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Thema des Tages Augenmerk liegt auf Qualität
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00:16 12.12.2013
Hohe Qualität zum günstigen Preis: Es ist nachhaltiger, Wasser aus der Leitung zu trinken, als Mineralwasser zu kaufen, meint Werner Volker. Quelle: pr.
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Von Jan Peter Wiborg

Rund 120 bis 125 Liter Wasser beträgt nach Angaben von Werner Volker, Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordschaumburg, der durchschnittliche Verbrauch von Trinkwasser pro Kopf und Tag. „Als ich vor 30 Jahren angefangen habe, rechneten wir mit 145 Litern.“ Der Wasserverband Nordschaumburg ist der größte Frischwasserversorger im Landkreis Schaumburg.

 Die „Technik in den Häusern“ macht Volker für den Rückgang des Wasserverbrauchs verantwortlich. Wasser zu sparen bedeute nun aber auf keinen Fall für den Einzelnen, Geld zu sparen.

 Zudem sei gerade im nördlichen Bereich das Leitungssystem in großen Teilen 60 Jahre alt. Dort sei bereits investiert worden und müsse auch noch weiter investiert werden, ein entsprechendes Konzept liegt vor. „Das geht nur über den Preis“, sagte Volker. Auch eine Enthärtung des Wassers, wie vereinzelt gefordert, würde den Kubikmeterpreis weiter in die Höhe treiben.

 Im großen Verbandsgebiet vom Auetal bis nach Wunstorf und auf rund 400 Quadratkilometern läuft das Wasser durch ein Netz von 600 Kilometern Rohren hin zu 19400 Hausanschlüssen mit 70000 Menschen. 3,75 Millionen Kubikmeter Trinkwasser fördern die vier Wasserwerke mit 17 Förderbrunnen jährlich. Rund 10000 Kubikmeter Wasser liefert der größte der neun Wasserversorger auf dem Gebiet des Landkreises Schaumburg. Im Sommer, an heißen Tagen, können es auch bis zu 15000 Kubikmeter werden.

 Vor rund drei Jahren hat der Geschäftsführer, so wie er sagt, den Glauben an „naturbelassenes Wasser“ verloren: In Vorfeldmessstellen bei Landringhausen – noch nicht im Trinkwasser selbst – seien erstmals Metabolite gefunden worden, umgewandelte Stoffe aus Pflanzenschutzmitteln, laut Volker dem Zuckerrüben-, Mais-, und Rapsanbau zuzuschreiben. „Wonach wir suchen müssen, suchen wir“, sagt er. Der Sicherung der bislang bereits hohen Qualität soll auch künftig das Augenmerk gelten.

 Insofern treibt Volker auch das Thema „Mineralwasser“ um. Für ihn ist es „der helle Wahnsinn“, Wasser in eigens hergestellte Flaschen zu füllen und über Hunderte von Kilometern zu transportieren. Von Nachhaltigkeit könne nun wirklich dabei nicht die Rede sein: „Unser Wasser ist nachweisbar mindestens genauso gut und fast frei Haus.“

 Insofern sei der Trinkwasserpreis mit derzeit noch 88 Cent plus Mehrwertsteuer pro Kubikmeter „sehr moderat“ angesichts von Wässern, die zum Teil mehr als einen Euro pro Liter kosteten.

 Im Wasserwerk Hohenholz bei Steinhude sprudelt das Wasser aus 84 Metern Tiefe ohne besondere Deckschichten. Über den Vorkommen beim Wasserwerk Landringhausen liegt eine dicke Deckschicht von 30 Metern Lößbörde, das Wasserwerk Billerbach bei Apelern fördert aus einer Quelle und aus rund 60 Metern Tiefe kommt das Wasser im Werk Habrighausen an den Bückebergen.

Medikamente belasten Abwasser

Landkreis. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker. Diese allgemein bekannte Empfehlung bezieht sich nicht nur auf die direkte Arzneimitteleinnahme, sondern auch auf die Entsorgung alter Medikamente. Denn: Im Ausguss oder der Toilette haben Aspirin, Hustensaft und Co. nichts zu suchen.

