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Vier Stockwerke tief in der Erde

Warnamt und Bunkeranlage Rodenberg Vier Stockwerke tief in der Erde

Weil der Besitzer es für Kriegsspiele vermietet, ist es wieder verstärkt im Gerede: Das ehemalige Warnamt und seine Bunkeranlage in Rodenberg. Bevor es zum „Battlefield for Friends“ wurde, hatte es eine belebte Vergangenheit – die eng mit der Geschichte des Kalten Krieges verknüpft ist.

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Von außen unscheinbar, innen aber geht es tief in den Untergrund.

Quelle: jcp

Rodenberg. Zehn solcher Warnämter richtete die Regierung ab den späten fünfziger Jahren über die Bundesrepublik verteilt ein. Ausschlaggebende Faktoren für die Standortentscheidung waren zum Beispiel Bevölkerungsdichte, die denkbare Luftgefährdung und die Struktur des Fernmeldenetzes der Bundespost. Die Gelände sollten sich zudem im industriearmen, ländlichen Raum befinden.

Da aus den Bunkern heraus auch im Angriffsfall gewarnt werden sollte, ging es unter die Erde. Ein Bauprogramm beschrieb die zugehörigen Bunker als: viergeschossig, 35,2 Meter lang, 29 Meter breit und 15,7 Meter hoch. Sie ragen bis zu drei Meter hoch aus dem Boden heraus, oben befinden sich die Luftansaugöffnungen – auch auf dem Gelände im Deister gut sichtbar.

Wände und Decken waren drei Meter stark. Von den 16 300 Kubikmetern des Bunkers insgesamt waren nur 5000 Raum – der Rest Stahlbeton. Unter anderem sollte er gegen Volltreffer von Sprengbomben schützen, gegen die Wirkungen von Brandbomben und Feuerstürmen und gegen den Explosionsdruck einer Atombombe, die in der Luft gezündet wird.

Dreißig Tage musste das Warnamt nach einem Angriff vollkommen autark weiter arbeiten können. Es gab eine eigene Wasserversorgung aus Tiefbrunnen, Notstrom, eine Lüftungsanlage, Vorräte, Küche und Kühlkammer. Vieles davon ist in Rodenberg noch immer zu sehen.

Schutz im Fall eines Atomkrieges

In einem Warnamt konnten junge Männer ihren Ersatzdienst leisten. Das hat zum Beispiel der Rodenberger Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla getan. 1991 brach die Sowjetunion zusammen. Der Kalte Krieg endete. Über die neunziger Jahre hinweg wurde der Warndienst der Bundesrepublik zurückgebaut.

Legenden zufolge war der eigentliche Sinn der Bunker, im Fall eines Atomkrieges die Führungsspitzen der Bundesländer aufzunehmen – die Ministerpräsidenten samt Gefolge. Offiziell lässt sich das aber nicht erhärten. Allerdings kann man noch heute in der Eifel einen Bunker besichtigen, der tatsächlich als Außensitz der nordrhein-westfälischen Landesregierung für den Fall eines Angriffs mit Nuklearwaffen gedacht gewesen war. Seinen Zweck verschleierten die Verantwortlichen hinter dem Namen „Warnamt Eifel“.

Das Rodenberger Warnamt III wurde am 22. Januar 1998 an das damals zuständige Bundesvermögensamt Hannover übereignet. Später befand es sich in Privatbesitz. Der aktuelle Eigentümer vermietet es an „Battlefield for Friends“.  jcp

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