereits in der letzten Saison eine starke Mannschaft beisammen hatte, für die der Titel durchaus in Reichweite lag. Mit der jetzigen Verstärkung ist Evesen zwangsläufig der herausragende Titelfavorit. „Die Qualität ist da“, bestätigt Gök, dem aus dem Riesenkader allerdings auch Probleme entstehen könnten. Der VfR kann einerseits fast jede Position gleichwertig ersetzen, wird andererseits aber auch enttäuschte Spieler zurücklassen, die ein Dasein auf der Ersatzbank fristen. Aus Hoffnungsträgern können da schnell Problemfälle werden, aus Euphorie schnell Destruktivität.

Viele Bezirksligakonkurrenten werden die Einzelschicksale beim VfR aufmerksam verfolgen und versuchen, im Winter die frustrierten Reste zu verwerten. Gök ist sich dieser Problematik allerdings bewusst. „Urlaub, Beruf, Verletzungen – es fehlen immer mal Spieler. Irgendwie werde ich versuchen, dass alle zu ihrem Recht kommen“, sagt er. Einer ist bereits verletzt: Neuzugang Khodr soll sich in einem Testspiel einen Kreuzbandriss zugezogen haben.

Dass die neuen Spieler eine Führungsrolle übernehmen, ist aufgrund der Persönlichkeiten kaum zu erwarten. Unverzichtbar sind vielmehr bisherige Kräfte wie „Charly“ Tunc und Kapitän Burak Buruk, der kein Training verpasst und ein „echter Leadertyp“ ist, wie Gök meint. Er kümmere sich auch außerhalb des Spiels um viele Angelegenheiten. Auch Caglayan Tunc ist aus der Eveser Mannschaft kaum wegzudenken, wenngleich es auch bei ihm in der Rückrunde schlecht lief und er Rollenprobleme hatte. Ganz nach vorne gehört er wohl nicht hin, dahinter wurde es oft zu eng, damit er Wirkung erzielen konnte. „Wir können nicht die ganze Last auf seinen Schultern abladen“, meint Gök. Tunc bekomme vorne jetzt mehr Unterstützung. Der VfR werde weiterhin konsequent offensiv ausgerichtet spielen.

Auf Trainer Duran Gök kommt ein großer Berg Arbeit zu, das spürt er bereits. Aus den vielen guten Spielern eine Mannschaft zu formen, sei durchaus anspruchsvoll. Gleichwohl sehe er nicht ein, sich unter Druck setzen zu lassen. „Wir haben die hohen Ziele aus freier Entscheidung heraus formuliert und ich empfinde die Aufgabe in Evesen weiterhin als Herausforderung“, sagt er. Fachkenntnis wurde ihm auf allen seinen bisherigen Stationen bescheinigt. Wahrscheinlich wird in den nächsten Wochen aber eher Feingefühl, Seelenkunde und Teambildungsfähigkeit von ihm verlangt. Dass der VfR Evesen der alleinige Titelfavorit ist, sieht Gök nicht so. Er hat zum Beispiel auch den SV Gehrden auf dem Plan, der sich mit acht Spielern ähnlich verstärkte wie Evesen und von der guten Jugendarbeit des JFV Calenberger Land profitiert. Auch Landesligaabsteiger TSV Barsinghausen sei zu beachten. Gök will aber nicht tiefstapeln und die ihm zuordnete Rolle annehmen: „Wenn die Jungs ihren Weg gehen, dann können wir den Aufstieg des VfR in die Landesliga tatsächlich erleben.“

Duran Gök.

Torhüter:

Jannik Willers, Artur Schneider.

Abwehr:

Yusuf Bicakci, Selim Kilinc, Timon Paasch, Bojan Zecevic, Marco Menze, Ferit Tarak, Ugur Cakir.

08.08.2016

Steffen Mitschker

Ko-Trainer:

Dirk Strauchmann, Christos Christou

Torhüter:

Ciro Miotti, Jonathan Reuther, Niclas Herbold

Abwehr:

Timo Kuhnert, Simon Ulbrich, Jan-Luca Bövers, Joscha Obst, Sebastian Grohs, Pascal Holz, Mario Graetz

Mittelfeld:

Louis Tegtmeier, Renke Mücke, Carl Hesse, Christos Christou, Jan Carganico, Fabian Golombek

Angriff:

Eric Naroska, Ylli Syla

Zugänge:

Niclas Herbold, Fabian Golombek (beide SG Rodenberg), Jonathan Reuther, Louis Tegtmeier, Christos Christou, Jan Carganico, Mario Graetz (alle SV Nienstädt 09), Ylli Syla (2.

08.08.2016

Heiko Thürnau.

Ko-Trainer:

Nico Felix.

Torhüter:

Patrick Spilker, Marc Holtkamp, Hüseyin Özel.

08.08.2016