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Achtjähriger am Dirigentenpult

Symphoniker präsentieren Neujahrskonzert Achtjähriger am Dirigentenpult

Das Neujahrskonzert des Kulturrings Rinteln im seit Wochen ausverkauften Brückentorsaal hat das Publikum spürbar begeistert.

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Beim Neujahrskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters im Brückentorsaal zeigt der achtjährige Jan Westphal als Dirigent, was er von seinem Opa Wolfgang gelernt hat.

Quelle: tol

Rinteln.  Dirigent Wolfgang Westphal und das Göttinger Symphonie Orchester boten einen musikalischen Mix aus ernster und beschwingter Musik – Ein Erfolgsrezept, wie in den Jahren zuvor.
Trotzdem schaffte es Westphal, in diesem Jahr für eine Überraschung zu sorgen: Zur Tritsch-Tratsch-Polka überreichte er seinem achtjährigen Enkel Jan den Dirigentenstab, der dann zur Freude des Publikums die Musiker antrieb.

Im ersten Teil des Konzerts lud Westphal zur musikalischen Reise von der Frühklassik zur Romantik ein. Zur ersten Ouvertüre, der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, hat Westphal ein besonderes Verhältnis. Sie hat ihn schon als Student begeistert, „er findet sie einfach genial“.

Die nächste Ouvertüre von Ludwig van Beethoven zum Schauspiel „Egmont“ geriet zu einer ungeplanten, politischen Demonstration, handelt das Schauspiel doch vom Kampf für die Freiheit des Geistes und der Menschen. Die Wucht und Kraft der Musik Beethovens setzte sich deutlich von der doch mehr verspielten Klängen Mozarts ab.

Eine weitere Überraschung mag für viele die Ouvertüre zu „Euryanthe“ von Karl Maria von Weber gewesen sein. Den Freischütz kennt wohl jeder Opernfreund, dagegen ist „Euryanthe“ eine nahezu unbekannte Oper, die, wie nachzulesen ist, aufgrund ihres wenig überzeugenden Librettos „so gut wie nicht gespielt wird“. Das tut der Musik selbst keinen Abbruch, und so konnte man der Ouvertüre genussvoll lauschen – mit Hörnerklang und Paukenschlag bis zu einem fulminanten Finale.

Im zweiten Teil gab es einen bunten Strauß von beschwingten, lebensbejahenden Melodien. Beginnend mit der Ouvertüre zur Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß, dem „Walzerkönig“. Westphal meinte schmunzelnd, man könne deutlich hören, was in dieser Nacht in Venedig vorgefallen sei.

Der Walzer „Wein, Weib und Gesang“ ist eine festliche Hymne an das fröhliche Leben. Westphal bemerkte dazu: „Essen trinken und musizieren sind die vier schönsten Dinge im Leben.“
Gerührt beklatschte das Publikum die Widmung des Walzers „Freut Euch des Lebens“ an Westphals Nachbarin, die an diesem Tag ihren 80. Geburtstag feierte.

Nach dem Walzerkönig stand dessen Sohn Josef Strauß mit zwei Stücken auf dem Programm. In dem Walzer „Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust“ erkannten sicherlich viele Strauß-Liebhaber den früheren Gassenhauer „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ wieder. Die Polka „Donner und Blitz“ erinnerte an ein Fest an einem heißen Sommertag, an dem es ein erfrischendes Gewitter gibt.

Für den begeisterten Applaus bedankten sich Dirigent und Orchester mit zwei Zugaben: „An der schönen blauen Donau“ und dem „Radetzky-Marsch“.

Kurt Maszuttis

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