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Viele Chancen, wenig Ertrag

Viele Chancen, wenig Ertrag

VON JÖRG BRESSEM

 

 

Professionelle Wettexperten setzen angeblich konsequent auf Mannschaften, die sich viele Torchancen herausspielen.

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VfL Bückeburg II

Für die zweite Mannschaft des VfL Bückeburg geht es in der Bezirksliga um den Klassenerhalt.

Quelle: pr

Wer mehr Tormöglichkeiten hat, wird irgendwann erfolgreich sein, so ihre Annahme. Wetter können ihren Lebensunterhalt davon bestreiten, selbst wenn sie die Mannschaften, auf die sie setzen, noch nie Fußballspielen gesehen haben. Martin Prange, der Trainer der Bückeburger VfL-Zweiten, wird das alles gerne hören. Sein Problem ist nämlich, dass sich seine jungen Angreifer, Woche für Woche viele gute Chancen erspielen, aber nichts damit anzufangen wissen. Wettexperten würden am Bezirksligisten VfL Bückeburg II glatt verzweifeln.

Weil mit Eric Naroska im vergangenen Sommer der wertvollste Verwerter an den FC Stadthagen verloren ging, war vorauszusehen, dass es für die VfL-Reserve eng werden würde. Erst am letzten Spieltag wurde der Klassenerhalt mit einem 2:0-Sieg gegen den SC Rinteln gesichert. Mit 32 Saisontreffern rangierte die Mannschaft in dieser Messgröße eindeutig auf dem Niveau eines Absteigers. Die Grundlage für die Existenzsorgen legte der VfL II aber in der Hinserie, als er nach gutem Saisonstart sieben Spiele hintereinander verlor und seine zweite Charaktereigenschaft darlegte – sein launisches Spiel. Mal war Martin Pranges Truppe hochmotiviert, mal fehlte es ihr grundlegend an der Einstellung. „Dass wir uns seit drei Jahren in der Bezirksliga halten, ist aber ein genereller Erfolg“, meint Prange.

Viel getan hat sich beim VfL nicht. Wie üblich wird es zu einem Personalaustausch mit der Landesligamannschaft kommen. „Wir sind darauf angewiesen, dass von oben was herunter kommt,“ meint Prange. Er legt zwar viel Wert darauf, dass seine Zweite einen Stamm und unverwechselbares Gesicht hat, weiß aber die punktuellen Verstärkungen zu schätzen. Als wichtigster Neuzugang muss die Rückkehr von Simon Häberli gewertet werden. Mit Yusuf Bicakci verlor Bückeburg einen Abwehrspieler nach Evesen und mit Milorad Petrovic ging ein Spieler verloren, der wegen seines Studiums in Vechta auch zuletzt kaum noch zur Verfügung stand.

Die Launen seiner Mannschaft gehen auch Prange gehörig auf den Geist. „Unser Spiel funktioniert nur, wenn die Einstellung hundertprozentig ist und wenn wir grundlegende Eigenschaften abrufen“, sagt er und wundert sich gleichzeitig ein wenig. Denn die Leistungsbereitschaft seiner Mannschaft sei grundsätzlich sehr zu loben.

Dass sich die VfL-Zweite bisweilen als fragiles Gebilde präsentiert, mag auch am Mangel an Führungsspielern liegen. Das fängt im Tor an, wo sich Sören Raschke und Hüseyin Özel ablösten. Wechselhaft waren auch ihre Leistungen, mal genial, mal fehlerhaft – so wie das Gesamtkunstwerk. In der Abwehr war und ist Til Wartmann kaum wegzudenken. Immer motiviert, immer stark, immer mannschaftsdienlich. Zu den Leistungsträgern zählte auch Kapitän Moritz Heine. Wie er den Elfmeter im letzten Spiel in selbstverständlicher Weise unter die Latte nagelte, wie er in dieser Situation Verantwortung übernahm, war bezeichnend für seine Rolle. Heine wurde genauso wie Josef Khodr für den Kader der Ersten gemeldet.

Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass es für den VfL Bückeburg II auch in der kommenden Saison allein um den Klassenerhalt geht. „Ich hindere keinen Spieler am Toreschießen“, erklärte Prange wiederholt. Seiner Mannschaft wird es auch zukünftig an Spielern fehlen, die kaltschnäuzig ans Werk gehen, die in kritischen Lagen auch mal den Ellenbogen einsetzen, die pragmatisch spielen.

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