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SNack Mit Mama über „What‘s App“ texten
Thema Specials Spezial SNack Mit Mama über „What‘s App“ texten
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20:09 24.01.2013
Luna (15, links) und Natalie (16, rechts) haben gut lachen. Während sie sich mit ihren Handys vergnügen können, muss Liam (15) warten, bis sein Telefon wieder repariert worden ist.  Quelle: tbh

Stadthagen (tbh, mak). Und wer kommt für die Kosten auf? Ist das Smartphone mittlerweile für jeden Jugendlichen Standard? Diese und anderen Fragen haben Schüler der Schule am Schlosspark, der IGS Oberstufe und der BBS Stadthagen beantwortet:
Vera (15) hat Grund zur Freude: „In zwei Wochen bekomme ich ein neues Smartphone, mit dem ich auch ‚What’s App‘ benutzen kann. Mit meinem aktuellen Handy nutze ich hauptsächlich Facebook“.

Schulkollegin Sascha-Mae (14) sagt, dass sie an Geburtstagsfeiern oder in der Schule gut auf ihr Handy verzichten kann. „Aber wenn ich ins Bett gehe, surfe ich noch ein letztes Mal im Internet, das ist sozusagen ein Einschlaf-Ritual von mir“, gibt die 14-jährige Schülerin zu.
Lena (13) bezahlt ihre Handykosten von ihrem Taschengeld: „Würden meine Eltern die Kosten übernehmen, würde ich es wahrscheinlich gar nicht ausreizen und öfter nutzen als jetzt“, fügt die Jugendliche hinzu.

Natalie (16) hat die unterhaltsamen Funktionen des Mobiltelefons entdeckt. „Ich benutze mein Handy zum Beispiel auch zum Musikhören“, erklärt die Schülerin. Aber wie bei ihrer Freundin Luna (15) auch, wird das Telefon hauptsächlich zum Verabreden mit Freunden und Unterhalten über „What’s App“ eingesetzt.

Eines scheint sich bei Jugendlichen abzuzeichnen: „SMS schreiben ist out“, das meint auch Liam (15), der zurzeit auf sein neues Smartphone verzichten muss, weil es ihm kürzlich kaputtgegangen ist. „Sogar mit meiner Mutter schreibe ich mittlerweile über ,What’s App‘“, verrät Luna.
Leo (17) nutzt sein Handy regelmäßig über den Tag verteilt und meint, dass Jugendliche ihr Handy zu oft benutzen würden. „Ich schätze, ich nutze es zwei Stunden täglich“, vermutet er. „In der Schule lenkt das Handy nur ab“, meint Hüseyin (17). Und auch in geselliger Runde mit Freunden nervt das Smartphone nur. Giacomo (17) findet, dass das Handy nicht am Esstisch genutzt werden sollte: „Bei Familienfeiern oder wenn wir essen gehen, benutze ich es gar nicht“. Trotzdem schätzt er, sein Handy mindestens zweieinhalb Stunden pro Tag zu benutzen.

Lennard (17) verrät: „Ich benutze mein Handy drei bis vier Stunden am Tag. Die anfallenden Kosten tragen zur Hälfte meine Eltern.“ Sein erstes Smartphone bekam Lennard in der neunten Klasse. Hilke (17) sagt: „Wie oft ich mein Handy am Tag benutze, ist sehr unterschiedlich.“ Sie ist der Meinung, dass neue Handys am Anfang öfter benutzt werden, bis das Gerät zur Normalität gehört.

Auch in der Schule ist das Handy manchmal ganz nützlich. „Wir dürfen zu Recherchezwecken manchmal sogar mit dem Smartphone ins Internet“, sagt Jewgenija (17). Für Patrick (19) ist das keine Option. „Ich habe noch immer kein Smartphone. In der Schule hatte ich das Telefon auch eigentlich nie dabei.“ Damit gehört er zur Minderheit, die noch nicht mit dem „Smartphone-Virus“ infiziert ist. Tim (18) hingegen kontrolliert mit seinem Mobiltelefon sogar seine Kontobewegungen. „Weil mein Laptop kaputt ist, mache ich mittlerweile sogar Onlinebanking mit dem Handy.“

Fluch oder Segen- Welche Regeln haben die Schulen?

„Das Telefonieren rückt immer weiter in den Hintergrund“, hat Holger Wirtz, Schulleiter am Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) in Stadthagen, festgestellt. Grundsätzlich sind Mobiltelefone am WBG nicht verboten, im Gebäude dürfen die Schüler sie aber nicht benutzen. Damit soll verhindert werden, dass Schüler gegen ihren Willen fotografiert oder gefilmt und ins Internet gestellt werden.

Auch am Ratsgymnasium Stadthagen (RGS) ist die Handybenutzung geregelt. Gerade in Prüfungen, wo das Internet als Spickzettel dienen würde, sind die Lehrkräfte, nach Angaben der stellvertretenden Schulleiterin Angelika Hasemann, zu aktiver Aufsicht angehalten.

„Das Handy ist Fluch und Segen zugleich“, sagt Wirtz. Zum einen sei es hilfreich, um beispielsweise Unterrichtsinhalte und Themen recherchieren zu können, zum anderen biete es leider auch viele Missbrauchsmöglichkeiten.

Am WBG darf das Mobiltelefon indes nach Absprache mit der Schulleitung im Unterricht genutzt werden, beispielsweise zur Dokumentation von Projekten oder Aktionen. Grundsätzlich gelte aber die räumliche Trennung zwischen der Benutzung auf dem Schulgelände und dem Verbot im Gebäude.