Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Olympia 2010 Olympia-Abschlussfeier mit vielen Stars
Sportbuzzer Themen Olympia 2010 Olympia-Abschlussfeier mit vielen Stars
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:23 01.03.2010
Olympia-Abschlussfeier Quelle: dpa

Vier Minuten zuvor hatte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), mit der traditionellen Formel „Ich erkläre die Olympischen Winterspiele von Vancouver für beendet“ den Schluss des Wintersportspektakels verkündet. Vancouvers Bürgermeister Gregor Robertson übergab die olympische Fahne an Sotschis Stadtoberhaupt Anatoli Pachomow, der die Sportwelt vom 7. bis 23. Februar 2014 in Russland empfangen wird. Danach erlosch zu den Klängen des Songs „Long may you run“ von Neil Young die olympische Flamme an Kanadas Westküste. Was von den Winterspielen in Erinnerung bleibt, wie es weitergeht und was sonst noch wichtig war und ist – die HAZ klärt die letzten olympischen Fragen.

Wie war die Abschlussfeier, welche Stars traten auf – und was gab es für 
Überraschungen?

Die Gastgeber boten zum Abschluss unter dem Motto „Made in Canada“ eine pfiffige Show, die in ihrer Stimmung die Eröffnungsfeier übertraf. Mit den Worten „Ich bin stolz, Kanadier zu sein“ leitete Schauspieler William Shatner alias Captain Kirk aus dem „Raumschiff Enterprise“ den musikalischen Teil ein, in dem der aus Vancouver stammende Jazzsänger Michael Bublé im Kostüm eines kanadischen Bundespolizisten auftrat. Außer Bublé, Young und Shatner bestritten der an Parkinson erkrankte Hollywoodstar Michael J. Fox, die Schauspielerin Catherine O’Hara, die Rockband Nickelback und die Sängerin Alanis Morissette den Schauteil. Zu Beginn der finalen Party hatten sich die Gastgeber selbst auf die Schippe genommen. Ein Handwerker in Clownsbemalung stieg aus dem Hallenboden empor, drückte einen Stecker in eine imaginäre Steckdose – und plötzlich fuhr die vierte Stele für das olympische Feuer empor. Bei der Eröffnungsfeier am 12. Februar hatte deren Mechanismus versagt.

Wer trug die deutsche Fahne? Und wer wurde besonders umjubelt?

Die Biathletin Magdalena Neuner, mit zwei Goldmedaillen und einmal Silber erfolgreichste deutsche Athletin in Vancouver, trug die schwarz-rot-goldene Fahne. Stürmisch gefeiert wurden die kanadischen Sportler. Der 3:2-Eishockey-Finalsieg gegen den ungeliebten Nachbarn USA hatte im ganzen Land einen Freudentaumel ausgelöst. Überall zogen die Menschen ausgelassen jubelnd durch die Straßen. Die Fahne der mit 14 Goldmedaillen erfolgreichsten Nation trug Eiskunstläuferin Joannie Rochette ins Stadion.

Wie fiel das Fazit der Funktionäre aus?

„Es waren ausgezeichnete und sehr freundliche Spiele. Vielen Dank, Kanada“, sagte der IOC-Präsident Rogge: „Vielen Dank für diese einzigartige und freudige Feier des olympischen Geistes.“ Rogge stellte dem kanadischen Organisationskomitee VANOC ein gutes Zeugnis aus: „Das war ein hervorragender Job. Ihr habt es geschafft, ihr habt gewonnen.“ VANOC-Chef John Furlong gab das Lob an seine Landsleute weiter. „Im ganzen Land ist die schönste Art von Patriotismus ausgebrochen. Die Kanadier haben zusammen mit den Besuchern aus aller Welt gefeiert – strahlend, überglücklich, spontan und friedlich. Ihr wart der Wind unter unseren Flügeln“, sagte Furlong.

Und wie fällt das öffentliche Urteil über die Winterspiele aus?

Nach der fast beängstigend perfekten Propaganda-Veranstaltung in Peking bei den Sommerspielen 2008 waren die Winterspiele in Vancouver menschlicher – und dennoch widersprüchlich. Ein begeistertes Sportpublikum, ein einzigartiges Athletendorf und gefeierte Trendsportarten dienten als Wegweiser für die Zukunft – die Sturzserie mit dem tödlichen Unfall des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili im schnellsten Eiskanal der Welt war dagegen mehr als eine Warnung. „Sicherheit ist die oberste Priorität“, sagte Rogge.

