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Sportmix Die Krise der Weltmeister
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07:30 09.12.2014
Ungewohnte Rolle: Roman Weidenfeller (links) ist beim BVB derzeit nur noch Bankdrücker. Quelle: dpa
Dortmund

Roman Weidenfeller war nicht zu sprechen während der vergangenen Tage, lediglich ein paar Worte ließ der Torhüter von Borussia Dortmund übermitteln. Er habe sich „nichts vorzuwerfen“ und werde die Entscheidung des Trainers akzeptieren, sagt der Mann, der über zehn Jahre lang die Nummer 1 beim BVB war. Diese Zeit scheint am vorigen Freitag zu Ende gegangen zu sein, denn fast alle Beobachter glauben, dass Jürgen Klopp auch Dienstagabend im Champions-League-Spiel gegen den RSC Anderlecht (20.45 Uhr) wieder den langjährigen Ersatztorhüter Mitch Langerak aufstellen wird. Als „Bauchentscheidung“ hatte der Dortmunder Trainer seinen Torwarttausch beschrieben, aber natürlich steckt viel mehr hinter dieser Maßnahme.

Sie ist ein Signal an die Mannschaft, das durch Klopps Erläuterungen vom Freitagabend noch verstärkt wurde. Ob er denn ein Gespräch mit Weidenfeller geführt habe, wurde der Trainer gefragt, und er antwortete: „Ich werde einen Teufel tun und die Spieler auch noch fragen, ob sie es cool finden, dass sie nicht spielen.“ Der BVB sei „in keiner Situation, in der ich Spielern sage, warum sie nicht spielen oder warum sie nicht im Kader sind“. Das Klima zwischen Klopp und zumindest einigen der unter massiven Formschwankungen leidenden Spieler hat sich während der vergangenen Wochen erkennbar abgekühlt.

Schon eine Woche zuvor hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Profis auf der Mitgliederversammlung vorgeworfen, mitunter „auf Verwaltungsmodus“ zu schalten und zu glauben, dass die Krise „sich schon irgendwie richtet“.

In den Meisterjahren 2011 und 2012 verkörperte der Begriff „Gier“ den Kern des BVB-Fußballs, inzwischen entsteht mitunter der Eindruck, einige Spieler seien satt und zufrieden. Und es liegt nahe, dass das besonders auf die Weltmeister im Dortmunder Kader zutrifft, die im Sommer in Brasilien den Fußballgipfel erklommen haben. Der Psychologe Jürgen Walter von der Universität Köln und der Dresden International University hat schon im Juli kurz nach dem Weltturnier von einer „riesengroßen Absturzgefahr“ gesprochen, denn nach so einem ultimativen Karrierehighlight könne es „nur abwärts gehen, es gibt keine Steigerungsmöglichkeiten mehr“, sagte Walter.

Besonders kompliziert wird die Sache, wenn man sich als gefeierter Weltmeister nicht nur auf die schwierige Suche nach neuen Herausforderungen begeben muss, sondern sich plötzlich auch noch im Abstiegskampf wiederfindet. Zu diesem Sujet passen übrigens auch die guten Leistungen in der Champions League, die in einem krassen Kontrast zu vielen Partien in der Bundesliga standen. Kein Wunder, dass Klopp sauer auf Spieler wie Kevin Großkreutz, Erik Durm und eben Weidenfeller ist, die seit Wochen weit unter ihren Möglichkeiten spielen. Eine Ausnahme bildet allenfalls Neuzugang Matthias Ginter, der eher nicht unter einem Mangel an Herausforderungen leidet und dessen Fehler sich mit Anpassungsschwierigkeiten an den neuen Klub erklären lassen. Dennoch wird der ehemalige Freiburger gegen Anderlecht wohl gemeinsam mit Großkreutz, Durm und Weidenfeller auf der Bank sitzen.

Mats Hummels dagegen ist wieder gut in Form. Gegen 1899 Hoffenheim war er am Freitag der beste Mann auf dem Platz, und damit ist er die Ausnahme unter den Dortmunder Weltmeistern. Allerdings war auch der Innenverteidiger während des ersten Saisondrittels nur ein Schatten des Weltklassespielers, der Begehrlichkeiten bei den größten Klubs der Welt geweckt hat. Hummels’ Beispiel zeigt jedoch, dass es einen Weg zurück gibt. Wobei es im Fall von Weidenfeller neben der Formschwäche einen weiteren Störfaktor im Dortmunder Abstiegskampf gibt. Auch die schlechte Laune, mit der der Torhüter sich demonstrativ umgab, war zu einem Problem geworden.

Die Beförderung von Mitch Langerak in die Startelf für das Spiel gegen Hoffenheim begründete Klopp damit, dass er die „Unbekümmertheit und die Frische“ des 26 Jahre alten Australiers auf dem Feld haben wollte. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass dem Trainer Weidenfellers Ausstrahlung derzeit nicht gefällt. Gerüchte, dass die Dortmunder sich bereits auf der Suche nach einem neuen Torhüter befinden, dementierte Klopp aber. „Das ist nicht wahr“, sagte er.
Dennoch deutet manches darauf hin, dass der Weg zurück in die Startelf für Weidenfeller ein Stück weiter sein könnte als für die anderen kriselnden Weltmeister.

Von Daniel Theweleit

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