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Aus Liebe zum schönen Schaumburger Land

Kunstwerke von Wolfgang Heisecke Aus Liebe zum schönen Schaumburger Land

Im November vergangenen Jahres ist Wolfgang Heisecke verstorben. In Erinnerung bleiben wird der ehemalige Polizeibeamte vielen Schaumburgern wohl als begnadeter Künstler. Seine Motive zeigen die schönsten Seiten Schaumburgs. Die SN erinnern im Thema des Tages an sein jahrzehntelanges Schaffen.

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Wird derzeit restauriert: das Schlossgarten-Café in Stadthagen.

Quelle: Repro: kp

Landkreis. Beruflich bekannt war er als Polizeibeamter in verschiedenen Führungspositionen, insbesondere als langjähriger Leiter der Polizeidienststelle Stadthagen. Darüber hinaus hat er in gesellschaftlicher Hinsicht — vor allen Dingen im sozialen Bereich — im Landkreis eine große Rolle gespielt. Er suchte stets den Kontakt mit seinen Mitmenschen, organisierte Veranstaltungen, war immer dort anzutreffen, wo die Gemeinschaft gepflegt und gefordert wurde. Die Rede ist von Wolfgang Heisecke. Anfang November ist er im Alter von 80 Jahren verstorben. Zurück bleiben Erinnerungen an einen Mann, der zweifellos über Jahrzehnte das gesellschaftliche Leben im Schaumburger Land mitgeprägt hat.

 Neben seinen vielseitigen Aufgaben und Neigungen ging Wolfgang Heisecke einem Hobby nach, das ihn in seiner Freizeit voll ausfüllte und weit und breit bekannt machte. Heisecke war ein begnadeter Kunstmaler und Zeichner. Zur Erinnerung an den Künstler sollen die auf dieser Seite veröffentlichten Bilder einen kleinen Einblick geben in dessen jahrzehntelanges Schaffen.

 

Blick in die Enge Straße in Rinteln.

1937 in der niedersächsischen Bierstadt Einbeck geboren, verschlug es ihn 1972 beruflich als Polizeibeamter in das Schaumburger Land. Von Anfang an war er begeistert von der Region zwischen Steinhuder Meer und Weserbergland. Er ging stets mit offenen Augen durch das Schaumburger Land und fand hier die Motive, die er sich als Künstler wünschte: verträumte Landschaften, idyllisch gelegene Dörfer, stattliche Bauten aus dem Mittelalter und der Zeit der Weserrenaissance sowie zahlreiche Fachwerkhäuser, wie er sie aus seiner Geburtsstadt Einbeck kannte.

Idyllische Ansicht am Steinhuder Meer.

Idyllische Ansicht am Steinhuder Meer.

 

Heiseckes Heimatbilder, schwarz-weiß mit feiner Feder gezeichnet oder als Aquarell ausgemalt, wurden zum Renner. In vielen Privathäusern und öffentlichen Gebäuden, Gaststätten und Restaurants hängen seine Bilder, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Auswanderer haben sich bei einer Stippvisite in ihrer ehemaligen Heimat mit Zeichnungen eingedeckt, um eine Erinnerung an ihre frühere Heimat am neuen Wohnort zu haben. Die Bilder schmücken heute sogar Wohnräume in Kanada und in den USA.

Wintermorgen am Gallhof in Meerbeck.

Wintermorgen am Gallhof in Meerbeck.

 

Wie alle Künstler war Heisecke gern auf Reisen. Besonders liebte er die Region rund um das Mittelmeer. Sein bevorzugtes Feriendomizil war die Balearen-Insel Mallorca. Die dortigen Naturschönheiten inspirierten ihn zu zahlreichen Bildern, die noch vor Ort ihre Liebhaber fanden. Die Zeichnungen erhielten Beachtung in Ausstellungen in Stadthagen, Bückeburg, Wiedensahl, auf Mallorca und in Italien.

 Als Neu-Schaumburger war er schnell eingebunden in lokale Festivitäten. Besonders angetan war er vom Historischen Schützenfest in Stadthagen. Es gibt kaum ein Rottlokal, das nicht von Heisecke ausgeschmückt wurde, manchmal mit Zeichnungen im Riesenformat.

Fürstliches Schloss in Bückeburg.

Fürstliches Schloss in Bückeburg.

 

Ein weiteres Kapitel im Leben des Künstlers Heisecke waren die seit 1984 veröffentlichten Jahreskalender, bis 1998 mit Schwarzweiß-Zeichnungen ausgestattet, ab 1999 sogar in Farbe. Unter dem Titel „Schönes Schaumburger Land“ präsentierte er jeweils zwölf Ansichten aus der Region, die er so liebte und längst als seinen Lebensmittelpunkt ansah. In einigen Jahren erschienen zwei Kalenderausgaben. Neben der Reihe „Schönes Schaumburger Land“ brachte Heisecke zu besonderen Anlässen Sonderauflagen heraus, so zum Beispiel zum 1125-jährigen Jubiläum von Apelern im Jahre 1991 mit Federzeichnungen von Apelern und Umgebung.

Wochenmarkt auf dem Marktplatz in Stadthagen.

Wochenmarkt auf dem Marktplatz in Stadthagen.

1992 gab es einen speziellen Kalender für die damals in der Arensburg residierende Unternehmensgruppe Kindermann & Partner. Das Besondere an den Kalendern ist, dass Heisecke die stets limitierte Auflage — 800 bis 1200 Exemplare — Blatt für Blatt handsigniert hat. Sie wurden schon allein deshalb zu begehrten Sammelobjekten.

 Mit spitzer Feder brachte er die Motive zu Papier. Als Vorlage dienten schnell hingeworfene Skizzen, Fotografien, historische Postkarten und Zeitungsbilder der Lokalpresse. In Stadthagen zeichnete und malte er den Marktplatz und die St.-Martini-Kirche, das Schloss, die Amtspforte, das Schlossgarten-Café und zahlreiche Fachwerkhäuser.

Georgsturm auf der Schaumburg.

Georgsturm auf der Schaumburg.

Die Reihe historischer Bauten setzte sich in den Städten Bückeburg, Rinteln und Obernkirchen fort. Über Land fand er in kleinen Orten und Dörfern abseits der Hauptverkehrsstraßen romantische Plätze und stille Gassen, altehrwürdige Gebäude, Kirchen und Klöster, Schlösser und Gutshäuser und immer wieder Fachwerkbauten, die er im Bild festhielt. Auffällig ist, dass er oft die Winterperiode mit Schnee und Eis in die Zeichnungen einfließen ließ und dabei die Advents- und Weihnachtszeit in Szene setzte. Einige seiner schönsten Zeichnungen und Aquarelle wurden als Klappkarten aufgelegt.

Wolfgang Heisecke beim Signieren seiner Werke.

Wolfgang Heisecke beim Signieren seiner Werke.

 

Übrigens: Aus dem Nachlass von Wolfgang Heisecke werden in der „Galerie Vielfalt“ der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (SIGA), Hüttenstraße 9 in Stadthagen derzeit Original-Federzeichnungen, Aquarelle und Klappkarten von Heisecke angeboten.

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