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Sportbuzzer-Zulieferung Traurige Gewissheit
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16:15 01.08.2016
Tote Hose: Auf dem Fußballplatz des SV Nienstädt 09 wird es kein Herrentraining mehr geben. Quelle: seb

Darin stand, dass sich der SV Nienstädt 09 offiziell vom Spielbetrieb der Kreisligasaison 2016/17 abmeldet. Damit steht der Traditionsverein als erster Absteiger fest und müsste bei einem Neustart – laut Ausschreibung – wieder in der 4. Kreisklasse beginnen. Durch den Rückzug der Nienstädter reduziert sich die Anzahl der Absteiger in diesem Kreisliga-Spieljahr auf eine Mannschaft (Tabellenplatz 15).

Seit Wochen gab es großes Rätselraten um den SV Nienstädt 09. Viele Spieler flüchteten aus dem Schierbachstadion und heuerten bei neuen Vereinen an. Auch der verpflichtete Neutrainer Timo Nottebrock warf Ende Juni das Handtuch und fand Unterschlupf beim Bezirksliga-Aufsteiger TSV Algesdorf. Die Gerüchteküche brodelte, viele Fußballexperten setzten auf das Aus des Traditionsvereins. Nun ist es traurige Gewissheit.

Eine frühzeitige Abmeldung der Herrenmannschaft hätte Auswirkungen auch auf andere Vereine gehabt. Bei einem Rückzug vor dem letzten Spieltag der Spielzeit 2015/16 wäre der FC Hevesen im Kreisoberhaus geblieben. Hätten die Nienstädter ihr Team erst nach der Saison abgemeldet, dann hätte der Viertplatzierte der 1. Kreisklasse, die Reserve des VfR Evesen, das Startrecht in der Kreisliga wahrnehmen dürfen. „Wir hatten dem SV 09 bis Mitte Juli Zeit gegeben, ihre Lage zu überdenken. Hätten Sie auf die Kreisliga verzichtet, hätten sie in der 1. Kreisklasse starten können“, verrät Vankann die Zugeständnisse an den SV 09. Dem Spielausschuss liege halt viel an einer Staffelstärke von 16 Teams, so Vankann.

Bei einem Neuanfang als eigenständiger Verein muss der SV 09 in der Spielzeit 2017/18 in der 4. Kreisklasse starten. Eine Spielgemeinschaft (SG) mit den drei Vereinen Nien-städt-Liekwegen-Sülbeck müsste vom Spielausschuss erst extra genehmigt werden.

An den Gedanken, dass der SV Nienstädt 09 von der Schaumburger Fußballlandkarte im Herrenbereich verschwunden ist, müssen sich die Fußballfans erst noch gewöhnen. Die Sportredaktion sammelte Stimmen, bei ehemaligen Spielern und Trainern des Traditionsvereins. Seit 45 Jahren ist Thomas Klatt mit den Rothemden eng verbunden. Der 52-Jährige war Spieler und Trainer und kickt heute noch bei den Altsenioren im Verein. „Das ist die logische Konsequenz. Es wurde vor Jahren versäumt, die richtigen Weichen zu stellen. Die Kader wurden kleiner, der Unterbau fehlte“, sah Klatt das Unheil voraus. Er hätte es gerechter gefunden, wenn die Verantwortlichen den Rückzug eher vollzogen hätten. „Dann könnte man jetzt mit 16 Mannschaften in der Kreisliga spielen“, so Klatt. Der Verein müsse nun Leute finden, die einen Neuaufbau angehen. Die Zielsetzung müsse wieder die Kreisliga sein. Dies dauere aber mindestens zehn Jahre. Aber dieser Weg mit Eigengewächsen sei alternativlos, meint die Vereinsikone.

Auch Michael Treichel, aktuell Trainer der FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen, trug sechs Jahre lang das Nienstädter Dress. „Die Entwicklung hat sich im vergangenen halben Jahr abgezeichnet. Es ist traurig, denn man ist gerne ins Schierbachstadion gefahren. Das Sportgelände ist sehr schön“, verdrückt Treichel eine kleine Träne. Allerdings hätte diese Entscheidung auch eher getroffen werden können. Dies sei anderen Vereinen unfair gegenüber gewesen, so der FSG-Coach.

Eigentlich hätte der SV Sachsenhagen am Freitagabend beim SV Nienstädt 09 antreten sollen. „Wir machen stattdessen eine Mannschaftsfeier“, erklärt SVS-Trainer Torsten Menzer. Nun gebe es einen Absteiger weniger, das fänden sicherlich ein paar Vereine ganz in Ordnung. „Ich nehme die Abmeldung emotionslos zur Kenntnis. Leid tut es mir nicht, denn ich habe in meiner kurzen Zeit als Trainer dort viel auf die Fresse bekommen“, blickt Menzer auf seine Nienstädter Zeit zurück.

Für Nottebrock kam diese Entscheidung wenig überraschend: „Das hat sich abgezeichnet. Es ist schade, dass es den SV 09 nicht mehr gibt.“

Für eine Stellungnahme war der SV Nienstädt 09 nicht zu erreichen.

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