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Ausstellung: „Gemäldeschau“ bückeburger Maler

Objekte der Stadtgeschichte Ausstellung: „Gemäldeschau“ bückeburger Maler

Maler, die zumeist im 19. Jahrhundert in Bückeburg lebten oder dort geboren wurden, präsentiert die aktuelle Ausstellung des Museums für Stadtgeschichte und Schaumburg-Lippische Landesgeschichte.

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Anke Twachtmann-Schlichter und Jürgen Schneider nehmen Georg Langerfeld, seit 1871 Inhaber der Hirschapotheke, in die Mitte.

Quelle: bus

Bückeburg. „Es handelt sich um Hobbymaler, Kunstlehrer des Gymnasiums oder um akademisch ausgebildete Kunstmaler, die vom Fürstenhaus gefördert wurden“, erläuterte die Museumsleiterin Anka Twachtmann-Schlichter während der Vernissage.

 Viele der Gemälde hätten lange in den Stuben und Wohnzimmern Bückeburger Familien gehangen, bevor sie den Weg ins Museum fanden. „Das macht sie zu Objekten der Stadtgeschichte“, betonte Twachtmann-Schlichter. Die unter das Motto „Bückeburger Maler – eine kleine Gemäldeschau“ gestellte Präsentation zeige nicht alle in diesem Zusammenhang erwähnenswerten Künstler, räumte die Museumsleiterin ein. „Sie weist jedoch auf beliebte Motive hin und deutet die malerischen Intentionen ihrer Schöpfer an.“ Zu sehen sind:

Josephia Becker-Leber: 1869 in Bonn geboren, erhielt sie 1896 eine Ausbildung zur Kunstmalerin an der Königlichen Kunstschule zu Berlin, 1898 ging sie an die Akademie in Düsseldorf. Nach ihrer Heirat gründete sie mit einigen Künstlern und ihrem Ehemann, Hans-Josef Becker-Leber, die Gruppe „Vereinigte Künstler in Bonn 08“. 1912 zog das Ehepaar nach Bückeburg. Gezeigtes Werk: Sonnenblumen.

Hans-Joseph Becker-Leber: 1876 in Berlin geboren, absolvierte er seine Ausbildung an der dortigen Kunstschule am Kunstgewerbemuseum. Durch die Bekanntschaft mit den in Bonn studierenden Söhnen des Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe bekam er eine Anstellung an der Kunstgewerbeschule in Bückeburg. Nachdem ihm die erhoffte Leitung der Schule nicht übertragen wurde, kam es zum Zerwürfnis mit dem neuen Schulleiter. Werk: Heugarben. Albert Comes:

 1887 geboren, besuchte er anschließend an seine Ausbildung als Bildschnitzer Akademien in Straßburg, München und Berlin. In Berlin erreichte ihn das Angebot des Fürsten Adolf, eine Lehrtätigkeit an der von ihm gegründeten Kunst- und Handwerkerschule anzunehmen. Der Schule war die Aufgabe zugedacht, künstlerisch begabte Schüler in Malerei und Skulptur auszubilden. Comes übernahm bis zu seinem Tod die künstlerische Leitung der Fürst-Adolf-Werkstätten für Keramik. Werk: Alpenveilchen.

Gerhard Haenisch wurde 1871 in Schlesien geboren und erhielt eine umfassende Ausbildung an der Kunstschule in Breslau und der Unterrichtsanstalt am Kunstgewerbemuseum in Berlin. Er war als Kunstgewerbe-Zeichner und Zeichenlehrer tätig. Er lebte und arbeitete in Bückeburg, wo er im hohen Alter von 80 Jahren verstarb. Werke: Blick auf das Bückeburger Schloss, Blick in das Innere der Stadtkirche, Sommerlicher Birkenweg, Pflügen, Schlossteich in Bückeburg, Schlingmühle im Schaumburger Land.

Heinrich Schwiering wurde 1860 in Bückeburg geboren. Die Förderung durch Fürstin Hermine ermöglichte ihm ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Während seines Studiums widmete er sich vor allem der Porträt- und Landschaftsmalerei. Die fundierte Ausbildung verschaffte ihm eine Anstellung als Hofmaler des Schaumburg-Lippischen Fürstenhauses. In dieser Funktion war er auch an der Restaurierung der Schlosskapelle beteiligt. Werke: Mühle auf dem Weinberg, Bauernhaus mit Trachtenpaar, Georg Langerfeld, Otto Schade, Martha Schade, Selbstbildnis.

Carl Wiederhold wurde 1863 in Hannover geboren und besuchte nach Schulzeit und Lehre als Dekorationsmaler die Lehranstalt des Gewerbevereins in Hannover. Es folgte ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Hannover. Er war Mitglied der von Wilhelm Hase gegründeten Bauhütte „Zum weißen Blatt“. Nachdem im Zweiten Weltkrieg ein Bombenangriff sowohl die Wohnung als auch das Atelier zerstört hatte, bezog er in Bückeburg ein kleines Atelier. Hier arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahre 1965. Werke: Heugarben, Heuernte, Parklandschaft, Diana mit Nymphen.

 „Gerne würden wir nicht nur die Gemäldesammlung des Museums erweitern, sondern auch die Maler besser kennenlernen“ gab Twachtmann-Schlichter während der Ausstellungseröffnung zu verstehen. Die Künstlerverzeichnisse lieferten nur wenige biografische Hinweise. „Wer Auskunft geben kann über den einen oder anderen Maler oder wer ein Schaumburger oder Bückeburger Bild in die Sammlung geben möchte, ist herzlich eingeladen.“

 Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 30. August. Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Eintritt wird nicht erhoben.  bus

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