Welche Konsequenzen kann es aus der Sicherheitsdebatte geben?

Als Konsequenz werden verschärfte Qualifikationskriterien für Olympiateilnehmer diskutiert. Bei der Rekordbeteiligung von 2621 Athleten aus 82 Ländern haben 26 verschiedene Nationen Medaillen gewonnen und damit eine eindrucksvolle Universalität demonstriert. „Wir wollen Universalität, aber nicht um jeden Preis“, sagte IOC-Vize Thomas Bach.

Im Vorfeld war das Thema Doping groß in den Schlagzeilen – dann verschwand es von der Tagesordnung. Waren es etwa saubere Spiele?

„Ich bin nicht naiv. Ich werde mein endgültiges Urteil 2018 fällen“, sagte 
IOC-Chef Rogge mit Hinweis auf die achtjährige Lagerung der Proben. Fakt ist: 1750 Analysen der gut 2000 Tests seit dem 4. Februar waren negativ. Es gab zwei Ausnahmen durch Eishockeyspieler, die wegen leichter Stimulanzien verwarnt, aber nicht disqualifiziert wurden: vor dem Auftakt der Spiele die Russin Swetlana Terentewa, am Schlusstag der Slowake Lubomir Visnovsky, der in der A-Probe positiv auf ein Pseudoephedrin getestet wurde. Doch Vorsicht ist geboten: Gerade im Bereich Epo-Doping gibt es Mittel, die durch das Analyseraster fallen. Der Molekularbiologe Werner Franke behauptet: „Viele Ausdauersportler sind vollgepumpt. Gedopt wird direkt nach einem Test.“

Wie geht es weiter für die deutschen Olympiastars?

Am Dienstag werden die Athleten mit einer großen Party in München willkommen geheißen. Mit einem Autokorso fahren 60 der 150 Vancouver-Starter vom Flughafen in die Stadtmitte. Vom Balkon des Münchener Rathauses wollen sie dann ihren Fans zuwinken. „Da kann man sich auch mal so fühlen wie die Jungs vom FC Bayern“, sagte Doppelolympiasiegerin Maria Riesch.

Wann finden die Paralympis statt, die Winterspiele der Behindertensportler?

„Mit glühenden Herzen“, so der offizielle Slogan der Paralympics, wetteifern vom 12. bis 21. März rund 540 Behindertensportler aus 44 Ländern in Vancouver und Whistler wieder um Gold, Silber und Bronze. In den alpinen und nordischen Ski-Wettbewerben, im Biathlon, im Rollstuhl-Curling und im Sledge-Eishockey werden 64 Medaillensätze vergeben.

dpa / ap

Mehr zum Thema

Goodbye Vancouver - dobro poschalowatj Sotschi! Mit dem Erlöschen der olympischen Flamme um 19 Uhr Ortszeit sind am Sonntagabend die XXI. Winterspiele zu Ende gegangen.

01.03.2010
Olympia 2010 Der etwas andere Rücklick - Pannen, Blech und ein falscher Wink

Die Winterspiele von Vancouver und Whistler schrieben Sportgeschichte - mit Triumphen, aber auch Tragödien. Es gab nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Und einige Pannen.

01.03.2010

Die deutschen Sportler haben trotz mancher Enttäuschung eine reiche Medaillen-Ernte eingefahren: Eine Olympia-Bilanz mit Licht und Schatten.

Tatjana Riegler 28.02.2010

Goodbye Vancouver - dobro poschalowatj Sotschi! Mit dem Erlöschen der olympischen Flamme um 19 Uhr Ortszeit sind am Sonntagabend die XXI. Winterspiele zu Ende gegangen.

01.03.2010
Olympia 2010 Der etwas andere Rücklick - Pannen, Blech und ein falscher Wink

Die Winterspiele von Vancouver und Whistler schrieben Sportgeschichte - mit Triumphen, aber auch Tragödien. Es gab nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Und einige Pannen.

01.03.2010

Die deutschen Sportler haben trotz mancher Enttäuschung eine reiche Medaillen-Ernte eingefahren: Eine Olympia-Bilanz mit Licht und Schatten.

Tatjana Riegler 28.02.2010