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Mama steht hoch im Kurs

Landkreis / Muttertag Mama steht hoch im Kurs

Ist Mama „die beste Freundin“? Sind Schaumburger Kinder brav und beschenken Mutti zum Muttertag? Und war der Muttertag im Mai nicht eine Nazi-Erfindung? SNack hat Antworten auf all diese Fragen.

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Landkreis (fhö, dpa). Der Muttertag ist in Deutschland eine feste Größe. Nur wenige wollen ihn abschaffen. Die meisten Kinder und Erwachsenen sind mit ihren Müttern heute sehr zufrieden und schenken als Dank und Anerkennung eine Kleinigkeit. Denn – das haben Umfragen ergeben – Mütter stehen hoch im Kurs. Nach der jüngsten Shell-Jugendstudie sind 90 Prozent der Mädchen und Jungen vollauf zufrieden mit Mama und bleiben gern lange bei ihr wohnen.

• Was halten die Deutschen vom Muttertag? Blumen, Pralinen, Kosmetik und eine Einladung zum Essen sind nach Umfragen bei erwachsenen Kindern sehr beliebt, um ihren Müttern an diesem Tag eine Freude zu machen. Verweigerer gibt es trotzdem: Ein gutes Viertel schenkt zum Muttertag nichts. Manchmal auch, weil die Mütter das gar nicht wollen. Psychologen glauben, dass Männer mit Frau und Kindern am Muttertag auch ein wenig ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen – weil sie wissen, dass ihre Frauen nach wie vor den Löwenanteil bei Hausarbeit und Kindererziehung stemmen.

• Wie finden Jugendliche aus Schaumburg den Muttertag? Lisa Marie Eickmann aus Lauenhagen zum Beispiel hat ein gutes Verhältnis zu ihrer Mama und schenkt ihr Kerzen mit Rosenduft zum Muttertag. Für die 17-Jährige ist es aber auch wichtig, ihrer Mutter auch an anderen Tagen eine Freude zu machen. Der 15 Jahre alte Birk Brügner, ebenfalls aus Stadthagen, sieht das ähnlich. Birk meint, es sei zwar nicht nötig, den Muttertag mehr als einmal im Jahr zu feiern, jedoch sollte man seiner Mutter regelmäßig eine Freude bereiten.

Auf die Frage, ob er seiner Mutter etwas zum Muttertag schenkt, antwortet er, dass seine Mutter sich ein Gedicht wünschen würde, er sich aber noch nicht sicher sei, ob er diesen Wunsch in Erfüllung gehen lassen kann. Mit umgepolsterten Küchenstühlen versucht die 18-jährige Wiebke Nickel aus Stadthagen, ihrer Mutter eine Freude zu machen. Und auch sie findet den traditionellen Muttertag berechtigt.

• Was wünschen sich Mütter eigentlich? Nach der Analyse von Elternzeitschriften wünschen sich Mütter, von kleinen Aufmerksamkeiten abgesehen, selten etwas Materielles. Die Gesundheit ihrer Kinder und finanzielle Entlastung für Familien stehen dafür ganz oben auf der Wunschliste. Zu den Wünschen zählen darüber hinaus ein besserer Schutz für Kinder gegen Gewalt und eine Kita- und Schulbetreuung, die auch Kinder aus sozial schwachen Familien ausreichend unterstützt.

• Ist der Muttertag eine Nazi-Erfindung? Nein. Die Nationalsozialisten nutzten den Tag jedoch, um ihr Mutterideal zu propagieren. Die heutige Tradition in der westlichen Welt geht auf eine Initiative der US-Frauenrechtlerin Anna Jarvis zurück. Sie wollte ihre eigene Mutter ehren und zugleich auf die Probleme vieler Frauen aufmerksam machen. Am 8. Mai 1914 erließ der US-Kongress eine Resolution: Der zweite Sonntag im Mai soll als Muttertag gefeiert werden. Die Idee wurde bald darauf in England, in der Schweiz und in Skandinavien aufgegriffen.

Schnell flammte aber auch Kritik an der wachsenden Kommerzialisierung des Festtags auf. In Deutschland gab es den ersten Muttertag 1923, initiiert nicht mehr von Frauenrechtlerinnen, sondern vom „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“. Auch Anna Jarvis sah die Wandlung zum reinen Geschenktag kritisch und versuchte, den Muttertag wieder abzuschaffen – vergebens.

• Ein Festtag auch für Floristen? Für Blumengeschäfte gehört die Muttertagswoche bis heute zu den umsatzstärksten des Jahres: Hochgerechnet belief sich im Jahr 2010 der Umsatz mit Schnittblumen in Deutschland auf rund 125 Millionen Euro, hinzu kamen noch rund 50 Millionen Euro für blühende Topfpflanzen.

Menschenrechtsorganisationen haben in diesem Jahr dazu aufgerufen, fair gehandelte Blumen zu kaufen. Sie tragen zum Beispiel das Gütesiegel „Fairtrade“ oder „FLP“ (Flower Label Program). Damit soll verhindert werden, dass Frauen – und Mütter – auf den Blumenfeldern der Dritten Welt zu Hungerlöhnen arbeiten.

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