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12:30 23.03.2018
Nicht nur beim SV Hattendorf sind die Mitspieler aus aller Herren Länder in jeder Beziehung eine Bereicherung. Quelle: pr

Für die einen sind Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten ein kultureller und volkswirtschaftlicher Gewinn, für die anderen der Untergang des Abendlandes. Im Fußball allerdings, da sind solche Fragen längst geklärt. Denn bei fast allen Vereinen im Schaumburger Land gibt es einen Trend: Es tauchen immer mehr Flüchtlinge in den Mannschaften auf. Sie spielen mit, sie sind willkommen und wertvoll, sie integrieren sich über den Sport.

Ähnlich wie einst die Söhne der Gastarbeiter in den siebziger und achtziger Jahren, ähnlich wie später die Kinder der Zuwanderer aus Russland, erhält der Fußball gerade einen neuen personellen Impuls. „Das ist für alle Vereine eine Riesenchance“, ist sich Ralf Kaufmann sicher, der Manager des Kreisligisten TSV Eintracht Exten. Dass er zu dieser Überzeugung gekommen ist, kann kaum verwundern, denn Lassina Bamba schießt für seinen Verein fleißig Tore. Nicht nur fußballerisch ist der neue Extener Stürmer ein Segen. Der Mann ist nämlich in der Pflege tätig. Auch dort hat Deutschland bekanntlich Personalsorgen.

Entdeckt wurde Bamba beim VfL Bückeburg, der in Sachen Flüchtlingsintegration groß eingestiegen ist. In der als „Freizeitliga“ bezeichneten Weltausauswahl spielen Fußballer unterschiedlicher Nationen, von Ghana bis Irak, von der Elfenbeinküste bis Afghanistan (wir berichteten). Jenseits aller ideologischen Unterschiede, jenseits aller Sprachgrenzen verstehen sich die Spieler prächtig – wo gibt es das sonst? Das gemeinsame Kicken sorgt nicht nur für Spaß, Ausgleich und gegenseitiges Verständnis – es gibt noch einen weiteren positiven Effekt: Aus dem von Hubert Knodel geleitetem Projekt zunehmend auch Akteure hervor, die im ganz normalen Spielbetrieb gefragt sind. Neben Bamba, dem der Weg von Rinteln nach Bückeburg mit dem Fahrrad zu weit wurde, sind das zum Beispiel Aboubacar Fofana und Sari Alfaki, die zum festen Stamm der VfL-Bezirksliga-Mannschaft gehören. „Fofana wird eines Tages in der Landesliga spielen“, ist sich U23-Trainer Jan-Werner Schmitz sicher.

Auch andernorts tauchen immer mehr Migranten in ganz normalen Mannschaften auf. Beim SV Hattendorf beispielsweise, der ohne seine neuen Spieler vielleicht schon im Spielbetrieb Probleme bekommen hätte. Bei den Auetalern sind derzeit fünf Spieler ständig dabei. Der Kontakt kam zufällig zustande und belegt, dass man nur aufeinander zugehen muss. Hattendorfer Spieler sprachen die Einwanderer auf Englisch in einem Fast-Food-Restaurant an – mit Erfolg. Beim nächsten Training begrüßte Trainer Helmut Wittek zwei, beim übernächsten Training schon fünf neue Spieler. „Reibungspunkte gab es noch nie“, versichert er. „Die Jungs sind total in Ordnung und unglaublich anspruchslos.“ Ein Spieler sei lange Zeit sogar aus Rodenberg gekommen – mit dem Fahrrad. Langfristige Planungen seien aber schwierig, weil es naturgemäß viel Veränderung im Leben der jungen Flüchtlinge gebe. „Jeder hat seine eigene schwierige Geschichte“, weiß Wittek. So wurde ein ivorischer Spieler von der Familie verstoßen und verfolgt, nur weil er wegen seiner Heirat zum Christentum konvertiert sei. Ein anderer musste gerade unfreiwillig nach Italien zurück. Der Status ist häufig unsicher.

Auch Knodel kann von solchen Geschichten berichten. „Die Spieler kommen gerne zu uns, weil die Freizeitliga auch eine Konstante und einen Ausgleich zu den alltäglichen Widrigkeiten darstellt“, weiß er.

Ähnlich wie in Exten ist beim Kreisligisten TuS Lüdersfeld ein Spieler längst ein Leistungsträger geworden – Ali Touré. Am Dienstag schoss er gegen den SC Rinteln zwei Tore. „Aber nicht nur deshalb sind wir froh, dass wir ihn und Kassoum Fofana in der Mannschaft haben“, berichtet TuS-Trainer Ingo Poschlod. Die Verständigung funktioniere immer besser. Nur die Anreise zum Training und zu den Spielen, die musste auch in Lüdersfeld erst organisiert werden. Die Flüchtlinge sind nämlich in der Regel nicht motorisiert. Poschlod selbst holt Fofana zum Training ab. „Ein Verein muss sich natürlich auch bemühen“, weiß er.

Dass ein zu großer Zustrom durchaus auch problematische Seiten haben kann, hat er als Trainer des SVD Auhagen erlebt. Dort war der Andrang mit manchmal zwölf Einwanderern so groß, dass das Training aufgeteilt werden musste. Abgeschoben oder ausgegrenzt wurde aber niemand. Nur trainierten die reinen Spaßfußballer fortan an einem anderen Tag. „Es kann schwierig werden, wenn sich Cliquen bilden und untereinander Französisch gesprochen wird“, hat Poschlod gelernt. Wittek bestätigt das: „Die angestammten Spieler dürfen nicht überfordert werden. Integration hat zwei Richtungen. Es ist ein moderater Weg zu finden.“

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