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Der „Wilde Bruder“ hat wieder Saison

Bärlauch Der „Wilde Bruder“ hat wieder Saison

Mit den ersten warmen Tagen des Jahres zeigt sich in den Wäldern der Region wieder ein alter Bekannter – der Bärlauch. Zwar ist er im Süden Deutschlands weiter verbreitet als in hiesigen Gefilden, doch hat man auch in Schaumburg gute Chancen, ihn zu finden. Für viele Waldspaziergänger ist es zwischen März und Mai eine besondere Freude, sich einen frischen Strauß mit nach Hause zu nehmen.

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Ob als Pesto oder frische Beilage zur Pasta: Bärlauch kann vielseitig verwendet werden. Beim Sammeln ist jedoch Vorsicht geboten: Auf den ersten Blick ist Bärlauch nicht so leicht von giftigen Pflanzen wie dem Maiglöckchen zu unterscheiden.

Quelle: dpa

Aus Blättern und Stängeln der Pflanze lässt sich leckeres Pesto zubereiten – und auch in vielen anderen Gerichten macht sich das Lauchgewächs gut. Bei aller Euphorie sollte man dabei jedoch darauf achten, nicht zu viel zu pflücken. Der Naturschutzbund (Nabu) rät, jeweils nur ein Blatt pro Pflanze zu ernten – am besten ganz unten am Stiel – um das weitere Wachstum nicht zu gefährden. „Prinzipiell ist das Pflücken aber natürlich erlaubt“, wie Martina Engelking vom Amt für Naturschutz in Stadthagen auf SN-Anfrage erklärt. Naturschutzgebiete sind allerdings eine Ausnahme. In diesen Arealen sei das Verlassen des Weges ohnehin nicht gestattet und das Pflücken der Blätter verboten.

Ebenso sollte bei der Ernte im Wald auf die eigene Gesundheit geachtet werden. Der Bärlauch sieht giftigen Pflanzen wie Maiglöckchen und Herbstzeitlosen ausgesprochen ähnlich. Über den Geruch lassen sich Verwechslungen aber verhindern. Daher sollte der Sammler die Blätter der Pflanze zwischen den Fingern zerreiben. Setzt das Blatt einen intensiven Knoblauchgeruch frei, handelt es sich um die gewünschte Pflanze. Wer unsicher ist, sollte jedoch einen Experten zurate ziehen. Alternativ kann der „Wilde Bruder“ des Knoblauchs aber natürlich auch in Gemüseläden und in Online-Shops erworben werden.

Hat man den Bärlauch erst einmal gefunden, lässt sich sehr von ihm profitieren – nicht nur geschmacklich. Um die heilenden Kräfte wussten schon die Kelten und Germanen, auf die auch sein charakteristischer Name zurückgeht. Der Überlieferung nach schlugen sich Bären nach dem Winterschlaf den Bauch mit diesem Kraut voll, um Vitamine und Mineralien aufzunehmen. Außerdem sollen sie so ihren Organismus nach Monaten des Schlafens gereinigt und zu alten Kräften zurückgefunden haben.

Bärlauch selbst anbauen

Den schnellsten Erfolg beim eigenen Anbau von Bärlauch hat, wer fertige Pflanzen in den Garten setzt. Hierbei ist es ratsam, Gruppen aus jeweils fünf Zwiebeln im Abstand von rund 30 Zentimetern zueinander zu pflanzen. Die Zwiebeloberkanten sollten sich rund drei Zentimeter unter der Erdoberfläche befinden.

Besonders in den ersten Wochen ist das regelmäßige Gießen der Zwiebeln wichtig. In der Folge wird die Pflanze zwar robuster, fühlt sich aber auch dann noch in feuchten Böden wohler. Wenn der Bärlauch in diesem Frühjahr gepflanzt wird, kann schon im folgenden Jahr die erste Ernte eingefahren werden. Dabei sollten in den ersten Jahren aber nicht zu viele Blätter entnommen werden.

Eine andere Möglichkeit ist es, die Zwiebeln des Bärlauchs einzupflanzen. Auch dabei werden sie in Fünfergruppen mit der Spitze nach oben etwa drei Zentimeter tief in den Boden gesteckt. Dies ist das ganze Jahr über möglich. Wird früh genug im Jahr gepflanzt, treibt die Zwiebel schon im Folgejahr aus.

Natürlich kann der „Wilde Knoblauch“ auch ausgesät werden, wobei es sich allerdings um die anspruchsvollste und zeitintensivste Variante handelt. Allein das Keimen der Samen dauert bis zu zwei Jahre. Die verwendeten Samen sollten zum Zeitpunkt der Saat möglichst frisch sein, ihre Keimfähigkeit geht nämlich schnell verloren. Da es sich um kalt keimende Samen handelt, benötigen diese außerdem Frost. Wer sich von all dem nicht abschrecken lässt, sät am besten im Sommer oder Herbst und vergewissert sich, dass die ausgemachte Fläche absolut gras- und unkrautfrei ist.

Unabhängig von der Anbaumethode bevorzugt der Bärlauch feuchte, schattige Standorte und möglichst nährstoffreiche Böden.

 

Gesundheit

Frischer Bärlauch hat auf den Organismus einen ebenso guten Effekt wie sein naher Verwandter, der Knoblauch. Dafür verantwortlich ist unter anderem der sekundäre Pflanzenstoff Allicin, der durch die Verletzung des Blattes aus seinem Vorgänger Alliin entsteht. Allicin gilt als natürliches Antibiotikum, das in der Lage ist, Bakterien und Pilze abzutöten.

Ebenso spricht man der Pflanze eine blutdrucksenkende Wirkung zu, die – bei regelmäßigem Verzehr – das Herzinfarktrisiko senken kann und vor Arteriosklerose schützt.

Bei all diesen guten Eigenschaften hat der Bärlauch, im Gegensatz zum Knoblauch, dabei keinen Einfluss auf den Körpergeruch.

Hinzu kommt, dass der frische Bärlauch viel Vitamin C, ätherische Öle und darüber hinaus Stoffe wie Eisen und Magnesium enthält.

Rezept Bärlauchpesto

Folgende Zutaten werden benötigt: 270 Gramm Bärlauch, 40 Gramm Pinienkerne, 30 Gramm Parmesan (frisch gerieben), 270 Milliliter Olivenöl, Salz, Pfeffer.
Zubereitung: Den Bärlauch nach dem Waschen und Trocknen in Stücke schneiden. Parmesan und Pinienkerne fein hacken. In einem großen Mörser nun Bärlauch, Pinienkerne und Parmesan gemeinsam zermahlen. Langsam Öl dazugeben und so lange mörsern, bis eine cremige Masse entsteht. Nun noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig!

 Von Simon Wickler

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