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„Christian“ wütet in Schaumburg

Landkreis / Sturmtief „Christian“ wütet in Schaumburg

Trampolins, die über Straßen fegen, entwurzelte Bäume und umgekippte Absperrungen: Am Montag hat Tief „Christian“ auch vor dem Landkreis nicht Halt gemacht.

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Der Fahrer dieses Golfs ist noch einmal mit dem Schrecken und leichten Verletzungen davongekommen, als ein großer Ast Am Stadtgarten auf sein Fahrzeug gefallen ist.

Quelle: rg

Von Axel Wagner, Benjamin Schrader und Verena Insinger. Mit einem vernehmlichen Krachen fällt der vier Meter lange Ast auf den Bürgersteig, eine Motorsäge heult kurz auf, und ein weiterer zehn Zentimeter starker Ast stürzt in die Tiefe. Mit schwerem Gerät haben 20 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Enzen und Stadthagen am Montag die Nienstädter Straße in Enzen wieder freigemacht und für Sicherheit gesorgt. Unterstützt wurde sie dabei von einer Streifenwagenbesatzung und Mitarbeitern der Straßenmeisterei.

 Gegen 13 Uhr waren die Einsatzkräfte alarmiert worden, dass ein Baum quer über der Nienstädter Straße liegen soll. Der Baum entpuppte sich als eine Jahrzehnte alte und mehr als 20 Meter hohe Trauerweide mit mehreren meterlangen Ästen. Die Weide konnte dem Wind nicht mehr standhalten, sodass ein Teil des mächtigen Stammes abgebrochen war. Die Feuerwehr musste daher nicht nur die Fahrbahn freiräumen, so Einsatzleiter Daniel Dralle von der Freiwilligen Feuerwehr Enzen, sondern auch dafür sorgen, dass keine Gefahr mehr von dem morschen Gehölz für Autofahrer, Fußgänger und Fahrradfahrer ausgeht.

 Mithilfe der Hubrettungsbühne und Kettensägen rückten sie der Weide zu Leibe und kappten Ast um Ast. Die Nienstädter Straße war währenddessen für weit mehr als eine Stunde gesperrt, sodass es für die Autofahrer zu erheblichen Behinderungen kam.

Bahn stellt Verkehr ein

Landkreis. Auch die Zugverbindungen der Deutschen Bahn zwischen Minden und Hannover sind durch den Sturm am Montag stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Mehrere Bäume gerieten im Streckenabschnitt zwischen Lindhorst und Stadthagen in die Oberleitung, sodass der Zugverkehr zwischen Haste und Stadthagen vorübergehend komplett eingestellt werden musste. Die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein.

„Ich habe mich richtig geärgert“, berichtet Astrid von Kameke, die an diesem Tag über Stadthagen nach Göttingen reisen wollte. Als sie gegen 11.15 Uhr am Bahnhof in der Kreisstadt angekommen sei, habe es zunächst geheißen, der Zug verspäte sich wegen eines Baumschadens in Rehren um fünf Minuten. Aus diesen fünf Minuten wurden kurz darauf zwanzig, schließlich kündigte die Durchsage den Schienenersatzverkehr an.

Nach sieben statt der geplanten drei Stunden Zugfahrt kam von Kameke schließlich in Göttingen an. Die Stimmung unter den Wartenden in Stadthagen beschreibt sie als eher gelassen. „Die meisten waren ruhig und haben sich ein Taxi genommen“, sagt sie und fügt hinzu: „Was hätten sie auch sonst machen sollen?“ Kritik habe es am Management der Bahn gegeben, selbst von einem Mitarbeiter des Konzerns, der eigentlich seine Tochter in Osnabrück abholen wollte, aber in Haste am Bahnhof festsaß, so von Kameke.

Bis Redaktionsschluss war noch nicht klar, wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden kann. Zu den Schäden konnte die Pressestelle der Bahn keine näheren Angaben machen, da sie wegen Störungen im ganzen Norden Deutschlands überlastet war.

B 65 wieder voll gesperrt

Aufgrund des Sturmes ist die B 65 auf Höhe der Baustelle von der Auffahrt zur Ortsumgehung bis zum „Vornhäger Krug“ von Montag 10.30 Uhr bis heute Morgen komplett gesperrt worden. Die Baustellenabsperrungen wurden bei Sturmböen immer wieder auf die Fahrbahn gedrückt und fielen um. Nachdem an dieser Stelle am Sonntag bereits ein Autofahrer im Graben gelandet war (wir berichteten), wollte die zuständige Landesbehörde kein Risiko eingehen. Die Sperrung erfolgte in Absprache mit der Polizei Stadthagen. Anlieger des Abschnittes wurden mündlich informiert. Sie konnten ihr Grundstück von Stadthagen aus erreichen.

Zahlreiche Unfälle

Ein umgestürzter Baum auf der Kreisstraße 45 zwischen Sachsenhagen und Pollhagen.

Gegen 10 Uhr wird die Polizei nach Wendthagen zur Obernwöhrener Straße gerufen. Dort hatte der Sturm ein Trampolin aus dem Garten auf die Straße geweht. Ähnliches ereignete sich in Meerbeck. Auch dort wurde ein Trampolin aus dem Garten auf die Straße geschleudert.

Ein Baum an der Kreisstraße wurde vom Wind entwurzelt und ist auf die Straße gestürzt. Zwei Polizeibeamten beseitigten den großen Baum.

In der Brunnenstraße wurde durch die Sturmböen eine Laterne umgeweht. Da die Kabel frei lagen, kümmerte sich die Stadtverwaltung umgehend darum.

In Beckedorf hat sich aufgrund des Sturmes gegen 10.30 Uhr ein Verkehrsunfall ereignet. Ein 44 Jahre alter Mann aus Osterkappeln (Landkreis Osnabrück) war mit seinem Auto und Anhänger auf der Straße Westerntor unterwegs, als eine Windböe den unbeladenen Anhänger erfasst hat. Er wurde gegen das Auto einer entgegenkommenden 53 Jahre alten Frau aus Lindhorst geschleudert. Beide Autofahrer blieben nach Polizeiangaben unverletzt. Der Sachschaden beträgt etwa 3000 Euro.

Die Polizei in Bückeburg hat lediglich vier umgestürzte Bäume zu verzeichnen. Ein Baum fiel allerdings in Obernkirchen auf die Straße Kalte Weide. Die Polizei musste die Straße kurzfristig sperren.

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