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Närrisches Volk läutet den Karneval ein

Landkreis / Karneval Närrisches Volk läutet den Karneval ein

Es gibt regionale Unterschiede, aber ganz gleich, wie man es nennt – Karneval, Fastnacht, Fasching oder Fasnet – in der „Fünften Jahreszeit“ gibt es für die Jecken kein halten mehr. Am 11. November werden auch in Schaumburgs Karnevalhochburgen Apelern, Rinteln und Wölpinghausen die Schlüssel zu den Rathäusern an die Narren übergeben. Damit nimmt die neue Session ihren Anfang.

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Die Vorbereitungen für die Festtage mit Büttenreden, Gardetänzen und Shows laufen bei den Karnevalisten und Vereinen bereits auf Hochtouren. Der eigentliche Trubel beginnt jedoch erst mit den Prunksitzungen. Aufgrund der großen Nachfrage in den vergangenen Jahren hat der Apelerner Karnevalsclub (AKV) sein Programmangebot dieses Mal sogar ausgeweitet und lädt für den 18. und 19. sowie 24. und 25. Januar zu insgesamt fünf Prunksitzungen.

Mit 400 Mitgliedern ist der AKV, der nächstes Jahr 50-jähriges Bestehen feiert, der älteste und größte Karnevalsverein im Landkreis. Die Narren und Jecken aus Apelern, bei denen nach Worten des Präsidenten Karl-Heinz Thum die Karnevalsbräuche noch hochgehalten werden, haben sich mittlerweile auch über die Kreisgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Eine Delegation aus Apelern nimmt zum Beispiel an den Karnevalsumzügen in Hannover und Braunschweig Teil.

Das liegt nach Einschätzung von Thum vor allem an der „professionellen Arbeit“ der Vereinsmitglieder: „Bei uns muss jeder das Beste bringen, schließlich sind wir für die Leute da, die Jahr für Jahr zum Feiern zu uns kommen.“ Beim AKV wird Wert auf die ursprüngliche und traditionelle Form des Karnevalfeierns gelegt. „Viele denken bei Karneval bloß an Schunkeln und rote Clownsnasen und kennen die kulturellen und historischen Hintergründe gar nicht“, so Thum, der gleichzeitig auch der Präsident des Karnevalsbundes Niedersachen und im geschäftsführenden Präsidium des Deutschen Karnevalsbundes ist. Im Mittelpunkt der vom sogenannten „Elferrat“ geführten Prunksitzungen in Apelern stehen Büttenreden, bei denen Alltägliches aber auch durchaus ernste Themen, wie die politische Lage im Landkreis mit der nötigen Prise Humor auf die Schippe genommen werden. Traditionelle Marschtänze der Gardegruppen und närrische Shows dürfen dabei auch nicht fehlen.

Wenn die böse Hexe des Ostens oder das Rumpelstilzchen eine Büttenrede halten, haben vermutlich die „Golanjecken“ aus Wölpinghausen ihre Finger im Spiel. Ihr Thema für den kommenden Karneval lautet: „Es war einmal … - Märchenwald im Kuppelsaal“. Welche Figuren tatsächlich die Lachmuskeln der Jecken strapazieren werden, steht aber noch nicht fest, sagt der Präsidenten des „Fünfer-Rates“ der „Golanjecken“, Joachim-Wilhelm Sölter, da die Planungen zur großen Karnevalssause im März erst nach Weihnachten beginnen werden.

Die inoffizielle fünfte Jahreszeit wird jedoch schon heute von den Golanjecken begrüßt und zwar um punkt 18.18 Uhr in der „Kleinen Freiheit“. „Danach werden sich die Gruppen überlegen, was sie nach Weihnachten bis zur Prunksitzung vorbereiten“, sagt Sölter. Mit den Gruppen sind die Vereine und Institutionen gemeint, die das Karnevalstreiben mit dem Fünfer Rat der Golanjecken aufrechterhalten. Dazu zählt der Schützenverein, die Feuerwehr, der Sportverein, der Kindergarten und weitere karnevalsbegeisterte Gruppen.
Mit dem Zusammenschluss der Feuerwehr und des Schützenvereins fing die Geschichte der Golanjecken 1987 an und die Mitgliederzahlen sind seitdem immer konstant geblieben, so Sölter. 1999 wurde der erste Kinderkarneval organisiert. Seitdem findet er in jedem Jahr unter einem anderen Motto statt. Prinzessinnen treffen auf Piraten, Cowboys auf Indianer und Eisbären auf Fußballstars.

Eine Woche nach den kleinen Jecken feiern in Wölpinghausen die Großen, die Kinder bereichern das Programm aber mit passenden Tänzen und Aufführungen zum Thema.
Daniela Bohnhorst ist Übungsleiterin beim Sportverein Wölpinghausen und betreut dort zwei Kindergruppen. „Ab Weihnachten bis zum Tag der Prunksitzung werden wir sechs Wochen intensiv trainieren“, sagt Bohnhorst. Je nach Aufwand könnten auch Extra-Trainingseinheiten für die kleinen Jecken fällig werden.
Einer der Höhepunkte beim Rintelner Karneval ist der Hexenausmarsch, bei dem jedes Jahr die Krawatten und zur Not sogar die Schnürsenkel der Männer den Scheren der Hexen zum Opfer fallen. Das neue „Dreigestirn“ des „Rintelner Carnevalsvereins“ (RCV), bestehend aus Fürst, Kanzler und Till, wird am 5. Januar inthronisiert, die feierliche große Prunksitzung folgt am 1. März. Die „Rintelner Jungs“ und das Männerballett „Klosterelfen“ haben auch für die neue Session wieder die besten Karnevalsschlager und grazile Ballettkunst im Programm.

In Deutschland wird seit dem 18. Jahrhundert gefeiert

Karneval, Fastnacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching oder auch fünfte Jahreszeit – die Zeit der Jecken und Narren hat viele Namen, wird vielerorts, aber sehr unterschiedlich zelebriert. Die Hochburgen des deutschen Karnevals sind die Schwäbisch-alemannische Fastnacht und das Rheinland: Eine wichtige Rolle spielen hier der Narr, der Lokalpatriotismus der Rheinländer Jecken und die Verhöhnung der jeweiligen Machthaber. Nördlich von Bonn-Erfurt gibt es in Deutschland fast ausschließlich Karnevalsvereine, in Sachsen und Brandenburg wird das Fest auch Fasching genannt. In Deutschland ist der Begriff Karneval erstmals Ende des 17. Jahrhunderts, im Rheinland erstmals im Jahr 1728 aufgetaucht. In den Kölner Stadtakten taucht das Wort „Carneval“ erstmals um 1780 auf. Als Beginn der Fastnachtszeit galt in vielen deutschsprachigen Ländern ursprünglich Dreikönigstag, der 6. Januar. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Karnevalssaison in vielen Gegenden zusätzlich am 11. November, dem „Elften im Elften“, ab 11.11 Uhr eröffnet . Hintergrund ist, dass es auch vor Weihnachten bereits kurz nach der Fixierung des Festes im Jahr 354 eine vorbereitende 40-tägige Fastenzeit auf das Weihnachtsfest gab, ähnlich der österlichen Fastenzeit nach Karneval. Sie begann am 11. November, dem Martinstag.   mak

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