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Sportmix Dahlmeier-Drama bei der WM
Sportbuzzer Sportmix Dahlmeier-Drama bei der WM
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19:26 17.02.2017
Schock für die Teamkolleginnen und die Zuschauer in Hochfilzen: Laura Dahlmeier bricht im Ziel zusammen. Quelle: Fotos: Imago
Hochfilzen

Was war das wieder für ein Biathlon-Drama. Erst machten die deutschen Frauen, allen voran Laura Dahlmeier, das WM-Staffelrennen spannend. Dann sorgte Dahlmeier, die sich auf der Schlussrunde völlig ausgepowert hatte, für Aufregung. Die nun vierfache Weltmeisterin von Hochfilzen kam als Erste zur Pressekonferenz. Apathisch setzte sie sich auf einen Stuhl, legte den Kopf auf den Tisch. Die hinzukommende Vanessa Hinz sah das Häufchen Elend und flüsterte ihrer Teamkollegin „geh doch“ ins Ohr. Teamarzt Klaus-Jürgen Marquardt eilte herbei und führte Dahlmeier aus dem Raum. Dem Staffel-Krimi folgte ein Dahlmeier-Drama. Doch der Reihe nach.

„Wir hätten alle die Möglichkeit, im gleichen Glanz zu baden, wenn wir die gleichen Ergebnisse bringen würden“, hatte Maren Hammerschmidt auf die Frage geantwortet, wie es ist, im Team eine Dahlmeier zu haben. Einen Superstar, dessen Erfolge alles überstrahlen und gute Ergebnisse der Teamkolleginnen zur Randnotiz marginalisieren. Gestern hatten Hinz, Hammerschmidt und Franziska Hildebrand die Chance, auch im Glanz zu baden. Doch dazu mussten sie auf ihren Runden einen guten Job machen, damit der Star die Staffel zum Sieg führen kann.

Sie erfüllten ihre Aufgaben. Startläuferin Hinz leistete sich zwar zwei Nachlader im Stehendschießen, doch der Wechsel als Dritte zehn Sekunden hinter den führenden Französinnen „war okay“, wie sie selbst sagte. Hammerschmidt führte das DSV-Quartett trotz dreier Nachlader auf Rang zwei, nur noch sechs Sekunden hinter den nun vorn liegenden Italienerinnen. Hildebrand schließlich brachte die Deutschen mit einer fehlerfreien Performance im Schießen in Führung, übergab knapp zehn Sekunden vor der Ukraine an Dahlmeier. Konnte da noch was schiefgehen?

Oh ja, es konnte. Denn nach nur einem Nachlader beim Liegendschießen leistete sich die Bayerin mit zwei Nachladern eine Zittereinlage im Stehendanschlag. Die Konkurrenz aus der Ukraine und Frankreich schoss besser, und so verließ die WM-Königin, die als erste Skijägerin zehn WM-Medaillen in Serie holen konnte, den Schießplatz mit nur noch 5,4 Sekunden Vorsprung. Dahlmeier rannte, war schließlich 6,4 Sekunden vor der Ukrainerin Olga Pidrushina im Ziel. Dort blieb sie fast eine halbe Minute entkräftet im Schnee liegen, ehe ihre Teamkolleginnen sie auf die Schultern nahmen. „Es ist gigantisch, aber ich möchte herausheben, dass wir ein ganz tolles Team sind“, sagte Dahlmeier in der Mixed-Zone. Dann ging es zur Pressekonferenz – dort übernahm der Teamarzt.

Und in jener Pressekonferenz mussten die drei anderen „Golden Girls“ die Erfahrung machen, dass es mit einem Bad im Gold-Glanz gar nicht so einfach ist, selbst wenn der Erfolg da ist. Denn das beherrschende Thema war die abwesende Laura Dahlmeier. „Sie würde gerne hier sitzen. Aber ich habe ja gesehen, wie fertig sie ist. Sie soll einfach auf ihre Gesundheit achten“, sagte Hinz. Und Hildebrand meinte: „Sie verausgabt sich immer und ist wahnsinnig erfolgreich. Da kommen dann noch die vielen Interviewtermine nach dem Rennen, das zehrt.“ Eine halbe Stunde später trat Teamarzt Marquardt vor die Medien. „Laura geht es so weit gut. Ihr Schwächeanfall ist sicher der Summation der Wettkämpfe hier geschuldet. Sie ist vom Naturell her das, was eine Spitzensportlerin ausmacht. Es sind Persönlichkeiten, die mehr geben, als sie körperlich in der Lage sind.“

Schon am Mittwoch nach dem Gold-Triumph über 15 Kilometer hatte Dahlmeier einen Schwächeanfall erlitten. Botschaft des Arztes gestern: Einem Start am Sonntag im Massenstartrennen stehe nichts im Wege. Dahlmeier ließ ausrichten: „Mein Opa hat immer gesagt, ich bin ein zähes Luder.“ Und bei der Siegerehrung wirkte sie dann sogar wieder fit.

Von Uwe Köster

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