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Drei für Berlin

Thema des Tages / Nach der Wahl Drei für Berlin

Als einer von bundesweit nur ganz wenigen Wahlkreisen verfügt Nienburg-Schaumburg jetzt über drei Abgeornete im Bundestag. Was steht den hiesigen Politikern in den kommenden Wochen der Parlamentsneubildung bevor? Die SN haben sich erkundigt.

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Maik Beermann (CDU, links) ist in letzter Sekunde über die Landesliste in den Bundestag eingezogen. Sebastian Edathy (SPD, Mitte) sieht sich, was Posten angeht, im Wartestand. Katja Keul (Grüne) wurde als Spitzenkandidatin der Landesliste erneut in den Bundestag gewählt.

Quelle: pr. (2), rg

„Ich möchte ein Abgeordneter für Schaumburg und Nienburg sein und nicht einer für die Tagesthemen.“ Mit diesem Bekenntnis hat sich der in letzter Sekunde über die CDU-Landesliste in den Bundestag gekommene Maik Beermann nach Berlin auf den Weg gemacht. „Einer ist Innenpolitiker, eine Verteidigungspolitikerin und bei mir hat der Wahlkreis absolut erste Priorität“, sagt Beermann spitz in Richtung seiner beiden Mit-Abgeordneten Sebastian Edathy (SPD) und Katja Keul (Grüne).
Der 31-jährige Sparkassenfachwirt will deswegen Sitze in solchen Ausschüssen anstreben, „in denen man für die Landkreise konkrete Dinge umsetzen kann“. Sprich: Der Parlamentsneuling wird versuchen, entweder im Agrar-, im Verkehrs- oder im Ausschuss für Familie und Soziales einen Sitz zu bekommen.
Dass er im Parlamentsbetrieb erst Fuss fassen muss, ist Beermann klar: „Ich will rasch sehen, wie die Dinge laufen.“ Erste Hilfe erwartet der Newcomer von seinem Freund Axel Knoerig, direkt gewählter CDU-Abgeordneter des Wahlkreises Nienburg-Diepholz. Der hat schon vier Parlamentsjahre auf dem Buckel, „an dessen Fersen werde ich mich die erste Zeit heften“, erzählt Beermann.
Sehr schnell integrieren will der Wendenbosteler sich in drei Gruppierungen der CDU-Fraktion. „Wir sind 301 Abgeordnete, da ist es wichtig, dass man sich intern vernetzt.“ Wichtig werde für ihn vor allem die „Junge Gruppe“ sein, in der sich viele Unionsabgeordnete unter 35 Jahre zusammenfinden: „Ich habe gehört, diese ist einer der Motoren der Fraktion.“ Hinein will er auch in die „Arbeitnehmergruppe“ und die „Parlamentariergruppe Mittelstand“. Sein Wahlkreis sei sehr stark geprägt von mittelständischer Wirtschaft, diesem Bereich gehöre sein Augenmerk.
Direkten Kontakt zu Partei- und Fraktionsgrößen der Union hat Beermann nach eigenem Bekunden noch nicht. Gute Drähte hat er aber zum agrarpolitischen Sprecher Franz-Josef Holzenkamp und zum Parlamentarischen Geschäftsführer Michael Grosse-Brömer. Derlei Beziehungen können hilfreich sein, gerade beim Start, weiß Beermann.

Kontakt

  • Postadresse: Maik Beermann, Wendenborsteler Straße 11, 31634 Steimbke
  • Telefon:
    Festnetz:(0 50 26) 3 34 96 30
    Mobil: (01 60) 8 74 94 09
  • Email: maikbeermann@web.de
  • Homepage: www.maikbeermann.de

