Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Sportmix Und sie kommt doch...
Sportbuzzer Sportmix Und sie kommt doch...
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 07.12.2014
Die Einführung des Hawk-Eyes gilt nur für die 1. Liga.  Quelle: dpa
Frankfurt am Main

Eine gewisse Genugtuung konnten weder Andreas Rettig noch Reinhard Rauball oder Christian Seifert verbergen. Die Führungstroika der Deutschen Fußball-Liga (DFL) konnte am Donnerstag in einem Hotel in Frankfurt-Niederrad endlich verkünden, worauf sich der deutsche Profifußball nun im zweiten Anlauf eingelassen hat: Die Torlinientechnologie wird vom Sommer nächsten Jahres an in der Bundesliga eingeführt. Das Votum der 18 Erstligisten geriet eindeutig: 15 Klubvertreter – darunter Hannover 96 – stimmten zu, drei lehnten ab. Die Nein-stimmen kamen von Schalke 04, Eintracht Frankfurt und SC Paderborn.

„Wir freuen uns über die klare Entscheidung“, sagte der für den Spielbetrieb zuständige Geschäftsführer Rettig. „Anders als im März konnten wir eine klare Empfehlung aussprechen.“ Der Liga-Vorstand hatte nach einer Ausschreibung konkret das sogenannte Hawk-Eye-System vorgeschlagen. Bei einer ersten Abstimmung am 24. März war die Torlinientechnik – noch ohne exakte Nennung eines Systems – abgeschmettert worden. Vor allem die Zweitligisten stimmten mit 15:3 Stimmen dagegen. Beim gestrigen Votum waren diese nicht dabei, die Einführung des Hawk-Eyes gilt nur für die 1. Liga.

Während Rauball noch im März glaubte, der deutsche Fußball habe eine Grundsatzentscheidung gegen das System getroffen, irrte der Liga-Präsident also. Es konnte ja niemand wissen, dass sich später, im DFB-Pokalfinale zwischen den Bayern und Dortmund (2:0), mit der nicht gegebenen Dortmunder Führung durch Mats Hummels eine Szene ereignen sollte, die nur Technik hätte aufklären können. Kurios: Der FC Bayern forderte danach eine erneute Abstimmung. Das Hawk-Eye wird jeden Klub 150.000 Euro kosten und ist damit billiger als das bei der WM in Brasilien eingesetzte sogenannte GoalControl-System (250.000 Euro). Rettig sprach von „8000 Euro pro Spiel“. Würde man die mehr als 
10 000 Euro dagegen rechnen, die allein ein Schiedsrichtergespann jeden Spieltag kostet, sei die Anschaffung lohnend.

Festgelegt ist bereits, wie das System in der Praxis eingesetzt wird: Der Stadionzuschauer bekommen auf Videowürfeln und -tafeln ein virtuelles Bild zu sehen, Fernsehzuschauer eine echte Zeitlupe, die den strittigen Ballfall aufklärt. Der Schiedsrichter erhält binnen einer Sekunde auf seiner Uhr ein Signal. Das Hawk-Eye funktioniert ähnlich wie GoalControl – auch hier wird jedes Tor von sieben Kameras erfasst, die den Ball aus verschiedenen Winkeln aufnehmen.
Das System ist bereits in der englischen Premier League zur Zufriedenheit aller Beteiligten im Einsatz. Die Fehlertoleranz soll unter einem Zentimeter liegen – der Weltverband Fifa schreibt 
1,5 Zentimeter vor. Möglichst soll das System auch in der Relegation zum Einsatz kommen – dafür wären mobile Einrichtungen denkbar. Im DFB-Pokal werden wohl mindestens das Finale in Berlin und die Halbfinals damit bestückt.

Rettig erklärte, man sei in enger Abstimmung mit dem DFB: „Je interessanter der Pokal wird, desto vernünftiger muss die Lösung ausfallen.“ Und Rettig widersprach der Annahme, die Einführung der Technologie öffne die Tür für den Videobeweis, bei dem auch TV-Bilder für Entscheidungen herangezogen werden können (wie beim Eishockey). Das internationale Regelwerk lasse das nicht zu.

