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Mein Landleben Wenn der Hund auf Reisen geht
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13:56 11.03.2018
Eine Tasche erweist sich spätestens auf den zweiten Blick als praktisches Transportmittel für Vierbeiner. Quelle: Symbolfoto, dpa

Und dann braucht der Hund natürlich auch eine spezielle Schutzbrille. Die gibt es ebenso wie allerlei Bekleidungsstücke für Hunde, die mir selbst lächerlich erscheinen. Aber wenn der Hund friert und der Besitzer modisch interessiert ist, dann ist ein passender Schal zum Hundemantel wohl naheliegend.

Manchmal lächele ich trotzdem im Stillen. Über Menschen, die ihre Hunde im Trolley durch die Stadt ziehen. Oder sie in speziellen Hunde-Rucksäcken wie Babys tragen. Vielleicht ist dieser Trend aus New York zu uns geschwappt. Seit Hunde dort nicht mehr zu Pfote die Untergrundbahn betreten dürfen, schleppen die Leute selbst die größten Rassen im Rucksack in den Zug.

Auf Tour mit der Ältesten

Warum aber hierzulande ohne Not den Hund tragen oder im Trolley ziehen? Wenn es sich nicht gerade um Welpen handelt, dann ist es mir ein Rätsel. Am sinnvollsten erscheinen mir noch Fahrrad-Anhänger. Manche Touren sind sogar für trainierte Hunde zu weit. So wie für Emma, die ich vor einem Supermarkt getroffen habe.

Sie wird auf längeren Strecken von ihrer Besitzerin in einer speziellen Fahrrad-Box mitgenommen, weil sie schon etwas betagt ist. Und damit Emma nicht aus dem Wagen springt, hat dieser einen Überbau aus Metall. Eine tolle Lösung. Warum aber trägt man Hunde in einer Handtasche herum? Das konnte ich mir lange nicht erklären. Bis mein Mann und ich neulich mit unserer Dogge in einem extrem bevölkerten Ausflugsgebiet unterwegs waren – am Steinhuder Meer.

Transportmittel mit Vorzügen

Massen anderer Leute mit Hunden hatten auch die Idee. Allerdings waren deren Hunde entweder hervorragend erzogen oder aus der Stadt und deshalb reizmäßig abgestumpft. Sie interessierten sich nämlich nicht für Artgenossen oder Gerüche an Ecken und gingen entspannt neben ihren Besitzern her.

Wir selbst kamen kaum einen Schritt voran. Unser Rüde beschnüffelte minutenlang jeden Pfosten und jeden Grashalm. Diese Reizüberflutung war der Landhund nicht gewohnt. Als wir uns einen Glühwein gönnten, waren unsere Becher schnell leer – der Rüde hatte das mit einem kurzen Ruck an der Leine erledigt. Eine Dame mit wolligem Hündchen in der Handtasche hatte ich zuvor noch belächelt. Doch nun sah ich sie beneidenswert ungestört an ihrem Getränk nippen. Und plötzlich fand ich es total praktisch, den Hund einfach mal in die Tasche zu stecken.

von Anke Weber