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Sportbuzzer-Zulieferung Das Kartell der Beschwichtiger
Sportbuzzer Sportbuzzer-Zulieferung Das Kartell der Beschwichtiger
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18:10 08.03.2018
FC-Vorsitzender Dietmar Meier-Brahm sieht bei der Spielplangestaltung Handlungsbedarf. Quelle: jö
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Beides ist von Menschen gemacht, scheint aber doch unabänderlich zu sein.

Beim Diesel ist ein Software-Update wirkungslos und eine Hardware-Umstellung für die Autokonzerne unzumutbar. Ein Fahrverbot will sowieso keiner. Deshalb ist die Mehrheit dafür, dass sich für die hustende Minderheit in den Städten und Ballungsräumen erst einmal nichts ändert. Dass der Amateurfußball in einem ähnlichen „Geht-gar-nicht-Kreislauf“ steckt, dass auch hier die ewigen Beschwichtiger sämtliche Lösungsansätze verhindern, muss eigentlich verwundern. Denn vom alljährlichen Terminchaos sind alle betroffen – Spieler, Trainer, Zuschauer und auch die Organisatoren selbst. Die Witterung im Herbst sei halt einmalig schlecht gewesen, ist jetzt schon wieder von den Änderungsblockierern zu hören.

Doch auch das ist falsch: Die Spielpläne laufen im Fußball auf Bezirksebene schon seit mindestens 20 Jahren aus dem Ruder – Tendenz zunehmend. Seit nämlich bucklige Fußballwiesen in schicke Rasenplätze umgewandelt wurden, die es nun zu schonen gilt. Die Randbedingungen haben sich geändert, nur die „Spielpläne“, die ihren Namen schon längst nicht mehr verdienen, scheinen in Stein gemeißelt zu sein. Es fehlt an lösungsorientiertem Denken, es fehlt an Handlungsbereitschaft und es fehlt ein Aufstand der Vereine.

Diese Zeitung ist denkbare Lösungen mit Dietmar Meier-Brahm durchgegangen, der seit Jahrzehnten im Fußballgeschäft zu Hause ist, der die Fehlentwicklung über diese lange Zeit verfolgte und der als Vorsitzender des Bezirksligisten FC Stadthagen ein ureigenstes Interessen hat, dass endlich gehandelt wird. Englische Wochen zu

Beginn der Saison

„Es spricht alles dafür, die Maßnahme sofort umzusetzen“, sagt Meier-Brahm. Die Plätze seien im August und September noch in einem perfekten Zustand, die Spieler hätten nach langen Vorbereitungswochen riesige Lust auf Fußball und auch für die Zuschauer in ein schöner Sommerabend angenehmer als kalte Füße im März. Vor allem aber: Die englischen Wochen entstehen ohnehin, nämlich im Frühjahr, dann allerdings in geballter, unfreiwilliger Form. Da sei es logischer, sie in einer Jahreszeit zu terminieren, in der es noch keinen Terminstress gibt. Saisonverlängerung

in den Juni

„Auch das muss sofort gemacht werden“, fordert der FC-Präsident. Es sei niemandem zu erklären, dass Anfang März unter widrigen Bedingungen gespielt werden, wie am letzten Dienstag im Derby gegen den SV Obernkirchen, und schon Anfang Juni, wenn die Sonne hoch steht und der Rasen grün ist, die Saison beendet werde. Das Argument, im Juni käme man Großereignissen wie der WM in die Quere, ist für Meier-Brahm Unfug. „Wenn Senegal gegen Peru spielt, gelingt das auch ohne die TV-Anteilnahme deutscher Amateurfußballer“, sagt er. Reduzierung der Teams

in den Staffeln

Mit einer Verringerung von 16 auf 14 Mannschaften könnten vier Spieltage eingespart werden. Meier-Brahm weiß, dass das bei den Vereinen der umstrittenste Vorschlag ist, weil kurzfristig gedacht werde: „Man fürchtet mehr Absteiger, man will weiterhin im Bezirk dabei sein.“ Auch er sieht den Vorschlag kritisch, weil es bei Ausschöpfung der zwei naheliegenden Vorschläge gar nicht erforderlich sein müsse, die Anzahl der Spiele künstlich zu verknappen. Kunstrasenplätze

Vor dem Hintergrund des extremer werdenden Wetters stellt aber auch nach Meier-Brahms Auffassung die Schaffung von Kunstrasenplätzen die einzig durchgreifende Lösung dar, weil mit ihnen auch der Problematik begegnet werden kann, dass in der schlechten Jahreszeit kaum Trainingsflächen zur Verfügung stehen. Deshalb bemühe sich auch der FC Stadthagen in der Kreisstadt mit Nachdruck um ein derartiges Projekt. Auch in anderen Städten habe man das erkannt. In Hannover sind zum Beispiel 13 Kunstrasenplätze in der Planung. „Die Frage ist, welchen Stellenwert der Sport bei der Vergabe der Mittel einer Stadt hat“, hat Meier-Brahm festgestellt und steht damit im Einklang mit DFB-Präsident Reinhard Grindel, der bei einer Diskussion in Bückeburg im letzten Herbst den Wert von neuen Kunstrasenplätzen für den Amateurfußball unterstrich. Eine finanzielle Beteiligung des DFB schloss er allerdings aus. „Da möchten wir die Kommunen nicht aus ihrer Aufgabenverantwortung entlassen“, sagte er. Fazit

„Die Spielplangestalter müssen aus einer Verwaltungs- in eine Machermentalität wechseln, es muss dringend etwas verändert werden“, bestätigt Meier-Brahm. Mit englischen Wochen in der schönen Jahreszeit zu Beginn der Saison und mit Spielen bis Ende Juni können die Probleme mit Bordmitteln kurzfristig entschärft werden. Langfristig könne dem Fußball aber nur mit dem Bau von Kunstrasenplätzen geholfen werden.

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