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16:50 08.08.2016
Die Neuzugänge des SV Obernkirchen machen das Trainerteam um Oliver Nerge (hinten, von links) und seine Ko-Trainer Michael Scherf und Srdan Petrovic froh.

Den 12. Tabellenplatz definierte SVO-Trainer Oliver Nerge mal so: „Spitzenreiter der Mittellosen.“

Auch in der zweiten Saison nach dem Aufstieg hat Obernkirchen nur ein großes Ziel: Drin bleiben, als armer Schlucker überleben, vier Mannschaften hinter sich lassen. Mit dem grenzenlosen Optimismus des Trainers und mit der Leidenschaft der Saison kann das erneut gelingen, wird aber wegen der Staffelneubildung mit Sicherheit schwerer als zuletzt.

Für den SVO wurde es in der vergangenen Saison enger als erwartet, was auch an den eigenwilligen Terminabläufen lag. Weil ein Großteil der Saison aufgrund der vielen Spielausfälle zeitlich auf sechs Wochen im Frühjahr eingedampft wurde und der Aufsteiger in dieser Zeit einen schlechten Lauf hatte, durfte bis kurz vor Schluss gezittert werden. „Im April kam es knüppeldick“, erinnert sich Nerge. Weil sich in dieser Zeit mit Julian Talat und André Sadra auch noch zwei wichtige Spieler verletzten, sicherte der SVO den Klassenerhalt erst in den letzten drei Spielen. Zuvor lief es bisweilen auch äußerst unglücklich für den Aufsteiger, zum Beispiel in den beiden Spielen gegen Holzminden. „Nach jeweils 90 Minuten hatten wir sechs Punkte, nach jeweils 93 Minuten, nach Elfmeter- und Abseitstoren nur noch einen“, ärgert sich der Trainer.

Der SVO hat sich in den letzten Jahren zu einem Auffanglager des VfR Evesen entwickelt. Nach Alexander Kummert, Philipp Gräber und Yannik Brandhorst wechselte in diesem Sommer Christoph Stork an den Ochsenbruch. „Wir profitieren von dem, was sich in Evesen so alles tut“, bestätigt Nerge, ohne die Personalpolitik des Titelfavoriten bewerten zu wollen. Er weiß zu schätzen, dass die Mannschaft in Obernkirchen gewachsen ist und er am altehrwürdigen Ochsenbruch in Ruhe arbeiten kann. „Hier sind alle realistisch, weil sie unsere Möglichkeiten kennen“, glaubt er. Mit der Verpflichtung von Christoph Stork ist Obernkirchen auf der Torwartposition in Kombination mit Florian Hartmann überdurchschnittlich stark besetzt. Ansonsten entstanden keine ganz großen Transfers. Philipp Watermann war schon mal beim SVO und wird die bisweilen wacklige Defensive stärken. Auch die Möglichkeiten von Rückkehrer André Steinmeier sind bekannt. Er tauscht den Platz mit Fabian Nerge, den es zur FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen zog, weil er im Angriff meist nur als Joker eingesetzt wurde. In dieser Funktion erzielte er so wichtige Tore wie den Siegtreffer in Tündern, deshalb wird er dem SVO fehlen.

Die Kaderplanung der Bergstädter war im vergangenen Sommer grenzwertig. Der Aufsteiger ging mit 23 Spielern in die Saison, musste aber schon bald erkennen, dass der Umfang zu groß war. Darin lag einer der Gründe, dass Spieler wie Nazar Adsiz und Hakan Avci im Winter gingen. Kaum war der Kader auf diesem Wege geschrumpft, entstanden in der Rückrunde Personalengpässe. „20 Mann ist das richtige Maß“, entschied Nerge deshalb in diesem Sommer und beförderte Moritz Franke und Mark Rethmeier aus der Zweiten in die Bezirksligatruppe. Zum wichtigsten Spieler in der Schlussphase der Vorsaison entwickelte sich Jan Köpper, der sich in den ersten Spielen zunächst an das Bezirksligatempo gewöhnen musste, zuletzt vorne aber immer besser zurecht kam.

Wer von den beiden Torwarten der stärkere ist, ist derzeit kaum zu bewerten. Nerge will dem Konkurrenzkampf Raum lassen, zieht aber auch in Erwägung, Hartmann und Stork abwechselnd spielen zu lassen. In der Abwehr ist Sadra ein wichtiger Mann, der dazu neigt, im Stil eines Liberos weit hinten zu spielen und Patrick Mittmann die meiste Abwehrarbeit zu überlassen. Vor der Abwehr war Gräber im Vorjahr unverzichtbar, fehlte nur einmal gelbgesperrt. Dennis Wist, der viele Meter macht, ist mit ihm fußballerisch auf einer Wellenlänge, weil beide schon in der Jugend gemeinsam im Mittelfeld spielten. Obwohl Yannik Brandhorst vorne nicht immer spielte, war er nach seiner Rückkehr ein Gewinn. Mit Köpper und Talat, der angeblich sogar vom Oberligisten 1. FC Wunstorf umworben wurde, ist Obernkirchen im Angriff gut besetzt.

Nerge sieht in der Staffelneubildung Nachteile für den SV Obernkirchen. Zuletzt boten sich Absteiger aus dem Holzmindener Raum an, das wird zukünftig anders. „Ich weiß nicht, welchen Zweck diese ständige räumliche Neuorganisation hat, zumal in der nächsten Saison mit der Ausdünnung der Bezirksligen ohnehin ein Massensterben entstehen wird.“ Wer in der neuen Staffel unten dabei sein wird, ist derzeit von der Trainerwelt schwer abzuschätzen. Oben rechnet natürlich auch Nerge mit dem VfR Evesen, vielleicht noch mit dem SV Gehrden oder einer Überraschungsmannschaft. Sein Blick ist aber vornehmlich auf die internen Prozesse gerichtet: „ Wir sind stark genug, wir sind selbstbewusst genug und wir werden es natürlich wieder schaffen.“

VON JÖRG BRESSEM

Man stelle sich vor, ein Aufstieg gelingt, und keiner geht hin. So ähnlich wäre es beinahe dem FC Stadthagen und seinem Trainer Steffen Mitschker ergangen, der schwer für den Aufstieg schuftete und dann tröpfchenweise erfahren musste, dass die halbe Mannschaft auf dem Absprung ist.

08.08.2016

VON JÖRG BRESSEM

Neben Toren werden im Fußball allerlei andere Parameter dokumentiert – Ballbesitz zum Beispiel. Würde im Schaumburger Fußball gemessen, über welchen Verein mit Abstand am meisten diskutiert wird, dann wäre der VfR Evesen mit mindestens 80 Prozent ganz weit oben.

08.08.2016

Duran Gök.

Torhüter:

Jannik Willers, Artur Schneider.

Abwehr:

Yusuf Bicakci, Selim Kilinc, Timon Paasch, Bojan Zecevic, Marco Menze, Ferit Tarak, Ugur Cakir.

08.08.2016