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Auf Pfählen gebaut

Thema des Tages / Edeka in Lauenau Auf Pfählen gebaut

An der Autobahn in Lauenau entsteht derzeit der größte Neubau in der Region. Die Edeka-Gruppe errichtet dort ein Regionallager. Es ist Teil eines Logistikkonzepts, mit dem der Einzelhandel zwischen holländischer und polnischer Grenze beliefert wird. Im kommenden Jahr soll das Lager in Betrieb genommen werden. Allein die Bauphase bedeutet schon großen logistischen Aufwand.

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Im linken Gebäudeteil lagern demnächst Obst, Gemüse und Feinkost, im Trakt auf der rechten Seite wird künftig das Trockensortiment aufbewahrt. Dazu gehören Nudeln, Reis und Konserven. Die Autobahn führt im Hintergrund an dem Neubau vorbei.

Quelle: tol

Lauenau. Ein wenig erinnert der riesige graue Betonklotz direkt an der Autobahn 2 an die Städte Amsterdam und Venedig. Ein bisschen – denn auch die Touristenzentren an Amstel und Adria sind einst auf Pfählen gebaut worden. Das neue Regionallager, das der Lebensmittelkonzern Edeka derzeit in Lauenau errichtet, steht ganz genauso wie Amsterdam und Venedig gänzlich auf Stützpfeilern. Mit einem feinen Unterschied: Die Pfähle bestehen nicht aus jahrhundertealtem Eichenholz, sondern aus massivem Beton. Rund 5100 dieser Betonpfeiler dienen dem neuen Logistikzentrum als stützendes Fundament.
Knapp 77 Kilometer lang wären die Pfähle, würde man sie hintereinanderlegen. Zu Beginn der Bauarbeiten habe man, so erklärt es Edeka-Bauleiter Mathias Schleweis, zunächst Löcher bis zu einer Tiefe von 14 Metern gebohrt. Dann seien diese nach und nach mit Beton gefüllt worden. Würde das Gebäude an der Autobahn nicht auf Pfeilern stehen, so hätte die Gefahr bestanden, dass das Riesengebäude irgendwann sackt, so Edeka-Geschäftsführer Joachim Lücke. „Die Bodenanalyse hat über ein halbes Jahr gedauert“, sagt er. Auch deshalb habe sich der Bau des Regionallagers etwas verzögert. Auf den Stützpfählen liegt nun die Bodenplatte, die gewissermaßen eher eine Geschossdecke ist – auf einer Fläche von rund 69 000 Quadratmetern, etwa so groß wie zehn Fußballfelder.

Das Hochregallager hat Platz für 15 000 Lebensmittel-Paletten. Monteure sind damit beschäftigt, rote Wasserleitungen anzubringen. Sie sind Teil einer Sprinkleranlage, die Brände verhindern soll.

Quelle: tol

Das Regionallager des Lebensmittelkonzerns ist das derzeit größte Bauprojekt in der Region. Das Logistikzentrum soll im Mai 2014 in Betrieb gehen und rund 670 Einzelhandelsmärkte der Edeka Minden-Hannover mit Waren beliefern. Der Rohbau ist fertiggestellt. Rund 50 000 Kubikmeter Beton und 5700 Tonnen Stahl sind dafür verbaut worden. Auf der gigantischen Baustelle im Lauenauer Gewerbegebiet hat es deswegen sogar ein eigenes Betonwerk gegeben. Den Bauarbeitern bleibt nun noch ein halbes Jahr, um den Innenausbau und die technische Gebäudeausstattung fertigzustellen. Gut 40 Prozent dieser Arbeiten sind bereits erledigt.
„Als Erstes werden von Lauenau aus ab Mai Tiefkühlwaren ausgeliefert“, so Geschäftsführer Lücke. Schrittweise werden dann das Trockensortiment (Nudeln, Reis, Konserven), Feinkost sowie Obst und Gemüse folgen. Ab November 2014 soll mit der Auslieferung von Fleisch- und Wurstwaren das Regionallager komplett in Betrieb gegangen sein. Dann sollen die Nahversorger im Geschäftsbereich der Edeka Minden-Hannover ihre Bestellungen binnen 24 Stunden geliefert bekommen, sagt Lücke.
Dazu werden rund 400 Lkw das Lauenauer Lager ansteuern – täglich, rund um die Uhr. Weil sie das Regionallager auch wieder verlassen, rechnet die Edeka mit etwa „800 Lkw-Bewegungen täglich“. Dazu kommen etwa noch einmal so viele Pkw-Bewegungen der 850 Mitarbeiter. Wie sich das auf den Verkehr an und auf der Autobahn auswirkt, zeigt sich erst im nächsten Jahr. Den grundsätzlichen „Fahraufwand“ jedenfalls will die Edeka Minden-Hannover mit dem neuen Regionallager in Lauenau reduzieren, sagt Lücke.

Hier entsteht eine „Riesen-Kühltruhe“: Auf 5800 Quadratmetern werden Tiefkühlprodukte gelagert. Raumtemperatur: minus 24 Grad.

Quelle: tol

Lauenau ist Teil des neuen Logistikkonzepts der Edeka Minden-Hannover, deren Geschäftsbereich von der Nordsee bis Magdeburg in Nord-Süd-Richtung sowie von der holländischen bis zur polnischen Grenze in West-Ost-Richtung reicht. Insgesamt werden die Lagerstandorte in diesem Gebiet von 15 auf acht reduziert. An den verbleibenden Standorten wird ausgebaut und die Kapazität erweitert. Insgesamt lässt sich das der Lebensmittelkonzern rund 330 Millionen Euro kosten. Allein fast 150 Millionen Euro verschlingt der Neubau in Lauenau. Edeka verspricht sich von der Umstrukturierung etwa 40 Prozent mehr Lagerumsätze.
Für rund 750 Beschäftigte der Logistik steht demnächst ein Umzug – zumindest, was die Arbeitsstätte angeht – an. Sie wechseln von den bisher bestehenden Lagerstandorten in Minden, Sarstedt, Wunstorf und Laatzen ins neue Lager nach Lauenau. Nicht alle bisher Beschäftigten aber machen mit. Nach Angaben des Unternehmens wird ein geringer Teil der Mitarbeiter nicht mit umziehen, sondern nach Sozialplan abgefunden. Das Lager in Sarstedt wird nur noch als Standort für Einweg-Getränke und Saisonartikel in Betrieb bleiben, während die Logistikbetriebe in Minden, Laatzen und Wunstorf geschlossen werden.
Unterm Strich werden dann 100 neue Arbeitsplätze in Schaumburg geschaffen – möglicherweise „plus x“. Für 50 Mitarbeiter im Bereich Technik (Elektriker, Mechatroniker) läuft die Bewerbungsphase; 50 Lageristen und Fahrer werden fürs kommende Jahr noch gesucht. ll

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