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Sportmix Deutsches Eishockey-Team spielt gegen Lettland ums Viertelfinale
Sportbuzzer Sportmix Deutsches Eishockey-Team spielt gegen Lettland ums Viertelfinale
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19:16 15.05.2017
Auf ihn kommt es am Dienstag gegen Lettland an: Leon Draisaitl. Quelle: dpa
Köln

Torhüter spielen im Eishockey immer eine wichtige Rolle. Im deutschen Team sind sie in den Tagen der Heim-WM in Köln neben NHL-Star Leon Draisaitl sogar dominierendes Thema – auf und abseits des Spielfeldes. So ist es auch vor dem entscheidenden Duell um den Viertelfinaleinzug gegen Lettland (am Dienstag, 20.15 Uhr, Sport 1). Nach langem Schweigen entschuldigte sich Goalie Thomas Greiss für seine Zustimmung zu rechtsgerichteten Social-Media-Inhalten. „Diese Posts zu liken, war ein Fehler, und ich entschuldige mich noch einmal in aller Form“, hieß es in einem Statement.

Er hatte bei Instagram einen Vergleich von Hillary Clinton mit Adolf Hitler mit „Gefällt mir“ markiert, seine Zustimmung nach einem Bericht des Deutschlandfunks jedoch rückgängig gemacht. Auch wenn Greiss beim 2:1 zum WM-Auftakt gegen die USA stark gespielt hatte, wird er bei den Titelkämpfen wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Offiziell wegen einer Oberkörperverletzung.

Plötzlich Hoffnungsträger im Tor: Philipp Grubauer ist bereit

Weil Greiss‘ Vertreter Danny aus den Birken in den Spielen gegen die Slowakei (3:2 nach Penaltyschießen), Dänemark (2:3 nach Verlängerung) und Italien (4:1) nicht überzeugte, ruhen die Hoffnungen nun auf Philipp Grubauer. Der NHL-Keeper von den Washington Capitals war am Sonnabend eingeflogen, trainierte am Sonntag als einziger deutscher Spieler auf dem Eis und soll gegen Lettland im Tor stehen. „Ich musste den langen Flug und den Zeitunterschied ausschwitzen“, kommentierte der 25-Jährige seine Extra-Trainingseinheit: „Es fühlt sich gut an, wieder in Deutschland zu sein, und ich hoffe, ich kann helfen. Es wird ein Endspiel.“

Die Bilanz gegen Lettland spricht für Deutschland

Bislang überraschten die Letten bei der WM. „Lettland ist eine Topmannschaft und mit dem neuen Trainer sehr gut organisiert“, sagte Bundestrainer Marco Sturm über den Gegner. Der Kanadier Bob Hartley, der als Coach 2001 Colorado den Stanley-Cup gewann, trat erst im Dezember seinen Posten an. Elvis Merzlikins vom Schweizer Club HC Lugano zählt zu den besten Torhütern dieser WM.

Die Bilanz in direkten Duellen spricht für das deutsche Team. Von bislang elf WM-Begegnungen entschied die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds sieben für sich. Dreimal siegten die Letten, eine Partie endete unentschieden. „Die Letten spielen taktisch sehr gut und haben bisher ein Super-Turnier gespielt. Sie warten auf die Fehler des Gegners“, beschrieb der deutsche Kapitän Christian Ehrhoff.

Grubauer hat schon einmal bei einem Happy-End gegen Lettland mitgeholfen, als er beim 3:2 in der Olympia-Qualifikation ein starker Rückhalt war und das Ticket für die Winterspiele 2018 festhielt. „Das wird wie damals eine Schlacht bis zum bitteren Ende“, sagt Bundestrainer Marco Sturm über das anstehende „Alles-oder-Nichts-Spiel“. Ein Sieg bedeutet den Viertelfinal-Einzug, eine Niederlage das Ende der WM für die Gastgeber. „Das ist ein Riesendruck, der auf der Mannschaft lastet“, gibt Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), zu. Seine Gemütslage: „Nervös ist geschmälert.“

DEB-Präsident schwärmt von Draisaitl

Neben Torhüter Grubauer ruhen die Hoffnungen auf dem ebenfalls am Sonnabend eingeflogenen deutschen Superstar Leon Draisaitl. Der 21-Jährige von den Edmonton Oilers gilt schon als einer der besten deutschen Eishockeyspieler der Geschichte, pulverisierte in der regulären Saison den deutschen Scorerrekord in der NHL (77 Punkte), den bisher Bundestrainer Sturm mit 59 Punkten hielt, schaffte 16 Scorerpunkte in 13 Play-off-Spielen.

Draisaitl stammt aus Köln, verbrachte den Muttertag bei seiner Mama – und verzückte bei seinem ersten Spiel in der Heimat gegen Italien sofort alle. „Sensationell, was er sofort für Impulse gegeben hat“, schwärmte Reindl.

Auch wenn der deutsche Viertelfinal-Einzug am seidenen Faden hängt, kann Reindl mit der WM zufrieden sein. Am Sonnabend kamen 55.239 Zuschauer zu den drei WM-Vorrundenspielen Lettland – USA, Russland – Schweden und Deutschland – Italien. „So einen Rekordtag hat auch Köln noch nicht gesehen“, sagte der DEB-Präsident. Am Dienstag werden mehr als 18.000 Fans das deutsche Team unterstützen. „Die müssen so laut sein wie noch nie bei der WM“, fordert Trainer Sturm.

Köln ist ein Zuschauermagnet

Es würde die WM perfekt machen. Denn die von den WM-Organisatoren anvisierten 600.000 Fans werden wohl übertroffen, sodass im WM-Etat von etwa 24 Millionen Euro am Ende ein Plus übrig bleiben wird. Die deutschen Spiele verfolgen rund eine Million Zuschauer im Schnitt beim Sender Sport1, was der Sender als Erfolg wertet. Zum Vergleich: Als die Handball-EM 2016 im frei empfangbaren Fernsehen lief, schalteten das deutsche Vorrundenspiel mit der schwächsten Quote 3,8 Millionen Zuschauer ein.

Die Stimmung in Köln ist aber großartig. Sie dürfte noch besser werden, wenn die deutsche Mannschaft am Dienstag den Topteams aus Kanada, Tschechien, Finnland, USA, Russland, Schweden und der Schweiz ins Viertelfinale folgt.

Von Lars Becker/RND

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