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Vierbeiner im Dienst

Mein Landleben Vierbeiner im Dienst

Mein Hunde-Spaziergang führt meinen Doggen-Rüden und mich regelmäßig an Weihnachtsbaum-Plantagen vorbei. Der Hund interessiert sich sehr für diese Areale. Wahrscheinlich ist er ein Weihnachts-Hund. Oder einfach nur neugierig. Denn auf den Plantagen ist jetzt viel Betrieb.

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Auf einer Weihnachtsbaum-Plantage hat der Doggen-Rüde eine ungewöhnliche Berufung gefunden.

Quelle: Weber

Weihnachtsbäume werden ausgezeichnet, geerntet, eingenetzt und auf Wagen geladen. Mein Hund ist extrem fixiert auf Vorgänge, die sich außer der Reihe ereignen. Sobald die Landschaft – und sei es nur durch einen Strohballen – verändert erscheint, muss er der Sache auf den Grund gehen. Manchmal stehe ich minutenlang am Straßenrand, nur weil der Hund ein Segelflugzeug beobachtet. Daher verharrte ich auch in den vergangenen Tagen oft in der Kälte am Zaun einer Weihnachtsbaum-Plantage, weil irgendwo zwischen den Tannen, für mich unsichtbar, der Plantagen-Besitzer unterwegs war.

Gern gesehener Gast

Ich hatte Mühe, den Rüden vom Betreten des Geländes abzuhalten. Bis mich der Besitzer kürzlich ausdrücklich gebeten hat, die Plantagen mit dem Hund zu durchstreifen, damit der Rüde dort seinen Geruch verbreitet. Ich war völlig irritiert. Wollte der Tannenbaum-Züchter jetzt mit speziellen Duft-Bäumen werben? Oder einen neuen Trend setzen und vormarkierte Weihnachtsbäume für Hunde auf den Markt bringen? Die Menschen drehen ja völlig durch, wenn es um ihre Vierbeiner geht. Adventskalender für Hunde gibt es ja längst – warum also nicht auch Tannenbäume mit Spezial-Duft? Aber es geht um ein viel dringlicheres Anliegen: der perfekte Weihnachtsbaum ist gefährdet. Ausgerechnet das Reh, dieses niedliche Tier, ist dafür verantwortlich. Rehe haben Tannenbäume nämlich zum Fressen gern und knabbern am liebsten die Spitzen ab. Diese Fraßschäden machen so einen Baum für Weihnachten unbrauchbar. Und weil Hundegeruch angeblich Reh- und Damwild vertreibt, ist mein Rüde jetzt ein gern gesehener Gast auf den Weihnachtsbaum-Plantagen.

Traumjob gefunden

Da Doggen keinen ausgeprägten Jagd-Trieb haben, besteht auch kaum die Gefahr, dass ein Wildtier zu Schaden kommen könnte, wenn der Rüde tatsächlich mal eines aufspürt. Aber das soll auch gar nicht seine Aufgabe sein. Er soll einfach nur zwischen den Tannenreihen Hundehaare verlieren und so seinen Geruch verbreiten. Keine Ahnung, ob dieser Rüden-Duft das Wild tatsächlich aus seinem Paradies vertreiben kann. Aber ich bin sehr stolz, dass mein Hund jetzt offizieller Tannenbaum-Schutzbeauftragter ist. Der Hund findet seinen neuen Job ebenfalls wunderbar und liebt es, zwischen den Tannen umherzulaufen. Und abends, wenn er zu mir aufs Sofa kriecht, duften Fell und Pfoten ganz weihnachtlich nach frischer Tanne.

Anke Weber

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.