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Sportmix Auftakt der Vierschanzentournee abgebrochen
Sportbuzzer Sportmix Auftakt der Vierschanzentournee abgebrochen
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19:47 28.12.2014
Das Wetter ist unberechenbar: Nach stundenlangen Verzögerungen bließ die Jury das Auftaktspringen der Vierschanzentournee am Sonntagabend ab. Quelle: dpa
Oberstdorf

Böen von bis zu 50 Kilometer pro Stunde in Verbindung mit starkem Schneefall ließen über den gesamten Tag nur elf Sprünge zu, nach einem fast dreistündigen Geduldsspiel zog die Jury die Reißleine. "Ich bin schon erleichtert über die Entscheidung. Es hat am Ende keinen Sinn gemacht, da hätte man auch Würfeln können. Für den Sport war es die richtig Entscheidung", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

Das  Springen wird am Montag an gleicher Stelle nachgeholt.

Viel Glück hatte Marinus Kraus: Der Team-Olympiasieger verhinderte nur mit Mühe einen Sturz und musste eine Notlandung setzen. "Ich habe über eine Stunde oben gewartet. Die Jury hat immer um 15 Minuten verschoben, das ist für uns der Horror pur. Jetzt gehe ich ins Bett, heute springe ich auf keinen Fall mehr", sagte der 23-Jährige aus Oberaudorf. Zuvor waren die Nerven von Athleten und Fans über mehrere Stunden strapaziert worden.

Der für 16.30 Uhr geplante Start des Wettkampfs wurde immer wieder verschoben, Severin Freund und Co. vertrieben sich die Zeit mit Kickern, Schokolade essen und Musik hören. Um 18.00 ging dann endlich der Japaner Junshiro Kobayashi vom Bakken, doch nach elf Athleten warf die Jury das Handtuch.

Das  Springen wird am Montag an gleicher Stelle nachgeholt.

Die komplette Absage eines Springens hatte es zuvor in der Tournee-Geschichte erst dreimal gegeben: 1956 wurde der Wettbewerb in Bischofshofen wegen Schneemangels gestrichen und ins nahe Hallein verlegt, 1979 musste das Neujahrspringen auf den 2. Januar verschoben werden. 2008 gab es schließlich die erste "Dreischanzentournee": Ein Föhnsturm in Innsbruck hielt die Athleten am Boden, in Bischofshofen fanden zwei Wettbewerbe statt.

Aber auch Oberstdorf ist eigentlich ein gebranntes Kind. Erst 2011 hatte die Jury den ersten Durchgang nach 35 Sprüngen abbrechen müssen und einen Neustart angeordnet, was zu hitzigen Diskussionen führte. Seither stehen auch die Forderungen nach einem Windnetz im Raum, in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck gibt es einen solchen Schutz bereits. FIS-Renndirektor Walter Hofer hatte erst im Sommer auch für Oberstdorf ein Netz gefordert.

dpa/sid

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