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Noch niemals Schnee gesehen

Stadthagen / Austauschschülerin Noch niemals Schnee gesehen

Andrea (17) kommt aus Puebla in Mexiko und ist für ein Jahr lang in Deutschland zu Hause. Ein Schüler-Austausch hat die Jugendliche ins Ratsgymnasium Stadthagen verschlagen. Im Interview mit SNack spricht sie über neue Essgewohnheiten, Weihnachten im Ausland und die Vorfreude darauf, endlich einmal Schnee zu sehen.

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Andrea, du bist schon seit ein paar Monaten ziemlich weit weg von zu Hause. Was war das für ein Gefühl, in Deutschland aus dem Flugzeug zu steigen?

 Ganz am Anfang war es schon schwer für mich. Mittlerweile aber nicht mehr, jetzt ist auch nicht mehr alles so neu: Ich bin zwar sehr weit weg von zu Hause, aber es ist trotzdem schön.

Bist du mit einer Organisation oder privat hier?

 Mit einer Organisation, der YFU: youth for understanding.

Was hat dich darauf gebracht, für ein Jahr nach Deutschland zu gehen?

 Ich möchte Deutsch lernen für mein Mechatronik-Ingenieurs-Studium.

Und was kommt nach dem Studium?

 Etwas in Richtung Maschinenbau. Am liebsten würde ich später in Deutschland für Volkswagen arbeiten.

Überhaupt: Du sprichst schon sehr gut Deutsch!

 Ich habe es zwei Jahre lang auf einer Sprachschule in Mexiko gelernt.

Was war das Beste, das dir hier passiert ist?

 Meine Gastfamilie! Sie ist total nett.

Wie waren deine ersten Tage in Deutschland?

 Gut. Aber es ist hier sehr anders gewesen. Am Anfang, wenn man sie noch nicht richtig kennt, wirken die Leute irgendwie kalt. Als ich sie nach und nach kennenlernte, habe ich erst gemerkt, wie freundlich sie sind.

Das war bestimmt nicht so leicht am ersten Schultag.

 Nein. Die Sprache, Leute kennenlernen, Freunde finden, all das.

Worin unterscheiden sich Deutschland und Mexiko besonders?

 Im Essen! Hier isst man nichts Scharfes. Zum Beispiel gibt es keine Tacos oder Chilaquiles. Das Wetter ist hier auch ganz anders. Zum Vergleich: In Mexiko sind es gerade 20 Grad.

Das klingt verführerisch warm. Aber was ist Chilaquiles?

 Das ist Tortilla mit einer Soße aus Tomaten, Zwiebeln und Chili.

Was können die Deutschen deiner Meinung nach von den Mexikanern lernen?

 Mexikaner sind sehr herzlich und hilfsbereit. Außerdem feiern sie öfter Partys als die Deutschen…

Was gefällt dir besonders gut in Deutschland?

 Ich freue mich sehr über die Leute, die ich hier kennengelernt habe. Außerdem gefällt mir die Landschaft.

Was erhoffst du dir noch von deinem Austausch?

 Ich wünsche mir, noch besser Deutsch zu lernen und noch mehr Freunde zu finden. Und ich werde hoffentlich Schnee sehen, das wäre das erste Mal! Außerdem möchte ich die Kultur kennenlernen, das Essen, und, wie hier Weihnachten gefeiert wird.

Wie wird denn in Mexiko Weihnachten gefeiert?

 Gute Frage! Eigentlich trifft sich da die ganze Familie, mit Tanten und Cousins. Dann machen wir eine Posada – das ist eine Party, auf der wir Weihnachtslieder singen und eine Piñata haben.

Und eine Piñata ist...

 Eine bunte Figur aus Pappmaché, die mit Süßigkeiten gefüllt ist. Man hängt sie auf und schlägt mit einem Stock dagegen, bis die Süßigkeiten herausfallen.

Was findest du in Deutschland besonders lustig?

 Die typisch deutschen Ausdrücke, die ich nicht in der Sprachschule gelernt habe, zum Beispiel: „Ach, Mensch!“ Außerdem essen die Leute hier immer Brot, zu jeder Tageszeit. Und es gibt hier lila Kartoffeln.

Lila Kartoffeln?

 Ja, die hat mir meine Gastfamilie gezeigt.

Was magst du an den Deutschen?

 Wie sie meinen Namen aussprechen! Sie rollen das „r“ so tief im Hals.

Was wirst du vermissen, wenn du zurück nach Mexiko gehst?

 Ich bin erst zwei Monate hier und möchte schon nicht mehr zurück! Ich werde vor allem meine Gastfamilie vermissen und natürlich meine Freunde. Außerdem das Essen und die Kartoffeln. Hier werden Kartoffeln zu ganz verschiedenen Dingen gegessen, anders als in Mexiko. Und ich werde das Wetter vermissen. Hier ist es vergleichsweise kalt, in Mexiko ist es einfach immer warm.

 Interview: Miriam Kodoll

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