Arzneimittelrückstände im Abwasser belasten zunehmend die Fließgewässer in Deutschland. Hauptquelle sind die häuslichen Abwasser. Die Bürger in Deutschland werden immer älter, der Medikamentenkonsum steigt. Die Ausscheidungen der Arzneimittel machen den wesentlichen Teil des veränderten Abwassers aus. Doch auch achtlos in der Toilette oder dem Ausguss entsorgte Medikamente belasten das Abwasser enorm.

Was in Ballungszentren immer mehr zu einem Problem wird, sei in ländlichen Regionen wie Schaumburg noch nicht akut, bestätigen Hans-Heinrich Redeker vom Abwasserverband Gehle-Holpe und Werner Volker vom Wasserverband Nordschaumburg. Doch auch die Geschäftsführer der beiden Verbände haben das Thema im Blick.

Das Abwasser wird zwar in Kläranlagen gereinigt, doch die dreistufigen Anlagen in Deutschland sind bislang noch nicht auf die neuen Problemstoffe ausgerichtet. Eine vierte Reinigungsstufe auf Basis von Ozon, Aktivkohle oder mit speziellen Membranen wäre nach Angaben des Verbraucherservice Bayern nötig, um die Arzneimittel aus dem Abwasser zu filtern. Gesetzliche Anforderungen dafür gibt es bislang nicht. Ein Problem: Eine vierte Reinigungsstufe ist mit einem höheren Energieaufwand und zusätzlichen Kosten verbunden.

Bislang wird das Abwasser nach Angaben von Redeker und Volker in den Kläranlagen in Volksdorf und Auhagen nicht auf chemische Rückstände aufgrund von Arzneimitteln untersucht. Dennoch ist sich Volker sicher: „Das wird ein Thema.“ Die große Sorge des Geschäftsführers des Wasserverbandes Nordschaumburg: Die Arzneimittelrückstände bleiben im Abwasserkreislauf und kommen so ins Trinkwasser.

Doch nicht nur das Trinkwasser ist von Medikamtenrückständen betroffen, auch auf Wasserlebewesen haben sie schädliche Auswirkungen. Nach Angaben des Verbraucherservice Bayern werden schon durch niedrige Konzentrationen des Schmerzmittels Diclofenac Leber, Nieren und Kiemen von Fischen geschädigt. Antibiotika wiederum würden das Wachstum von Algen und Pflanzen hemmen. Untersuchungen hätten außerdem gezeigt, dass bereits geringe Mengen synthetischer Hormone, verursacht durch die Anti-Baby-Pille, in Fließgewässern die Reproduktion der Fische beeinflusst.

Da Verbraucher allerdings auch nicht auf ihre Medizin verzichten können, fordert der Verbraucherservice „verantwortungsvollen Umgang“. In Deutschland gebe es kein einheitliches Rücknahmesystem für Arzneimittel, um sie sachgerecht zu entsorgen. Deswegen sei jeder Verbraucher zu überlegtem Handeln aufgefordert.

Brunnen auf dem eigenen Grundstück?

Ein eigener Brunnen im Garten für das Brauchwasser? Wer denkt da nicht an den klassischen Schachtbrunnen, wie er zum Beispiel im „Märchen“ vom Froschkönig beschrieben wird.
Aus hygienischen Gründen sind diese offenen Wasserstellen heute fast gar nicht mehr in Gebrauch. Sauber verschlossene Bohrbrunnen, Rammbrunnen oder Spülbrunnen finden sich auch in vielen Neubaugebieten.

Formal sind im Landkreis Schaumburg nur wenige Voraussetzungen für den Betrieb eines Brunnens zu beachten, das Ausfüllen eines einzigen Anzeigevordrucks reicht. Bis zu zehn Kubikmeter Brauchwasser pro Tag dürfen in der Regel gefördert werden.

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