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Dschungelcamp-Lehrerin ist zurück in der Schule

Nach Reise in den Urwald Dschungelcamp-Lehrerin ist zurück in der Schule

Lehrerverbände haben sich kritisch zur Reise einer Gymnasiallehrerin aus Soltau geäußert. Die Frau war während der Unterrichtszeit nach Australien geflogen, wo ihre Tochter als Kandidatin bei der RTL-Show „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ mitgemacht hatte. Die Lehrerin selber unterrichtet seit Dienstag wieder in der Soltauer Schule.

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Weil die Mutter von der Kandidatin Nathalie ihrer Tochter in Australien moralischen Beistand leistet, gibt es in Soltau großen Unmut.

Quelle: dpa/RTL

Soltau. Dabei hat sie aber nach Angaben ihres Anwalts einen zweiten Lehrer an die Seite gestellt bekommen. Die Lehrerin hatte sich für die drei Wochen krank schreiben lassen, allerdings erst, nachdem der Schulleiter einen Sonderurlaub für die betreffende Zeit abgelehnt hatte. Die Lehrerin hatte nach Angaben ihres Anwalts die Atteste von zwei Hausärzten vorgelegt und war dann mit ihrer Tochter Nathalie Volk nach Australien gereist – gut dokumentiert auf mehreren Selfies.

Das sei kein vorbildliches Verhalten, meint Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbands in Niedersachsen: „Ein Lehrer, der krank ist, bleibt im Normalfall zuhause und kuriert sich aus.“ Jedem Lehrer sollte klar sein, dass er alles tun sollte, um einen schlechten Eindruck in der Öffentlichkeit zu vermeiden, so Audritz.

„In jeder Berufsgruppe gibt es Idioten, das ist nichts Spezifisches“, wehrte Eberhard Brandt, Chef der Lehrergewerkschaft GEW die Frage ab, ob dieser Fall einen Imageschaden für die Lehrerschaft bedeute. Verallgemeinerungen von Einzelfällen auf das Arbeitsverhalten der gesamten Gruppe seien schlicht falsch. Gemessen daran, dass in Niedersachsen 86.000 Lehrer beschäftigt seien, gebe es „nicht viele Fälle, und die werden disziplinarisch geahndet.“

Das werde auch in diesem Fall geschehen, ist sich der Anwalt Michael Fastabend, ehemals Personaldezernent des Landkreises Hannover, sicher. Das Verhalten der Lehrerin sei „sehr dreist“ gewesen und ein schweres Dienstvergehen, schließlich sei das eine „Krankheit auf Ansage“ gewesen, sagte Fastabend der HAZ. Ihr sei damit ein Disziplinarverfahren gewiss, dass auf jeden Fall mit einer jahrelangen Minderung der Bezüge, vermutlich sogar mit einer Entlassung aus dem Dienstverhältnis enden werde.

Die Lehrerin hatte am Montag ein Gespräch mit dem Schulleiter. Daraufhin sei vereinbart worden, dass sie ab sofort wieder Unterricht erteile, dabei aber von einem zweiten Lehrer begleitet werde, sagte der Anwalt der Lehrerin, Andreas Hebestreit.

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