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Sportmix Bei 35 Grad verdampft der Schweiß
Sportbuzzer Sportmix Bei 35 Grad verdampft der Schweiß
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07:45 05.12.2014
Von Carsten Schmidt
„Der Tag ist so ausgefüllt, dass ich gegen 22 Uhr müde ins Bett falle“: Die Hannoveranerin Amelie Braul erlebt in Amerika Schwimmen in neuer Dimension. Quelle: Frey
Hannover

Amelie Braul scheut keine Herausforderung. Die 18-jährige Schwimmerin aus Hannover hat ihre neue Heimat für die nächsten Jahre auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans gefunden. Nach dem erfolgreichen Abitur an der Ricarda-Huch-Schule studiert und trainiert sie an der Universität von New Mexico in Albuquerque.

„Sport und Studium sind in den USA miteinander verknüpft“, sagt Braul, die Chemie als Hauptfach belegt hat. „Beide Seiten arbeiten zusammen.“ Das beeinflusste die Entscheidung der Schwimmerin, die um die Erfahrungen anderer Leistungssportler weiß, die hierzulande parallel ein Studium absolviert haben. Kaum jemand schaffte den Abschluss in der vorgesehenen Zeit, hinzu kommt ein knappes finanzielles Polster, da man mit Schwimmen kaum Geld verdienen kann. Manch anderer Leistungssportler entscheidet sich deshalb für eine Ausbildung bei der Polizei oder den Dienst bei der Bundeswehr - sportfreundliche Arbeitgeber, die großzügig fürs Training freistellen und zudem sichere Arbeitsplätze bieten.

In finanzieller Hinsicht braucht sich die Studentin Braul wenig Sorgen zu machen. Sie hat über die Organisation Scholarbook ein Sportstipendium vermittelt bekommen. Das heißt, dass die Universität von New Mexico für die Kosten von etwa 35.000 Dollar pro Jahr für Gebühren, Unterkunft, Verpflegung und Lehrmaterial aufkommt - „das Taschengeld steuern allerdings meine Eltern bei, dafür bin ich sehr dankbar“, sagt die Schwimmerin.

„Er hat schon viele gute Leute betreut“

Für Albuquerque hat sie sich nach reiflicher Prüfung entschieden. „Scholarbook hat zunächst ein Profil von mir erstellt und damit die Universitäten auf mich aufmerksam gemacht“, sagt die 18-Jährige. Nach diversen Bewerbungen und Kontakten fiel die Entscheidung für den Wüstenstaat New Mexico, obwohl sie ursprünglich einen Aufenthalt am Meer, in Kalifornien, vorgezogen hatte. „Den Ausschlag für Albuquerque gab Kunio Kono, der Schwimmtrainer“, sagt sie. „Er hat schon viele gute Leute betreut, darunter auch Oliver Lampe aus Arpke.“ Lampe war 1995 Europameister mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel und 1996 Olympiastarter.

In Hannover hatte Braul als Mitglied der Wasserfreunde 98 Erfolge gesammelt: Sie war zweimal Zweite über 50 Meter Freistil bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften und Teilnehmerin an den Jugend-Europameisterschaften. Doch damit gibt sich die 18-Jährige nicht zufrieden. „Ich wollte in den USA mein Trainingspensum erhöhen und auch neue Reize setzen“, sagt sie. Derzeit trainiert die Schwimmerin 20 Stunden pro Woche, morgens von 6 Uhr an und in einer zweiten Einheit, die um 14 Uhr beginnt. Dabei wird in den USA viel mehr Wert auf Krafttraining gelegt, und nach dem Gewichtestemmen folgt das für Schwimmer ungeliebte Laufen über fünf Kilometer. „Das war insbesondere im Sommer hart“, erzählt Braul, die seit August in New Mexico lebt. „Da lagen die Temperaturen bei 35 Grad Celsius. Unser Schweiß ist sofort verdampft.“

Auch sonst läuft es bei der Studentin aus Hannover gut. Den Stoff des ersten Semesters hat die Schwimmerin im Griff: „In Chemie und Mathematik behandeln wir Themen, die ich schon aus der Oberstufe am deutschen Gymnasium kenne.“ Insgesamt hat sie 15 Stunden Vorlesungen und Kurse an der Uni, nicht eingerechnet ist der Aufwand für Hausaufgaben. „Der Tag ist so ausgefüllt, dass ich gegen 22 Uhr müde ins Bett falle“, sagt Braul. Es stört sie beim Einschlafen nicht einmal, wenn die Mitbewohnerin des Zweierapartments im Studentenwohnheim noch am späten Abend Hausaufgaben macht. Und: „Ich fange schon an, auf Englisch zu denken“, sagt Braul.

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