Manch Verantwortlicher ist aber vom Fortschritt nicht begeistert: So stimmte Eintracht Frankfurts Boss Heribert Bruchhagen gegen das System, „aber ich bringe Verständnis für die veränderten Positionen der Vereine auf, die sich neu entschieden haben.“ Der 66-Jährige weiter: „Die Videoanalyse wird kommen. Aber es wird auch dann immer strittige Situationen geben, wenn ein Oberschiedsrichter darauf schaut. Und ich befürchte, dass die Diskussionen dann noch härter wären.“

Im Amateurfußball wird alles bleiben wie es ist – inklusive strittiger Entscheidungen, ob der Ball nun über der Linie war oder nicht.     

Und das sagt 96

Überrascht von Deutlichkeit: Für Martin Kind ist nun das geschehen, was schon im Frühjahr hätte passieren müssen. „Eine richtige und erfreuliche Entscheidung“, sagte der Klubchef von Hannover 96 nach dem Beschluss zur Einführung der Torlinientechnik. „Mich hat die Deutlichkeit überrascht, mit der das Ergebnis zustande gekommen ist.“ Zu den 15 Jastimmen bei der gestrigen Abstimmung gehörte auch die des Fußball-Bundesligisten aus Hannover. „Man muss ja bedenken, dass es dabei um sehr viel geht. Deshalb ist es wichtig, die modernen Möglichkeiten zu nutzen.“ Zu gegebener Zeit werde man bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) über den Einsatz weiterer technischer Hilfsmittel nachdenken müssen, meint Kind.

„Wir haben für Ja gestimmt“, sagte 96-Trainer Tayfun Korkut. „Aber: Man wird sehen, ob es gut ist für den Fußball. Ob es sich lohnt, einen derart großen Aufwand zu betreiben für diese ein oder zwei Situationen im Jahr, das wird die Zukunft zeigen.“

Die Kosten, die 96 bei der Umsetzung des Beschlusses entstehen, hält der Vorstandsvorsitzende der „Roten“ für akzeptabel. Nach Kinds Einschätzung wird es sich um gut 150.000 Euro handeln.
Die gestrige DFL-Mitgliederversammlung befasste sich auch mit einem Lieblingsthema von Martin Kind: der sogenannten 50+1-Regel. Beschlossen wurde unter anderem, dass die Grundsätze dieser Regelung außer bei Kapitalgesellschaften auch bei eingetragenen Vereinen Anwendung finden. Außerdem stellte der Ligavorstand Kriterien vor, die für die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen bedeutsam sind. 

fe/gu

...und die „Schiris“

Burgdorfer Meyer zufrieden: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Schiedsrichter haben das Votum der Bundesligisten für den Einsatz der Torlinientechnologie begrüßt. DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock nannte die Entscheidung „konsequent und richtig“. „Für die Unparteiischen ist dies ein wichtiger Schritt“, sagte Herbert Fandel, der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses. „Die Einführung der Torlinientechnologie bedeutet ein zusätzliches Stück Entscheidungssicherheit in der wichtigsten Entscheidung des Fußballs – Tor oder kein Tor“, sagte Fandel. Auch die Spitzenreferees Felix Brych, Felix Zwayer und Florian Meyer lobten die Bundesligisten für ihre Entscheidung. „Von der Einführung der Torlinientechnologie profitieren alle in Deutschland am Fußball Beteiligten: Spieler, Verantwortliche, Fans und Schiedsrichter“, befand der Burgdorfer Meyer

Darja Domratschewa hat das erste Weltcup-Rennen der Biathlon-Frauen gewonnen. Die dreimalige Olympiasiegerin setzte sich im schwedischen Östersund über die 15 Kilometer durch. Beste Deutsche war Franziska Hildebrand. Miriam Gössner lief bei ihrem Comeback auf Rang 68.  

04.12.2014
Sportmix Russlands Spitzensport schockiert - Betrug, Doping und Korruption

Der Skandal um Betrug und Doping im russischen Sportssystem hat die Welt schockiert. Das Internationale Olympische Komitee sprach von „ernsthafte Anschuldigungen“ und hat Untersuchungen eingeleitet.

04.12.2014

Nach einem halben Jahr in der chinesischen Super League hatte Mike Hanke genug. Seit seinem Abgang aus dem Reich der Mitte steht der 31-Jährige ohne Verein dar. Nun denkt Hanke laut über seine Karriereende nach.

04.12.2014