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SNack Mit neuer Zaubermütze
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08:46 03.11.2017
Wenn Mario seine Cappy auf Feinde oder Gegenstände wirft, kann er deren Fähigkeiten annehmen. Quelle: Nintendo/dpa-tmn
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Eine Latzhose, ein Schnurrbart, eine Mütze. Gewisse Dinge gehören bei Super Mario einfach dazu. Doch in „Super Mario Odyssey“ wird die Kopfbedeckung vom bloßen Accessoire zum Hauptdarsteller – in einem Titel, der nicht nur modisch Maßstäbe setzt. Nintendos Hüpfspiel für seine neue Konsole Switch sucht in der Games-Welt seinesgleichen.

Einzig die Geschichte von „Super Mario Odyssey“ ist der gleiche altbackene Quatsch wie immer: Fiesling Bowser entführt Prinzessin Peach – diesmal, um endlich die lang ersehnte Märchenhochzeit mit ihr zu feiern. Also nimmt Mario in einem Luftschiff die Verfolgung auf. Dabei durchquert er diverse Welten, in denen Bowser und seine Schergen Chaos angerichtet haben. Klempnerhilfe: dringend benötigt. Zum Glück ist das nur der Vorwand für ein kunterbuntes Abenteuer, in fünf Minuten abgehandelt und danach kaum mehr erwähnt. Stattdessen konzentriert sich „Super Mario Odyssey“ auf die Qualitäten, die Hüpfspiele mit Mario schon seit den achtziger Jahren ausmachen: Eine präzise Steuerung, viel Charme und vor allem ein ständiger Nachschub an Überraschungen, Ideen und Herausforderungen.

Magie in der Mütze

Frischer Wind weht in „Odyssey“ vor allem dank Cappy, Marios Mütze. Die kann der Klempner nach Feinden und Gegenständen werfen, um in deren Haut zu schlüpfen und sich ihre Fähigkeiten auszuleihen. So wird Mario mal zum kleinen Goomba-Pilz, der auch auf Eis trittsicher ist, mal zum Flugsaurier und mal zur Raupe, die mühelos Abgründe überquert. Aus diesem einen Mechanismus zieht Nintendo bis zum Schluss des Spiels ständig neue Ideen und Gags – langweilige Routine wird die Mützenwerferei nie.

Und auch abseits von Cappy hat „Odyssey“ einiges zu bieten. Statt aus linearen Levels besteht das Spiel aus einer Reihe kleiner, aber fast vollgestopfter offener Welten. Darunter Wüsten voller Ruinen, ein swingendes Quasi-New-York, Dschungel, Schneelandschaften und Höhlen unter Wasser. Darin bekämpft Mario Bowsers Schergen und sucht sogenannte Power-Monde – Treibstoff für sein Luftschiff.

Und diese Monde gibt es überall, hundertfach. Mal am Ende kniffliger Hüpfpassagen, mal versteckt hinter Geheimtüren, als Belohnung für Mini-Spiele aller Art oder knifflige Rätsel, mal als Trophäe nach einem dramatischen Kampf gegen Endgegner. Wie viele und welche dieser Monde Mario zuerst sammelt, ist ihm fast komplett selbst überlassen.

Theoretisch können eilige Spieler den Abspann damit in 15 Stunden sehen. Danach geht das Spiel aber einfach weiter und bietet genug Anlass, weiter Welten zu erkunden. Unter anderem gibt es knifflige Herausforderungen, die auch geübte Mario-Spieler auf die Probe stellen, erst lange nach Ende des Abspanns.

Viel Akrobatik und großartige Details

Die meisten Spieler werden aber wohl schon auf dem Weg zum Finale mehr Monde sammeln als nötig, weil es so viele gibt und es so viel Spaß macht. Erstens wegen der Steuerung, die Mario mit wenigen Knöpfen vom Rückwärtssalto bis zum Dreisprung jede Menge Akrobatik entlockt. Und zweitens wegen der unzähligen großartigen Details.

Da sind etwa Juchzlaute und Gesten, die Mario quasi permanent von sich gibt. Oder die witzigen Kostüme, die er sammeln oder für Spielgeld kaufen kann. Oder die abwechslungsreiche Orchestermusik und die stilsichere wie vielfältige Grafik. Dass dabei alles stets flüssig und ganz ohne die Fehlerchen anderer Spiele läuft, ist bei Nintendo fast selbstverständlich, aber trotzdem lobenswert.

Mit „Super Mario Odyssey“ zeigt Nintendo eindrucksvoll, wie aktuell die Mario-Mischung aus Spielfreude, Kreativität und Witz noch immer ist. Und dass sich auch ohne Onlinemodus, Rollenspiel-Elemente, Mikrotransaktionen und andere allgegenwärtige Bausteine moderner Blockbuster ganz große Spiele für alle Ziel- und Altersgruppen machen lassen. Mit einer Mütze und hunderten guten Ideen. Von Tobias Hanraths

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