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Sportbuzzer-Zulieferung Auf nach Taiwan
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Auf nach Taiwan
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21:20 28.09.2018

Diese finden nicht um die Ecke statt, sondern am anderen Ende der Welt – in Taiwan. „Das ist eine megagroße Ehre“, sagt die 16-Jährige. Sie sei nominiert, um die deutsche Nationalmannschaft in ihrer Altersklasse 15 bis 17 Jahre in der Disziplin Einzel zu vertreten, berichtet sie stolz.

Der Erfolg im Poomsae, dem Schattenkampf oder Formenlauf, kommt natürlich nicht aus heiterem Himmel, Schendler hat schon zahlreiche Titel gesammelt. Sie wurde in Bordesholm mehrfache Deutsche Meisterin im Einzel, Paarlauf und auch im Team. Die Laufbahn begann für die Schülerin des Ratsgymnasiums 2008, als der Papa sie mit zum Training beim BSV Jitae Stadthagen nahm. „Das hat mir großen Spaß gemacht, ich bin dabei geblieben“, sagt die Abiturientin. Die Erfolge stellten sich schnell ein, 2013 wurde sie nach einer Sichtung in den niedersächsischen Nachwuchskader aufgenommen. 2014 folgte dann die Spezialisierung auf Poomsae. „Mich reizt die Battle gegen andere Sportler – und auch, mich auf Turnieren präsentieren zu können. Ich bin halt sehr ehrgeizig“, sagt Schendler und legt nach: „Die präzisen Techniken machen den Sport aus.“ Sie kämpfe bei Turnieren gegen 60 andere Mädchen, aber eben nicht im direkten Kampf wie im Taekwondo-Vollkontakt. „Wir sind auf die Entscheidungen der Punktrichter angewiesen“, erklärt Schendler. „Das ist nicht immer nachvollziehbar. Aber man bekommt eine WM-Teilnahme nicht geschenkt.“

Um so erfolgreich zu sein, wird viel trainiert – seit 2015 bei „Redfire“ in Bad Münder, einem der führenden Vereine in Deutschland. Der umtriebige Trainer Christian Senft pusht seine Athleten im Leistungssport.

Die Schaumburgerin weiß, dass sie mit ihrem Sport kein Geld verdienen kann, fährt deshalb zweigleisig. „Aber in der Schule läuft es gut bei mir, ich werde für die großen Turniere freigestellt.“

Im Freundeskreis herrscht nicht immer Begeisterung darüber, dass Annika nicht zu Feten kommen kann, sondern eher beim Training zu finden ist. „Anders geht es nicht.“

In der Familie Schendler ist Annika nicht das einzige Talent. Ihr 13-jähriger Bruder Tim ist ebenfalls Deutscher Meister, wurde aber nicht für die WM nominiert. „Die standen vorher schon fest.“ Es wäre toll gewesen, mit dem Bruder an so einem großen Ereignis teilzunehmen, „denn wir verstehen uns super“. So reist die Liekwegerin mit dem deutschen Tross, aber ohne familiäre Begleitung nach Taipeh, wo sich weit über 750 Sportler einfinden werden, um um die Medaillen zu kämpfen. Einige internationale Gegner kennt sie bereits von europäischen Turnieren. „Die Konkurrenz ist riesig, ich will Erfahrungen sammeln. Ich wäre zufrieden, wenn ich ins Halbfinale einziehen könnte.“

Am 11. November geht die große Reise los, das Turnier beginnt am 15. November. „Die Aufregung steigt“, sagt Schendler. Die Familie hofft, im Internet einen Live-Stream zu finden.

VON UWE KLÄFKER MINDEN.

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