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Bürger feiern 400. Jubiläum der Kirche

Schaumburger Musikszene gratuliert mit symphonischer Suite Bürger feiern 400. Jubiläum der Kirche

Von Krieg und Frieden: Mit der Uraufführung einer „Symphonischen Suite“ ist der erste Teil der Feiern zum 400. Jubiläum der Stadtkirche zu Ende gegangen. Vor den Zuhörern entfaltete sich ein Bilderbogen über 500 Jahre – von den Hammerschlägen der Steinmetze beim Bau der Kirche bis in die Gegenwart.

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Die Schaumburger Märchensänger sind auch in der Stadtkirche eine Ohren- und Augenweide.

Quelle: mig

Bückeburg. Vor den Zuhörern entfaltete sich ein Bilderbogen über 500 Jahre – von den Hammerschlägen der Steinmetze beim Bau der Kirche bis in die Gegenwart.

Es war ein Anblick, den man sonst nur von den Gottesdiensten an hohen Feiertagen kennt. Fast alle Plätze waren besetzt. Wundern musste man sich darüber nicht, war doch das „Who’s who“ der Musikszene in und um Schaumburg vertreten. George Kochbeck etwa, der Komponist und künstlerische Leiter, dem mit der Band „Georgie Red“ diverse Hit-Alben gelangen. Oder Frizz Feick, der mit Kochbeck am Keyboard gerade ein neues Album herausgebracht hat. Feick saß mit seinem Sopransaxofon genauso in der ersten Reihe, wie Jens Petersen (Gitarre/Gesang), Oliver Schröder (Gitarre) oder Martin Hohmeier (Bass), drei Musiker, die jeder Schaumburger kennt und die sonst bei den „Black Birds“, „Molle’s Tough Cocktail“ und „The Magic of Santana“ den Ton geben.

Genauso bekannt ist trotz ihrer erst 15 Lenze Solo-Sängerin Carlotta Truman. 2011 gewann Truman den Deutschen Rock- und Pop-Preis als beste Solosängerin Deutschlands – 2014 war sie Kandidatin der Sendung „The Voice Kids“, wo sie im Finale einen von zwei zweiten Plätzen belegte. Während Carlotta noch am Anfang ihrer Karriere steht, sind die Erzähler Ekki Stieg und Sabine Bulthaup als Radiolegenden „alte Hasen“.

Kochbeck hatte also geballte Kompetenz am Star, und diese Qualität sollte sich auszahlen. Von Beginn an nahm einen „Erbauung erleben“ gefangen, starke Bilder wechselten mit Klangfolgen, die die 500-jährige Geschichte der Stadtkirche plastisch machten. Das Werk selbst begann mit einer Frage, die Menschen seit Urzeiten umtreibt. „Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?“, deklamierten Stieg und Bulthaup. „Was eint die Menschen? Was entzweit sie?“ Geschichte tauge nicht als Lehrerin – sie veranschauliche nur. „Aus der Distanz betrachtet, bleiben die Dinge, die elementar sind: Liebe und Sinnsuche, Krieg und Frieden.“

Diese vier Konstanten waren es, die dem zweistündigen Werk als Leitmotive dienten. Immer wieder pendelt die Geschichte zwischen den Polen Krieg/Hass – Liebe/Frieden, oder anders gesagt: zwischen „In dunkler Zeit“ (Text: Elisabeth Cruziger 1524) und „All you need is love“ (Text und Musik: John Lennon/Paul McCartney). In die große Geschichte eingewoben ist die kleine“Geschichte der Stadtkirche. „Ihr Bau symbolisiert, dass sich trotz widriger Umstände alles zum Guten wendet, wenn man Ziel und Glauben nicht verliert“, mahnen die Erzähler.

Ein starkes Bild symbolisiert diese Anstrengung. Fünf „Steinmetze“ stellen sich in einem Halbkreis auf, lassen Hämmer auf einem Block aus Sandstein niedergehen. Fünf Schläge sind das pro Takt, fünf Schläge, die sich zu einem fünfstimmigen Akkord aufbauen, stellvertretend für die Bauzeit von fünf Jahren und für fünf Jahrhunderte. Ein eindrucksvolles Bild, das die Zeit der Gründung plastisch machte. Genauso eindrucksvoll sind die Lieder und Choräle, die der Kinderchor der Schaumburger Märchensänger, der Konzertchor der Schaumburger Märchensänger und der Projektchor geben – oft begleitet von den großartigen „Schaumburger Land-Streichern“.

Viel Lob verdienen auch die stimmstarken Solo-Sänger (Rouwen Tyler, Felicitas Breest und Carlotta Truman). Das wunderschön-traurige „Close watch“ (Text und Musik John Cale, eindringlich vorgetragen von Stieg) läutet das „Finale“, das 21. Jahrhundert, ein. „Someday again“ und „All you need is love“ fassen die Botschaft des Werkes in wenigen Liedzeilen zusammen. Wie sagt Bulthaup so schön: „500 Jahre Krieg und Frieden – schauen wir uns die vergangenen zwei Stunden an, so bewegt den Menschen vor allen Dingen dies: Macht, Glaube, Kunst, das Wort– und die Musik.“ Und das Publikum? Das ist begeistert. mig

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