„Werde nicht in der dritten Reihe sein“

Bereits zum fünften Mal in Folge startet Sebastian Edathy (SPD) als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Nienburg-Schaumburg in eine Wahlperiode. Das hat es noch nie gegeben. Stellt sich da Routine ein? „Die Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter ist nie Routine, es gibt stets viel Neues“, anwortet der 44-Jährige.
„Gerade derzeit leben wir in spannenden Zeiten“, sagt Edathy. Das zeige sich dieser Tage vor allem an der schwierigen Regierungsbildung. Was seine persönlichen Ambitionen angeht, sieht sich der Rehburger daher in einer gewissen Wartestellung. Denn was leitende Posten in der Fraktion, Sitze und Vorsitze in Ausschüssen sowie weitere Führungsaufgaben angeht, „da gibt es vor einer Entscheidung über eine Regierungskoalition keine Vorentscheidungen“.
Sicher ist, dass Edathy den Rechtsausschuss verlassen und in den Innenausschuss zurückkehren will. Diesem hat der ausgewiesene Innen-Experte von 1998 bis 2009 angehört, vier Jahre davon als dessen Vorsitzender. Schon lange ist Edathy Mitglied des Fraktionsvorstandes. Ob das auch für die kommenden vier Jahre so sein wird? „Die Dinge müssen sich erst sortieren, und zwar nach einem Koalitionsentscheid.“
Die Hälfte der SPD-Abgeordneten sind Neulinge. Da ist Edathy sicher, dass bei der Vergabe von Führungsämtern auf Parlamentarier mit viel Erfahrung wie ihn zurückgegriffen wird. Vor allem wegen seiner Tätigkeit als Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses „erfahre ich breite positive Anerkennung aus der Fraktion“. Daher, nimmt Edathy mit Blick auf die kommende Legislaturpriode an, „werde ich nicht in der dritten Reihe sein“.
Weil sich die Dinge erst nach dem Koalitionsentscheid sortieren werden, will der Rehburger vorher zwei Wochen Urlaub nehmen, „der erste Urlaub in diesem Jahr“. Bis dahin gibt es viel Post aus dem Wahlkreis aufzuarbeiten. „Wahlkreisarbeit war für mich schon immer wichtig und wird es auch bleiben.“ Zudem hat er ein Buch über den NSU-Untersuchungsausschuss in Vorbereitung.

Kontakt

Wegen Präsenz USA-Reise abgesagt

Viel Freude gemacht hat Katja Keul der Job als einer der Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag. Für diesen Posten, auf den die 43-jährige Rechtsanwältin vor vier Jahren gleich als Parlamentsneuling gewählt worden war, möchte sie sich auch für die kommende Legislaturperiode wieder bewerben.
„Gut eingearbeitet“ fühlt sich Keul auch als Verteidigungspolitikerin. Die aus der Friedensbewegung gekommene Markloherin wirkt seit vier Jahren im Verteidigungsausschuss mit, und auch diese Arbeit möchte sie fortsetzen. „Das ist ja sicher plausibel“, setzt die Abgeordnete hinzu.
Um diese beiden Ziele zu verfolgen, ist in den kommenden zwei bis vier Wochen Präsenz in Berlin wichtig. Eine Reise in die USA – zum Thema Friedenspolitik – hat Keul nach einigem Übelegen letztlich doch verschoben, um bei der jetzt anstehenden Neuformierung der Grünen-Fraktion jederzeit zur Stelle zu sein.
Keul hofft, dass nach der Rücktrittsorgie in der vergangenen Woche „schnell ein neuer Fraktionsvorstand gebildet wird“. Denn das würde helfen, „dass die neue Fraktion sich rasch wirkungsvoll aufstellen kann“.
Mit „seinem persönlichen Umfeld und seinem Netzwerk Gespräche zu führen“, das sei einer der Mittel bei der Verfolgung der persönlichen Ziele. Keul sieht sich in der Gruppe der Linken innerhalb der Grünen vernetzt, „wenngleich ich intern die Bedeutung der Flügel eher verringern möchte“.
Die Vorbereitung der Wahlen für Ämter spiele sich „in einem sehr geordneten Verfahren“ ab. „Dass da als Folge informeller Gespräche irgendwelche Leute vorher schon irgendwelche Posten verteilen, das gibt es nicht“, versichert Keul. Jeder melde seine Wünsche beim geschäftsführenden Fraktionsvorstand an, und dieser „wird bemüht sein, möglichst viele Interessen zu bedienen“.
Klar sei nach der krassen Wahlniederlage, „dass wir Grünen jetzt erstmal reichlich mit uns selbst zu tun haben“. ssr

Kontakt

  • Berliner Büro:
    Katja Keul MbB
    Deutscher Bundestag
    Platz der Republik 1
    11011 Berlin
    Telefon (030) 227 - 71664
    Fax: (030) 227 - 76591
  • Wahlkreisbüro:
    Katja Keul MdB
    Wahlkreisbüro
    Wallstraße 2a
    3 15 82 Nienburg
    Telefon (0 50 21) 92292-55
    F: 05021 / 92292-56
  • E-Mail-Adresse: katja.keul@bundestag.de
  • Homepage: www.katja-keul.de
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