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Olympische Spiele „Wir wurden doppelt um die Medaille betrogen“
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12:49 07.08.2012
Rainer Brechtken, Chef des Deutschen Turner-Bundes (DTB), spricht von klarer Benachteiligung der deutschen Turnerinnen. (Archiv) Quelle: dpa
London

Auch zwei Tage nach der umstrittensten Entscheidung der olympischen Turn-Wettbewerbe war der Ärger beim Präsidenten nicht verraucht. „Wir haben eigentlich die von uns erhoffte Medaille gewonnen. Janine Berger ist gleich doppelt benachteiligt worden“, schimpfte Rainer Brechtken, der Chef des Deutschen Turner-Bundes (DTB), über die aus seiner Sicht klare Fehlentscheidung des Kampfgerichts beim Sprungwettbewerb, bei der die Russin Maria Paseka vor Berger auf den Bronzerang gesetzt worden war.

„Zum einen hat die Russin für ihre zwei Schritte und das Heraustreten aus der Landezone viel zu wenig Abzüge bei der Haltungsnote bekommen. Und zum zweiten hatte sie einen Sprung angezeigt, den sie dann mit einer halben Drehung weniger gesprungen ist. Das hätte eine deutliche Rückstufung beim Ausgangswert zur Folge haben müssen“, beklagte der Präsident und fügte hinzu: „Das haben mir viele Fachleute aus dem Technischen Komitee nach dem Wettkampf bestätigt.“

Brechtken bedauerte, dass man laut Regelwerk nur gegen die Ausgangswerte der eigenen Turner Protest einlegen darf, nicht aber gegen die von Athleten anderer Nationen. „Fehler gehören auch zum Sport“, räumte er im Berliner „Champions Club“ nachdenklich ein und zuckte mit den Schultern. Dennoch habe gerade die jüngste Turnerin der Riege ihre Sache wunderbar gemacht. Da auch Elisabeth Seitz mit ihren Rängen sechs am Stufenbarren sowie zehn im Mehrkampf alle Erwartungen übertraf und Altmeisterin Oksana Chusovitina als Fünfte beim Sprung nicht enttäuschte, sprach Brechtken von einer „ansprechenden Bilanz mit Schönheitsfehlern“.

Zu diesen gehört neben dem unglücklichen Kampfrichter-Urteil auch das Verpassen des Team-Finales. „Die Qualität der Riege ist so groß. Ein kleiner Fehler weniger und es hätte locker gereicht. Und wenn man dann erstmal im Finale steht, ist sogar noch mehr drin als Platz acht. So steht mit Rang neun zwar das beste Team-Ergebnis seit 20 Jahren, doch das ganz große Ziel wurde knapp verfehlt.“

Cheftrainerin Ulla Koch, die nach der Team-Konkurrenz Tränen in den Augen hatte, bedauerte dies, vermied aber Schuldzuweisungen. „Alle Mädchen haben großartig gekämpft. Unser Teamgeist ist so groß, deshalb hätte wir uns gerade dieses Finale so innig gewünscht.“ Doch Ulla Koch ist um die Zukunft der Riege auch nach dem Abtritt der 37 Jahre alten Chusovitina nicht bange. „Natürlich ist Oksana nicht so leicht zu ersetzten. Aber in Janine Berger haben wir ihre Nachfolgerin ja hier schon gesehen.“

Natürlich hofft Ulla Koch, das Gros der Riege auch weiter zusammenhalten zu können. „Aber wenn sich für die Mädels neue berufliche Chancen ergeben, werde ich ihnen keine Steine in den Weg legen“, konstatierte die Chefin, „mit Turnen kann man in Deutschland kein Geld verdienen.“

dpa

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