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Weihnachtshilfe „Es reicht nur zum wirklich Nötigsten“
Themen Weihnachtshilfe „Es reicht nur zum wirklich Nötigsten“
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19:40 30.11.2012
Eine Mitarbeiterin der DRK-„Tafel“ in Stadthagen überreicht Susanne T. Gemüse. Quelle: rg

Rheuma und eine extreme Schiefstellung der Wirbelsäule wurden so schlimm, dass ihr eine erhebliche Erwerbsminderung attestiert werden musste.

 Immer wieder hat die alleinstehende Mutter von drei Kindern versucht, im Rahmen des ärztlich Erlaubten kleine Jobs zu finden – bisher vergeblich. „Wenn die Arbeitgeber die lange Liste meiner Einschränkungen sehen, ist das Gespräch meist schnell zu Ende“, erzählt sie. „Dabei würde ich so gerne wieder arbeiten.“

 Den häuslichen Alltag in einem Dorf im nördlichen Schaumburg bewältigt Susanne T. mithilfe ihrer beiden älteren, 19 und 15 Jahre alten Kinder. Doch das Monatsbudget ist sehr knapp. Eine Rente von 800 Euro sowie Kindergeld und Unterhaltszahlungen: Nach Abzug aller Fixkosten bleiben der vierköpfigen Familie nur etwa 550 Euro zum Leben.

 Regelmäßig fährt Susanne T. mit einem geliehenen Auto, wofür sie ein Entgelt zu entrichten hat, zur DRK-„Tafel“ nach Stadthagen, um Lebensmittel zu besorgen. „In dieser Familie reicht es nur zum wirklich Nötigsten“, bestätigt eine Verantwortliche der „Tafel“, „und mehr geht nicht.“

 Das fängt bei der Kleidung an. Ausnahmslos auf Flohmärkten, Secondhand-Basaren und in der DRK-Kleiderkammer holt sich die Alleinerziehende das Notwendige. Die Sachen für den 15-Jährigen und für die neunjährige Tochter verkauft Susanne T. bei diesen Gelegenheiten, wenn sie zu klein geworden sind.

 Gerne würde die Mutter auch einmal neue Sachen für ihre Kinder haben, „besonders jetzt so etwas wie Wintermäntel oder Stiefel“. Der 15-jährige Sohn, der in der Schule sehr gut und sportlich äußerst talentiert ist, bräuchte entsprechende Sportkleidung. Der 19-jährige Sohn besucht die Berufsschule, möchte Heilerziehungspfleger werden, und benötigt zum Weiterkommen dringend einen Laptop. Die Kleine leidet wie ihre Mutter unter Skoliose und weist zudem leicht autistische Züge auf, was ein hohes Maß an mütterlicher Zuwendung erfordert. Ihr würde ein spezieller, leicht tragbarer Ranzen sehr helfen.

 Wünsche für sich selbst äußert Susanne T. nur zögerlich, berichtet die betreuende DRK-Mitarbeiterin. „Ein Friseurbesuch oder eine Massage, das wäre wie ein kleiner Urlaub für mich“, sagt die 49-Jährige schließlich. „Eine Zuwendung aus dem Topf der ,Weihnachtshilfe‘ könnte dieser Familie sehr helfen“, ist die „Tafel“-Mitarbeiterin sicher. ssr